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Villingen-Schwenningen Corona-Krise: VS-Urlauber sitzen auf Philippinen fest

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Lars Rohrer (links) und Paul Kammerer hängen seit zwei Wochen auf den Philippinen fest. Foto: privat

Villingen-Schwenningen - Die Reise sollte eigentlich ein entspannter Asientrip werden – doch dieser endet nun für zwei junge Männer aus Villingen-Schwenningen in einem Alptraum. Denn die beiden Touristen sitzen seit zwei Wochen fest und fühlen sich vom Auswärtigen Amt im Stich gelassen.

"Mittlerweile stehen Soldaten mit Maschinenpistole vor dem Hotel und sorgen dafür, dass wir es nicht verlassen dürfen." Paul Kammerer (19) und sein Kumpel Lars Rohrer (20) hatten sich ihren Asientrip gänzlich anders vorgestellt. Doch die Corona-Krise hat ihren Plänen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Denn seit mittlerweile zwei Wochen sitzen die beiden Doppelstädter auf den Philippinen fest, weil sämtliche Flüge aufgrund der Corona-Krise gestrichen wurden.

"Die Situation ist sehr deprimierend"

"Die Situation ist sehr deprimierend, keiner weiß, wohin das führen soll", berichten die Beiden, die seit Januar auf Reisen sind und sich derzeit rund 11 000 Kilometer entfernt von der Heimat befinden. Kammerer und Rohrer, welche in Marbach und Pfaffenweiler wohnen, hatten ursprünglich geplant, auf den Philippinen noch weiter zu reisen, "aber wir wurden schnell ausgebremst", berichtet der 19-Jährige.

Seit dem 15. März hängen die Kumpels in der Provinz Cebu in Lapu-Lapu City fest. Dort befindet sich zwar auch der Flughafen – trotzdem war ein Entkommen der dortigen Situation noch nicht möglich. "Wir sind in den darauffolgenden Tagen immer morgens um 10 Uhr gefahren, hingen bis abends um 18 Uhr an den Schaltern und haben versucht Tickets zu kaufen – aber es war absolut nichts zu machen", berichtet Rohrer. Stattdessen wurde die Situation von Tag zu Tag schwieriger. Denn auch auf den Philippinen ist das Virus angekommen. Die Infektionen würden sich laut ihren Informationen zwar noch in Grenzen halten, doch die Regierung hat mittlerweile die Vorschriften verschärft.

Jeden Tag würde sich etwas ändern, sodass auch keine Chance bestünde, etwas zu planen. Hier sei der vorläufige Höhepunkt mit der derzeitigen Ausgangssperre, die vom Militär scharf kontrolliert wird, momentan erreicht. "Auch die Hotels schließen, manche werfen die Gäste einfach auf die Straße, andere Hotels nehmen darüber hinaus keine Touristen mehr auf."

Urlauber bemängeln leere Versprechungen des Auswärtigen Amtes

Hilfe erhofften sich die beiden in dieser schwierigen Zeit vom Auswärtigen Amt beziehungsweise der Botschaft. "Von dort erhielten wir die Info, dass wir schauen sollen, in die Hauptstadt nach Manila zu kommen – das ist aber einfacher gesagt als getan", berichten die Doppelstädter. Ohne Bestätigung von dort aus innerhalb von 24 Stunden wegzukommen, sei der Trip zu gefährlich. Denn sollten die Beiden tatsächlich einen Flug von Lapu-Lapu nach Manila, aber von der philippinischen Hauptstadt keinen Flug in die ­Heimat bekommen, würden sie dort auf der Straße sitzen. "Die Polizisten schmeißen die gestrandeten Touristen zum Teil aus dem Flughafen – das ist alles ein Alptraum!" Dazu komme, dass die meisten Fluggesellschaften aufgrund der Situation das Personal in den Urlaub geschickt hätten.

Außer leeren Versprechungen seitens der deutschen ­Regierung und der Botschaft habe es bislang keine große Hilfe gegeben, merken sie kritisch an. So habe das Auswärtige Amt in den vergangenen Tagen zwar fünf Rückholflüge von Cebu versprochen, die auch bestätigt waren, "die wurden aber alle wieder gestrichen!" Gründe hierzu wurden keine kommuniziert.

Überhaupt gestalte sich der Informationsfluss von der Botschaft zu den gestrandeten Touristen – in Cebu sitzen weit über 800 Deutsche fest – eher schwierig. "Von der Botschaft werden wir nicht informiert, es gibt nur dürftige Infos auf der Internetseite. Wenn wir anrufen und durchkommen, dann kann man uns auch nicht weiterhelfen", berichten sie. Kammerer: "Warum bekommt es Frankreich, Polen, Russland, Tschechien und andere Länder hin, ihre Urlauber aus Cebu heim zu holen, und Deutschland nicht?"

Klappt die nächste Rückholaktion?

Die Frage blieb auch auf Anfrage des Schwarzwälder Boten beim Auswärtigen Amt unbeantwortet. Wie ein Sprecher dort berichtet, "bemühen sich das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen mit Hochdruck um Lösungen, so auch auf den Philippinen". Warum die Rückholaktionen bislang scheiterten, wollte man nicht erklären.

Hoffnung macht den beiden jungen Touristen aber, dass für das Wochenende weitere Rückholaktionen geplant sind, für die sie erneut eine Bestätigung erhalten haben. Ob diese wirklich stattfinden oder doch wieder kurzfristig abgesagt werden, steht aber bislang in den Sternen. "Wir werden einfach zum Flughafen fahren und hoffen, dass sie uns mitnehmen", erklären die Beiden und sehnen sich danach, dass der Alptraum bald ein Ende hat.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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