Die Arbeiten im Vogelhaus haben bereits begonnen. Unter anderem soll eine Catering-Küche eingebaut werden. Foto: Bernd Mutschler

Einen hohen zweistelligen Millionenbetrag will das Land Baden-Württemberg künftig in Bad Wildbad investieren. Diese Projekte im Kurpark sind in den kommenden Jahren geplant.

Die Stadt Bad Wildbad habe sich zu einem „Flaggschiff im Tourismus“ entwickelt, sagte Touristik-Geschäftsführerin Stefanie Bott jüngst bei einem Pressetermin. Das hat offenbar auch das Land Baden-Württemberg erkannt und investiert kräftig in der Stadt – sowohl beim Palais Thermal, wo bereits umfassend die Technik saniert wurde, als auch in den Kurpark.

 

„Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Vermögen und Bau ist hervorragend“, sagte Bott weiter. So liefen bereits jetzt die Arbeiten beim Vogelhaus, die Sanierung der Ladenzeile ist geplant – und das sind noch nicht alle Projekte. Insgesamt investiert das Land über das Amt für Vermögen und Bau einen hohen Millionenbetrag in Bad Wildbader Gebäude.

Die Arbeiten im Vogelhaus hätten begonnen, erzählte Bott weiter. Das soll jetzt bis April 2026 saniert werden und zum Beispiel eine Catering-Küche erhalten, damit darin Hochzeiten gefeiert werden können. „Das Land saniert unter Regie der Touristik“, so die Touristik-Chefin weiter. Das Land sei dabei „sehr gut auf uns zugegangen“ und habe „unsere Wünsche erfüllt“.

Ladenzeile im Kurpark soll saniert werden

Auch die Planungen für die Sanierung der Ladenzeile am Kurparkeingang laufen. „Wir kündigen auf Ende Dezember 2026 die Verträge mit den Pächtern“, so Bott weiter. Die Sanierung soll dann im Februar 2027 beginnen und zwei Jahre dauern. „Wir benötigen auch ganzjährigen Betrieb“, sagte die Touristik-Chefin weiter. So funktioniere derzeit die Heizung nicht, durch große Spalte unter der Tür ziehe die Kälte rein, sodass die Räume im Winter nicht nutzbar seien. „Es fehlen uns Einnahmen“, so Bott.

Christian Lindinger, der Leiter des Amts Pforzheim von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, erklärt, dass die „Instandsetzung zum Gebäudeerhalt und zur Attraktivitätssteigerung“ diene. Die Gesamtbaukosten beziffert er auf rund drei Millionen Euro. Die Ausführung soll je nach Haushaltslage 2027 und 2028 erfolgen.

Das alte Luft- und Sonnenbad im Kurpark

Eine weitere Baustelle im Kurhaus ist die alte Villa Rosa mit dem Luft- und Sonnenbad, die seit Jahren ungenutzt vor sich hin gammelt.

Auch dieser Gebäudekomplex soll laut Lindinger instand gesetzt werden. Das soll rund 1,5 Millionen Euro kosten. Die Planung hierfür soll 2026/2027 erfolgen, die Ausführung ist – je nach Haushaltslage – ebenfalls für 2027 und 2028 geplant.

Dazu gab es bereits 2019 erste Überlegungen. Nach diesen könnten in der ehemaligen Villa Ferienwohnungen entstehen, die von der Touristik vermarktet werden sollten.

Hauptwege des Kurparks

Auch die Hauptwege des Kurparks sollen instand gesetzt werden. Hier gebe es einen Sanierungsbedarf in allen Bestandteilen wie zum Beispiel Wege, Vegetation und Beleuchtung, teilt Lindinger weiter mit.

Die Gesamtbaukosten beziffert er auf rund drei Millionen Euro. Die Planung soll ebenfalls 2026, die Ausführung je nach Haushaltslage 2027/2028 erfolgen.

Auch Kurhaus soll saniert werden

Die größte Investition steht aber im Kurhaus an. Hier plant Vermögen und Bau eine komplette „Inneninstandsetzung“. Die wird richtig teuer. Lindinger sieht die Gesamtbaukosten bei rund 15,8 Millionen Euro.

Die Planung dafür soll in den Jahren 2027 und 2028 gemacht werden. Der Baubeginn könnte etwa 2029 erfolgen. Die Renovierung könnte „möglicherweise 2032“ abgeschlossen sein, so Lindinger weiter.

Auch Thermen sind Thema

Auch ins Palais Thermal wurde investiert. Zwei Saunen wurden neu gestaltet. Es gibt eine neue Außenbar und einen „sehr luxuriösen neuen Ruheraum“, sagte Jürgen Schwarz, Geschäftsführer des Staatsbads Bad Wildbad. Auch hier sei man also auf dem richtigen Weg.

„Nicht ganz so überragend“ läuft es bei der Vital Therme, was die Besucherzahlen angehe. Das liegt auch am Sanierungsbedarf. Die Diskussion um die Therme gebe es schon lange, aber „ich kann noch nicht sagen, wie es insgesamt am Bäderstandort weiter geht“, so Schwarz. Er stellt aber auch fest: „Die Gäste lieben ihre Therme.“

Mittelfristig müsse für die Vital Therme aber eine Lösung gefunden werden. Überall gebe es einen großen Investitionsstau. Da müssten viele Gelder reinfließen, um auf den heutigen Stand der Technik zu kommen. „Sie muss attraktiv sein, um neue Zielgruppen erschließen zu können“, so Schwarz weiter.

Weiter im Schwebezustand ist übrigens auch noch das Neue Eberhardsbad. Hier zeigt sich Lindinger eher zugeknöpft. „Es finden weiterhin Gespräche mit Interessenten statt“, sagt er auf Nachfrage unserer Redaktion.