Die einzelnen Kommissionen werden auf dem Gelände der Kurparkgärtnerei gewässert und verpackt. Foto: Jutta Schütz

Die Wildstrauch-Aktion für Privatgärten des BUND Bad Bellingen-Schliengen stößt auf reges Interesse. 18 verschiedenen Straucharten standen zur Auswahl.

Der BUND-Ortsverband Bad Bellingen-Schliengen hat zum dritten Mal nach 2022 eine Wildstrauch-Verschenkaktion zusammen mit dem Ortsverband Kandertal durchgeführt.

 

18 Wildstraucharten für heimische Gärten standen zur Auswahl.

162 Haushalte hatten sich beim Ortsverband gemeldet und Interesse an den Sträuchern bekundet.

Die von einer Baumschule angelieferten Sträucher wurden vor einigen Tagen auf dem Gelände der Kurparkgärtnerei von 13 Helfern nach den Bestellungen sortiert und dann abgeholt oder ausgeliefert.

Insgesamt, so die Ortsverband-Vorsitzende Martina Schwinger, wurden dieses Jahr 570 Wildsträucher bestellt – zudem gab es eine kleinere Reserve. Der BUND-Ortsverein hatte 2022 die erste Strauch-Verschenkaktion durchgeführt und diese dann 2024 aufgrund des sehr großen Erfolges wiederholt.

Haushalte bestellten viele Sträucher

Kommuniziert wurde die Aktion über die Amtsblätter der Gemeinden. Interessierte Bürger konnten sich auch am Stand des BUND beim MaLaPro bestellen. Haushalte aus Bad Bellingen, Schliengen und Umgebung durften auch dieses Mal bis zu drei Wildsträucher umsonst und weitere Sträucher zum Selbstkostenpreis bestellen. Davon wurde wieder reichlich Gebrauch gemacht.

Vor allem Gärten von Neubauten mit unterschiedlichen Wildsträuchern zu bepflanzen, um so mehr Nahrungsquellen und Verstecke für Vögel, kleine Wildtiere und Insekten zu schaffen, war die Idee der Initiatoren.

Die fertigen Päckchen werden verladen für Ausgabe an der WG Schliengen. Foto: Jutta Schütz

„Zudem sehen Sträucher, die zu verschiedenen Zeiten blühen und unterschiedliche Laubarten zeigen, viel besser aus als Einheitsbepflanzungen“, so Schwinger. Die Ortsverband-Vorsitzende bedankt sich bei der Gelegenheit bei der Firma Mayka aus Schliengen, die die Aktion auch dieses Mal mit einer großzügigen Spende unterstützte. Die restlichen Kosten für die Anschaffung der Sträucher trug der Ortsverband.

Felsenbirne, Wildrosen und Liguster sind der Renner

Geplant war die diesjährige Strauch-Verschenkaktion eigentlich nicht, aber 2024 zeigte sich mit 295 interessierten Haushalten eine Rekordbeteiligung: 1030 Wildsträucher wurden im vergangenen Jahr bestellt. Es gab noch mehr Interessenten. Daraufhin hatte die Ortsgruppe beschlossen, gleich in diesem Jahr die Verschenkaktion erneut zu starten. Die Artenvielfalt bei den Sträuchern wurde ausgeweitet.

2022 waren es 14 verschiedenen Sträucher gewesen, die man bestellen konnte, jetzt waren es 18. „Die für uns Menschen attraktiven Sträucher wie Felsenbirne, Wildrosen, Liguster und Blasenstrauch wurden stärker nachgefragt als eher unscheinbare, aber eben für Insekten sehr wertvolle Gehölze“, informierte Schwinger.

„Bei den persönlichen Gesprächen mit den Interessierten beim MaLaPro Anfang Oktober konnten wir dieses Jahr aber erfreulicherweise mehr Menschen davon überzeugen, solche eher unscheinbaren Sträucher wie Faulbaum, Pfaffenhütchen und Rote Heckenkirsche zum pflanzen“, freute sie sich. Portraits der 18 Straucharten waren auf der Homepage des Ortsverbandes eingestellt.

Seit 2022 wurden mehr als 2000 Wildsträucher gepflanzt

Eine Umfrage dazu, wie die Sträucher in den Gärten angewachsen sind, wurde bei den letztjährigen Bestellern durchgeführt. Die Umfrage ergab, dass die meisten Sträucher gut angewachsen sind. „Das heißt, dass in unserer Gegend aufgrund der Aktion seit 2022 über 2000 Wildsträucher den Weg in einen Garten gefunden haben – ein Gewinn für die Gärten und die Natur“, bilanzierte Schwinger.

Der Vorsitzenden war wichtig, den Bestellern einen ganz neuen Aspekt mit auf den Weg zu geben: „Es ist nicht schlimm, wenn Wildsträucher mal Läusen oder von Raupen an- oder kahlgefressen oder Wildrosentriebe der Rosenbürstenhornwespe zum Opfer fallen – die Sträucher, die auf diesem Weg ja auch Nahrung für Insekten bieten, stecken das locker weg, und die Raupen oder Läuse sind dann wiederum Nahrung für Vögel oder Kleintiere“, gab sie weiter.

„Genau hinschauen“

Blattläuse werden zudem von Marienkäferarten, Schwebfliegenlarven, Blattlauslöwen oder parasitischen Wespen in Schach gehalten, die befallene Pflanzen besuchen. „Und wenn man an einem Strauch auf einmal schön sauber ausgeschnitten Löcher entdeckt, ist das ein Grund zur Freude: Hier hat eine Blattschneidebiene Baumaterial für ihre Brutkammern geholt“, lädt die Vorsitzende Gartenfreunde „,mal zum spannenden und genauen Hinschauen“ ein.