Die durch den Brand entstehende Rauchsäule war am Mittwoch weithin zu sehen. Foto: Kristoff Meller

Staus und entnervte Autofahrer in Lörrach: Ein Großeinsatz der Feuerwehr sorgte für ein Verkehrschaos – und Anfeindungen der Einsatzkräfte.

Noch ist die Brandursache nicht bekannt. Doch der Groß-Einsatz beim Brand am Mittwochnachmittag in einem leerstehenden Firmengebäude am Grüttweg sorgte für Chaos auf zahlreichen Verkehrswegen in Lörrach, wie Polizeisprecher Thomas Batzel auf Anfrage mitteilte. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Verletzend waren indes manche verbale Entgleisungen von Verkehrsteilnehmern.

 

Flammen und Rauch

Polizei und Feuerwehr waren gegen 15.10 Uhr über Flammen und Rauch in dem früheren Steinmetzbetrieb alarmiert worden. Der Brand hatte sich auf den Dachstuhl ausgeweitet und zwischenzeitlich eine starke Rauchentwicklung ausgelöst. Das Dach des Gebäudes stand etwa zur Hälfte in Vollbrand, wie Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb am späten Nachmittag berichtete.

Die Einsatzkräfte wurden zum Teil von Autofahrern beleidigt. Foto: Kristoff Meller

Passanten, darunter auch Schüler auf dem Heimweg, wurden vorsorglich umgeleitet und mussten wegen der starken Rauchentwicklung einen Umweg in Kauf nehmen.

Die Straßen rund um die Brandörtlichkeit wurden zwischenzeitlich großräumig abgesperrt – auch die Bundesstraße 317. Die Sperrung war nötig, weil die Löschwasserversorgung über die Wiese und den Bach im Grütt erfolgte, Schläuche wurden über die Straße gelegt.

Stau in der ganzen Stadt

Entsprechend bildeten sich Staus an der Kreuzung nach Tumringen, sich sich bald auf viele Strecken im Stadtgebiet ausweiteten. „Schließlich kam der Einsatz zeitlich auch mit dem Berufsverkehr zusammen und hat sich bis auf die Autobahn-Ausfahrt ausgewirkt“, so Batzel. Gegen 18 Uhr konnte die B317 wieder frei gegeben werden. Bis sich der Knoten auflöste, dauerte es aber eine Weile, so der Polizeipressesprecher.

Viele Einsatzkräfte

Die Feuerwehr war zur Brandbekämpfung mit einer Vielzahl von Einsatzkräften ausgerückt. Insgesamt waren etwa 80 Einsatzkräfte und 16 Einsatzfahrzeuge der Lörracher Feuerwehr vor Ort, außerdem ein Tanklöschfahrzeug aus Weil am Rhein.

Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb erklärte, dass der Dachstuhl beim Eintreffen der Feuerwehr zur Hälfte in Vollbrand stand. Aufgrund des zugewachsenen Geländes, das seit Jahren brach liegt, seien die Löscharbeiten mit der Drehleiter aufwendig gewesen. Schließlich wurde mit einem Bagger der Dachstuhl eingerissen, um an die Glutnester heranzukommen. Aufgrund der Wetterlage stieg der Rauch nicht auf, sondern wehte in Richtung Haagen und Tumringen – und eine Warnung an die Bevölkerung ging heraus. „Es bestand aber keine konkrete Gefahr“, beruhigt er rückblickend. Der Aufruf an die Anwohner, die Fenster zu schließen, sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen.

Starke Rauchentwicklung

Aggressiv und rücksichtslos

Ortlieb beklagte auf Nachfrage indes das teilweise rücksichtslose Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer sowie verbale Beleidigungen der Einsatzkräfte. Ein teils aggressiver Unterton, den auch Polizeisprecher Batzel auf Nachfrage bestätigt. „Der Teil der Menschen, die ihre Eigeninteressen über das der Allgemeinheit stellen, steigt fühlbar an“, sagt Ortlieb. „Das ist schon traurig.“

Polizei sucht Zeugen

Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden, teilt die Polizei mit. Die Ermittlungen hat das Kriminalkommissariat Lörrach übernommen und bittet um Mitteilung verdächtiger Beobachtungen oder anderer sachdienlicher Hinweise. Das Kriminalkommissariat ist unter Tel. 07621 / 176-0 rund um die Uhr erreichbar.