Zum 1. Januar 2027 will Müllheim Große Kreisstadt werden. Die Verwaltung erläutert die Hintergründe und welche Änderungen dies mit sich bringen wird.
Nachdem die Stadt die gesetzlich erforderliche Marke von 20 000 Einwohnern dauerhaft überschritten hat, soll dieser „historische Schritt“ die zentrale Rolle Müllheims „als Herz und Motor des Markgräflerlands“ weiter stärken, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Mit dem Status einer Großen Kreisstadt würden wichtige neue Aufgaben, etwa die Wohngeldstelle durch die Stadt und die Ausländerbehörde durch den Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Müllheim-Badenweiler, übernommen.
Schon heute sei Müllheim ein zentraler Anlaufpunkt für die Region: Als frühere Kreisstadt (bis 1973) verfügt sie über Einrichtungen wie Amtsgericht, Finanzamt, Notariat, Polizeirevier, die Deutsch-Französische Brigade und ein Klinikum. Mit rund 5800 Schülern sei Müllheim der bedeutendste Schulstandort im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und als Mittelzentrum im Landesentwicklungsplan fest verankert.
Mehr Verantwortung
„Die Erhebung zur Großen Kreisstadt ist der logische nächste Schritt in unserer Stadtentwicklung“, wird Bürgermeister Martin Löffler in der Mitteilung zitiert. „Wir sind bereit und bestens vorbereitet, mehr Verantwortung für die Menschen in unserer Stadt und der gesamten Region zu übernehmen. Dieser Schritt festigt nicht nur unsere Position als leistungsstarkes Zentrum, sondern ermöglicht uns auch, Verwaltungsleistungen bürgernäher und effizienter zu gestalten.“
Der Antrag wird durch eine umfassende Dokumentation der Leistungsfähigkeit der Stadt untermauert. Müllheim steht laut der Verwaltung auf einer soliden finanziellen Basis mit einer maßvollen Verschuldung und guten Rücklagen. Der GVV Müllheim-Badenweiler ist seit seiner Gründung vor mehr als 50 Jahren schuldenfrei, hat noch nie Umlagen von den beteiligten Gemeinden erhoben und konnte hin und wieder sogar zusätzliche kommunale Aufgaben, wie die Flächennutzungsplanung, für die Verbandsgemeinden kostenfrei übernehmen, heißt es weiter.
Landesweit einzigartige Konstellation
Der zusätzliche Personalbedarf für die neuen Aufgaben wurde durch eine externe Organisationsuntersuchung ermittelt und ist in den Haushaltsplanentwürfen bereits vollständig berücksichtigt. So werden Stellen in der neu zu gründenden Wohngeldstelle, im Rechnungsprüfungsamt sowie bei der Unteren Ausländerbehörde (im GVV) geschaffen. Auch die räumlichen Voraussetzungen sind durch die Anmietung zusätzlicher Büros bereits gesichert, heißt es.
Eine landesweit einzigartige Konstellation ergibt sich laut der Mitteilung durch den GVV Müllheim-Badenweiler. Dieser würde künftig als Untere Ausländerbehörde für alle fünf Verbandsgemeinden (Müllheim, Badenweiler, Sulzburg, Auggen und Buggingen) mit insgesamt rund 35 000 Einwohnern zuständig sein. „Diese interkommunale Zusammenarbeit unterstreicht die hohe Verwaltungskompetenz und die besondere Rolle Müllheims in der Region“, ist die Verwaltung überzeugt. So ist die Stadt unter anderem auch Sitz des Gemeinsamen Gutachterausschusses Markgräflerland-Breisgau, der für 32 Kommunen zuständig ist.
Intensive Vorbereitung
Nach intensiver Vorbereitung und enger Abstimmung mit Landratsamt, Regierungspräsidium und Innenministerium blickt die Stadtverwaltung zuversichtlich auf das nun beginnende Antragsverfahren bei der Landesregierung.