Die Luft wird dünner und Rottweil ist wieder in einer Zeit, in der für Ausgaben jeder Euro zweimal umgedreht wird. Das bekommen die Vereine zu spüren. Die Hälfte der Zuschussanträge lehnte der Gemeinderat ab.
Der MUM-Verein mit der Ausfallzuschuss für den Ferienzauber, der Rugby-Club mit Fahrtkostenersatz für die Jugend und der Verein Rollbrett mit einem Grundstück für die Erweiterung des Skateparks können sich freuen. Ihre Anträge fanden am Mittwoch beim Auftaktabend der Haushaltsplanberatung die Zustimmung der Stadträte.
Indes: Die Narrhalla mit der Frage nach einer Mietkostenbeteiligung, der Turnverein mit den Schäden in der Au durch Hochwasser und die Arbeiterwohlfahrt mit der Erweiterung und Sanierung der Spittelmühle gehen leer aus. Das Gremium folgte den Empfehlungen der Stadtverwaltung und der strikten Marschroute von Oberbürgermeister Christian Ruf.
Die Spittelmühle
Am ausführlichsten diskutiert wurde dabei der Zuschussantrag für die Spittelmühle. Die SPD/FFR-Fraktion hatte auf den Verwaltungsvorschlag kurzfristig mit einem Antrag reagiert. „Wir können uns in der Fraktion nicht vorstellen, die Spittelmühle gar nicht zu unterstützen“, meinte Fraktionssprecherin Elke Reichenbach. Der Vorschlag, 60 000 Euro verteilt auf einen Zeitraum von drei Jahren zu gewähren, fand die Zustimmung der Grünen. Bei zehn Ja- und 15 Nein-Stimmen folgte die Mehrheit allerdings der Argumentation Rufs, der die Einrichtung als Aufgabe der Landkreise in der Region sieht. Den Zuständigkeitsaspekt zitierte Pascal Schneider (CDU) hier ebenso wie Hermann Breucha (FWV) als Erklärung für die Ablehnung des Antrags.
Einstimmig war zuvor die Entscheidung zugunsten des Rugby-Clubs ausgefallen. Beim Turnverein und der Narrhalla war es in den Abstimmungen bei jeweils einer Enthaltung geblieben. Für den Antrag des Vereins Rollbrett Rottweil hatte es eine Gegenstimme und eine Enthaltung gegeben.
Dämpfer für den Ferienzauber
Dass die Stadt mit bis zu 10 000 Euro einspringt, wenn der MUM-Verein beim Ferienzauber ein Defizit erwirtschaftet, wollten immerhin sieben Stadträte nicht mehr weiter mittragen. Elke Reichenbach hatte das in der Beratung bereits angekündigt. Ingeborg Gekle-Maier (Grüne) und Harald Sailer (FDP) betonten, dass sie für 2025 nochmals zustimmen. Eine Erhöhung des Zuschusses, wie vom MUM bereits angesprochen, schloss die Grünen-Sprecherin gleichwohl kategorisch aus. Sailer schlug stattdessen vor, den Bierpreis um 50 Cent anzuheben.