Zurzeit gastiert eine Schausteller-Familie mit ihrem Hüpfburgenpark in Bisingen – und dieser ist unlängst Opfer von Vandalismus geworden.
Ein Traum für Klein und Groß: Wie in jedem Jahr gastiert seit einigen Wochen „Bobbys Hüpfburgenpark“ auf der Festwiese beim Schulzentrum Bisingen. Betrieben wird das Angebot von Schaustellern aus Ebingen.
Die Familie reist mit ihren 23 Hüpfburgen durch Süddeutschland – und startet traditionell in Bisingen. Das Leben als Schausteller wird jedoch immer schwieriger, berichtet Sarah Brehm, Betreiberin des Parks: Immer wieder komme es vor, dass mutmaßlich Jugendliche im Schutze der Nacht Vandalismus begehen. So auch unlängst in der Kirchspielgemeinde. In der Nacht zum Donnerstag hatten Unbekannte wohl einen illegalen Böller über den Zaun auf eine der Hüpfburgen geworfen.
Der Böller verursachte einen lauten Knall, der die Betreiber aufschrecken ließ. Beim Blick auf das Gelände sahen sie Flammen an einer der größten und neusten Hüpfburgen. Die Elefenten-Rutsche, gerad einmal zwei Jahre alt, brannte. Mit einem Pulverlöscher konnten sie den Brand schnell selbst bekämpfen.
Der Schaden liegt bei mehreren Tausend Euro
Der Schaden geht jedoch in die Tausende. Neu koste eine Hüpfburg dieser größe bis zu 10 000 Euro. Da sie gebraucht ist, rechnet Brehm mit einem Zeitwert von rund vier bis fünftausen Euro. Eine Summe, die sie ersteinmal verdienen müssen – bei den Witterungsverhältnissen im Frühjahr oft noch schwierig, denn der Park hatte vor Ostern aufgrund des Schneefalls außerplanmäßig geschlossen. Die Kassen sind nach der Winterpause leer und sind aufgrund des Wetters erstmal leer geblieben. Die Flammen zerstörten mehrere Lagen der Hüpfburg, die aus Lkw-Planen besteht. Die Reparatur ist nicht möglich.
Doch die Sorge der Schausteller reicht noch weiter: Sie selbst leben während ihres Aufenthalts in Wohnwagen direkt neben der Anlage, berichtet Manjana Heilig, Schwägerin der Betreiberin. Sie möchten sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn ein solcher Brandanschlag auf die Wohnwägen gerichtet oder Feuer übergreifen würde. In den Wohnwägen wird mit Gas geheizt und gekocht, was die Gefahr größer macht.
Die Schausteller leben in den Sommermonaten ausschließlich in ihren Wohnwagen und ziehen immer nach ein paar Wochen weiter zum nächsten Standort. Ihr kompletter Lebensmittelpunkt ist ihr Hüpfburgenpark.
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese laufen nun vorerst gegen Unbekannt. Als der Brand in der Nacht festgestellt wurde, waren der oder die Täter bereits über alle Berge. Die Erfolgsaussichten, den Verursacher ausfindig zu machen, sehen laut den Betreibern nicht allzu gut aus. Sie appellieren daher vor allem an die Jugendlichen, nicht nur die „Mutprobe“ oder den „Nervenkitzel“ zu sehen, sondern auch den Schaden, den sie damit finanziell anrichten und die Gefahr, die von einer solchen Aktion ausgeht. Gerade für Schausteller, die oft finanziell mit einem Minimum auskommen, ist ein solcher Schaden besonders ärgerlich. Die Eintrittspreise für den Park sehen solche spontanen Kosten nicht vor.
Laut Brehm habe es in der Vergangenheit selten Probleme gegeben. Gerade in diesem Jahr hätten sie aber bereits mehrfach mit Jugendlichen Probleme gehabt. Auch tagsüber, wenn diese als Besucher im Park sind. Brehm erklärt, dass sie erst vor inigen Tagen mehreren Halbstarken den Rauswurf angedroht habe, da sie auf Fangnetze und Sicherungen kletterten. Auch ein Diebstahlsversuch habe es schon gegeben, der jedoch rechtzeitig bemerkt wurde.
Betreiber prüfen Überwachung mit Kamers
Um solchem Vandalismus vorzubeugen, prüfen die Betreiber nun auch eine Videoüberwachung ihrer Anlage. Bisher sei das nicht nötig gewesen, meint Brehm, will aber zukünftig nicht auf den Kosten solcher Schäden sitzen bleiben. Für sie bleibt die Hoffnung, dass sich die Täter melden. Vielleicht hatten sie selbst nicht erwartet, dass ein Böller einen solchen Schaden anrichten kann. Bis zum 26. April steht „Bobbys Hüpfburgenpark“ noch in Bisingen. Und Brehm werde bis dahin wohl einige schlaflose Nächte haben, verrät sie.