Havarie an der Hechinger Schillerstraße: Tonnenweise Wackersteine purzelten aus der Mulde des umgekippten Sattelzugs. Foto: privat

Ein schwer beladener Sattelzug geriet an der Schillerstraße in extreme Schieflage und musste mithilfe eines Krans wieder aufgestellt werden.

Man mag sich gar nicht ausmalen, was da hätte passieren können“: Martin Kreller, Abteilungskommandant der Hechinger Kernstadt-Feuerwehr, war noch am Morgen danach beeindruckt davon, was sich am späten Dienstagnachmittag in der Schillerstraße am Hechinger Schloßberg ereignet hat.

 

Gegen 16.30 Uhr, so berichtet die Polizei, wurden an einer Baustelle wuchtige Natursteine vom Anhänger eines Sattelzugs abgeladen. Während dieses Vorgangs sank der Anhänger ins Erdreich ein, so dass der Anhänger samt Lkw in extreme Schieflage geriet.

Das Dramatische an der Situation: Die Mulde des 15 Tonnen schweren Lastzugs mit den 23 Tonnen schweren Wackersteinen stand halb gekippt im 45-Grad-Winkel an einer Böschung und hing gewissermaßen an einem seidenen Faden: einem stark verbogenen, zum Zerreißen gespannten Hydraulikzylinder.

Hydraulikzylinder drohte zu brechen

„Durch die starke Biegung drohte der Hydraulikzylinder zu brechen“, schildert Martin Kreller die Gefahr. In diesem Fall drohten nicht nur bis zu 300 Liter Hydrauliköl mitten im Wohngebiet auszulaufen, sondern auch die tonnenschweren Steine unkontrolliert durch die Gegend geschleudert zu werden. Außerdem war die Strom-Oberleitung, die über die Straße führt, bedroht.

Die mit 23 Tonnen Wackersteinen beladene Mulde eines Lkw wurde nur noch von einem verbogenen, zum Zerreißen gespannten Hydraulikzylinder gehalten. Foto: privat

Äußerst behutsames Vorgehen war gefordert. Die Hechinger Feuerwehr, die unter der Leitung von Kreller und Thorsten Killmayer mit 17 Mann und drei Fahrzeugen, darunter die Drehleiter, im Einsatz war, sicherte zunächst den Lkw, ließ vorsichtshalber für zwei Stunden den Strom abstellen und verschloss den Abwasserkanal – für den Fall, dass Hydrauliköl auslaufen würde.

Bergungsunternehmen und Feuerwehr arbeiten zusammen

In Zusammenarbeit mit einem parallel beauftragten Bergungsunternehmen, das den Kran stellte, arbeiteten die Feuerwehrleute Schritt für Schritt daran, die prekäre Situation zu entschärfen. Mit einem Bagger wurde die Mulde Stein für Stein entleert.

Es galt, jede Erschütterung zu vermeiden, um den seidenen Faden namens Hydraulikzylinder nicht zum Bersten zu bringen. „Da wurden mit größter Vorsicht riesige Massen bewegt“, sagt Martin Kreller. „Erst als der gekippte Lkw wieder auf den Rädern stand, war die Gefahr gebannt.“ Bis 20.50 Uhr dauerte der zeitaufwendige Einsatz.

Am Ende war dank des umsichtigen Vorgehens der Einsatzkräfte alles noch einmal gut gegangen: Niemand wurde verletzt, der Sachschaden hält sich laut Polizei in Grenzen, kein Hydrauliköl war ausgelaufen, und der Strom konnte von Mitarbeitern der Netze BW wieder angeknipst werden. „Das ist alles relativ glimpflich ausgegangen“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. Die weiteren Ermittlungen, auch zur Schadenshöhe, hat das Polizeirevier Hechingen aufgenommen.