Ein Forstarbeiter wurde unter zwei Bäumen eingeklemmt. Wegen des steilen Geländes konnte nur ein Hubschrauber den Schwerverletzten bergen.
Es waren teils dramatische Szenen, die sich am Samstag in einem Mühlenbacher Wald abspielten. Und es war am Ende ein Einsatz, der auch bei den hinzugerufenen, hart gesottenen Feuerwehrleuten den Blutdruck steigen ließ: Bei Forstarbeiten war ein Mann unter zwei Bäumen eingeklemmt worden und dabei schwer verletzt worden. Glücklicherweise war er nicht allein vor Ort: Sein Bruder setzte umgehend einen Notruf ab, der die Feuerwehren Mühlenbach und Haslach, den Rettungsdienst und die Polizei auf den Plan rief. Doch nicht nur das: Auch die Bergwacht und ein Rettungshubschrauber wurden alarmiert. Nicht ohne Grund: Der Unfallort war eine extrem schwer zugängliche Stelle an einem Hang und dazu noch mitten im Wald.
„Als wir gegen 11 Uhr eintrafen, hatte der Bruder den Verletzten schon selbst frei gesägt“, berichtet Mühlenbachs Feuerwehrkommandant Pascal Uhl auf Anfrage unserer Zeitung. Auch wenn der verletzte Mann nun nicht mehr unter den Bäumen begraben war, gestaltete es sich für die Einsatzkräfte schwierig, zu ihm zu gelangen. Das Gelände war so steil, dass sie ihn nur mit Hilfe einer an den Hang gelegten Leiter erreichen konnten. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus, dass der Mann nicht wie bei der Alarmierung angegeben lebensgefährlich verletzt war. Sein Bein war offensichtlich gebrochen, das zweite wahrscheinlich auch oder zumindest schwer in Mitleidenschaft gezogen. „Er hatte mehrere Brüche, aber zum Glück war keiner davon lebensbedrohlich“, fasst Uhl zusammen.
Doch nun standen die Einsatzkräfte vorm nächsten Problem: Wie sollten sie den Mann bergen? Der Notarzt entschied, dass es aufgrund seiner schweren Verletzungen außer Frage stand, den Mann über die Leiter zu einem der wartenden Rettungsfahrzeug zu transportieren. Nun erwies es sich als Glück, dass der Rettungshubschrauber vor Ort war: Er war eigentlich nur zum Unfallort geflogen, weil man anfangs von viel schwereren Verletzungen beim Forstarbeiter ausgegangen war. Doch nun stellte er die einzige Möglichkeit dar, den Verletzten unbeschadet aus dem schwierigen Gelände zu bergen.
Diese Art der Rettung brachte jedoch andere Schwierigkeiten mit sich. „Eine Stromleitung war ganz in der Nähe und wir mussten Kontakt zum E-Werk aufnehmen, da im Raum stand, ob die Leitung ausgeschaltet werden musste“, berichtet Uhl. Dies war jedoch nicht nötig. Vom Pilot würde der Einsatz trotzdem besonderes Geschickt erfordern, denn im Kronendach über dem Unfallort war nur eine kleine Lücke, durch das der Hubschrauber den Verletzten nach oben ziehen konnte. Nachdem der Hubschrauber in Position war, seilte sich der mitgeflogene Arzt ab. Der Forstarbeiter wurde in einen Rettungskorb gelegt.
Eine nahe Stromleitung stellt eine Gefahr dar
Nachdem er und der Mediziner gesichert waren, zog der Helikopter beide vorsichtig nach oben – sicher an den nah stehenden Bäumen und der Stromleitung vorbei und endlich in den freien Luftraum.
Ein Moment, der auch für die insgesamt 40 Feuerwehrleute aufregend war: „Da wird einem schon anders. So einen Einsatz erlebt man schließlich nicht alle Tage und da muss man vieles improvisieren“, so Kommandant Uhl. Die Nervosität sei bei ihm und seinen Kameraden angesichts des riskanten Manövers hoch gewesen. Doch für den Piloten seien solche wohl nicht ungewöhnlich und dementsprechend bravourös hab er es gemeistert.
„Das war für uns ein außergewöhnlicher Einsatz und ich kann alle Einsatzkräfte sowie den mutigen Piloten nur loben“ fasst Pascal Uhl am Ende zusammen.
Aufgabe der Feuerwehr
Die Feuerwehr hatte währen des Einsatzes die Aufgabe, den Unfallort zu sichern. Sie sorgte unter anderem dafür, dass die Bäume, unter denen der Forstarbeiter zuvor eingeklemmt war, nicht erneut auf jemanden fielen und koordinierte die Einsatzfahrzeuge. Schließlich sei der Wald nicht darauf ausgelegt, dass so viele dort fahren, so Kommandant Uhl.