4000 Hästräger und unzählige Zuschauer – der abschließende große Umzug am Sonntag krönt das gelungene Narrenringtreffen in Lauffen.Hier sind die Bilder.
Es ist ein riesengroßes Fest zum 75. Geburtstag der Lauffener Fasnet und das gelungenes Ringtreffen mit neuem Format kommt gut an.
24 Narrenzünfte und Musikkapellen sowie die Guggenmusik Näckergamper aus Deißlingen sorgten für fröhliches Narrentreiben im kleinen Lauffen, das sich für das 55. Ringtreffen des Narrenrings Schwarzwald-Baar-Heuberg einiges hatte einfallen lassen. Auch aus Anlass des 75. Geburtstags ihrer Zunft, deren Macher alle Hände voll zu tun hatten.
Mit großem Erfolg: Erstmals gab es bei einem Ringtreffen ein richtiges Narrendorf, bei dem die Zünfte nicht nur ihr Brauchtum präsentierten, sondern auch in und um die Zehntscheuer das dazugehörige Handwerk. So zeigten die Nendinger Narren, wie man Nägel schmiedet und Strohbären einwickelt, Raimund Ilg und sein Enkel Felix aus Lauffen führten vor, wie man Larven aus Lindenholz schnitzt, aber auch die Herstellung von Glockenriemen, Narrenscheren oder Lederplätzle kam nicht zu kurz.
Auf der Bühne durften die Kinder die Geschichten der Lauffener Fasnet und Narrenlieder aufführen, auch Showtänze des Nachwuchses gab es.
Fiaßwäsch macht den Auftakt
Den fröhlichen Auftakt des Ringtreffens machte am Samstagvormittag die große Fiaßwäsch. Und weil dabei auch alle Gast-Zunftoberen ihre Füße ins kalte Wasser stecken durften – oder mussten – , nahm man Speiskübel statt dem kleinen Polterrainbrunnen.
Die dazugehörige Rede von Lauffens Zunftmeister Matthias Krotz hielt dieser kurz, so dass sich auch keiner der – teils in Badelatschen angetretenen – Gäste einen Schnupfen holte. Danach übernahmen es die Gäste aus Heinstetten, mit reiner Muskelkraft und unter viel Anfeuerungsrufen den Lauffener Narrenbaum aufzustellen.
Sonnenschein und Kärrele-Rennen
Zum Nachmittagsprogramm gabs dann nicht nur Sonnenschein, sondern auch das Kärrele-Rennen, bei dem das gemischte Doppel aus Deißlingen und Lauffen, nämlich Bürgermeister Ralf Ulbrich und Ortsvorsteher Karl Heinz Maier, zwar nicht am schnellsten ins Ziel kam, aber dafür am originellsten: Die beiden hatten nämlich die Rollen getauscht.
Was für den Schultes eine nicht gerade leichte Aufgabe war, sein Lauffener Kollege bringt doch einiges mehr auf die Waage. Spaß hatten dabei jedenfalls alle, auch beim Wett-Deichelbohren, das die Spaichinger Narren organisiert hatten. Hier gings um Kraft und Geschicklichkeit, und das Deißlinger Team holte immerhin den dritten Platz.
Viele Lacher beim Narrengericht
Am meisten zum Lachen bot das Narrengericht, das erstmals in Lauffen tagte – normalerweise verurteilen Richter und Staatsanwalt Schmeh und ihre Beisitzer und Gerichtsdiener des gleichen Namens nur an Dreikönig in Deißlingen. Dieses Mal war Lauffens Narrenchef Matthias Krotz angeklagt – und damit auch schnell abgeurteilt.
„Mäxle“ Krotz hatte beim Neujahrsempfang den Besuchern des Ringtreffens empfohlen, am Deißlinger Sportgelände zu parken und die zehn Minuten nach Lauffen zu Fuß zu gehen. Von wegen zehn Minuten, Erdkunde: Mangelhaft, bescheinigten ihm die Schmehs. Drum muss er demnächst das hohe Gericht am dortigen Parkplatz abholen und dann im Lauffener Narrenstüble bewirten.
Das Bier vergessen
Ähnlich erging es Kurt Szofer, Präsident des Narrenrings: Er vergaß das Bier für den Ausflug mit den Ring-Kollegen und muss dafür nun beim Fest der Deißlinger Zunft am 21. Juni im Bärengarten Bier ausschenken. Verurteilt wegen schwerer Vergehen wurden ebenso der Aldinger Zunftmeister Ralf Schräpel – er hatte beim eigenen Zunftempfang das Schorle vergessen, und die Aixheimer Chefs Andreas Grathwohl und Michael Bader, in deren Narrenrat Frauen immer noch nichts zu sagen haben.
Tausende Zuschauer säumen die Straßen
Am Sonntag ließen sich dann Tausende Zuschauer den großen, farbenprächtigen Umzug nicht entgehen und säumten die Straßen. Natürlich hatten sie auch die passenden Narrenrufe parat und wurden reich beschenkt.
Mit dabei waren Narren aus der ganzen Region, von Sulz bis Nendingen und von Dotternhausen bis Nusplingen und Mariazell. Wilde Hexen, schöne Gschellnarren oder Bauersweible, dazu die riesigen Esel aus Frittlingen, die gern mal Hüte klauen, und auch die außergewöhnliche Musikertruppe aus Lauterbach, die nicht nur Narrenmärsche kann, sondern auch eine menschliche Pyramide. Und auch der Wettergott war den Narren an diesem gelungenen Wochenende hold.