Hohe Wellen schlägt im Oberen Wiesental aktuell die Frage, ob Tunau mit Schönau einen Verwaltungsverbund eingehen oder gar eingemeindet werden soll.
Der Gemeinderat Schönau schlägt in seiner jüngsten Sitzung eine defensive Marschrichtung vor. Es brodelt gewaltig im Wiesental, seit die Kommunalaufsicht angesichts der Finanzlage in Tunau ein Zusammengehen mit Schönau ins Gespräch gebracht hat.
In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung Ende Juni hatte Tunaus Bürgermeister Dirk Pfeffer über das Gespräch mit der Kommunalaufsicht zur Haushaltssituation der Gemeinde Tunau berichtet. Die Bürger wurden in dieser öffentlichen Sitzung über die finanzielle Lage in Kenntnis gesetzt. Im Protokoll ist beim Tagesordnungspunkt unter anderem Folgendes zu lesen: „Nach dem Austausch aller Argumente kam auch deutlich eine mögliche Gebietsänderung zur Sprache.
Zusammenschluss prüfen
Aus Sicht des Landratsamtes würde es Sinn machen, eine Eingliederung beziehungsweise einen Zusammenschluss mit der Stadt Schönau im Schwarzwald auf Verwaltungsebene zu prüfen.“ Gemeindegrenzen könnten freiwillig durch Vereinbarung der beteiligten Gemeinden mit Genehmigung der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde geändert werden.
Bürgermeister Pfeffer hatte hierauf klar kommuniziert, dass sich in der Stadt Schönau im Schwarzwald vermutlich kaum eine Mehrheit für eine Eingliederung der Gemeinde Tunau finden würde. Dies vor dem Hintergrund der defizitären Lage sowie der vorhandenen Verschuldung von rund 532 000 Euro.
Selbst die Stadt Schönau im Schwarzwald steht aktuell vor einer schwierigen finanziellen Lage mit stark zurückgehenden Rücklagen. An diesem Mittwoch hat Bürgermeister Peter Schelshorn einen Termin im Landratsamt zum Thema Tunau und bat hierzu den Gemeinderat um ein Stimmungsbild. „Wie steht der Gemeinderat grundsätzlich zu einer engeren Zusammenarbeit mit Tunau oder Eingemeindung als langfristige Lösung?“.
„Miteinander reden“
Zuvor musste er allerdings dem Fröhnder Bürgermeister Michael Engesser einen Seitenhieb verpassen. Dieser hatte gegenüber unserer Zeitung geäußert, nicht Tunau sei das Sorgenkind, sondern Schönau, denn Schönau sei „faktisch pleite“. Schelshorn befand den Vorstoß seines Amtskollegen als „unverschämt“. Engesser habe „sehr unqualifiziert über Schönau gesprochen“. Sachlich äußerte sich anschließend Jesko Anschütz (FW). Über alles gehe der „Friede im Tal“. Solange Tunau nicht aktiv werde, halte er sich zurück. Dieser defensiven Haltung schloss sich der gesamte Gemeinderat an.
Prekur: „Nicht übereinander, sondern miteinander reden.“
Marika Prekur regte an, „nicht übereinander, sondern miteinander“ zu reden. Sie fand es nicht gut, von Lörrach unter Druck gesetzt zu werden. Mechthild Münzer (CDU), glaubt, dass ein Zusammengehen keine Option sei.
Fraktionskollege Alexander Knobel bot allenfalls Unterstützung an. Michael Schröder (SPD) pflichtete bei: „Tunau muss den ersten Schritt machen.“ Die Verwaltung hatte sich zwar offen für Kooperationsgespräche gezeigt, lag am Ende aber auf einer defensiven Linie mit der Meinung im Rat. Schelshorn fasste zusammen: „Der erste Schritt muss von Tunau kommen.“