Die beheizbare Radbrücke in Tübingen sorgt für Aufsehen und wird auch in der Region heiß diskutiert. Wurde Geld zum Fenster rausgeschmissen, wie manche Kritiker meinen? Nun meldet sich auch Oberbürgermeister Boris Palmer zur Debatte zu Wort.
In seinem erneuten Beitrag zur neuen Radbrücke hat der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer etwas auf dem Herzen.
Denn das neue Bauwerk werde „als teuerste Radbrücke Deutschlands gelabelt, und das auch noch beheizt“. Als Beispiel hat Palmer die Bild-Zeitung abfotografiert. Diese titelte: „Das blaue Wunder von Tübingen“.
Der bekannte Eutinger Sebastian Lazar kommentiert
Der erneute Facebook-Beitrag erhält viel Zuspruch. „Ein starkes Projekt. Hoffentlich machen viele anderen Städte die blauen Brücken nach. Dann tut sich was im Land“, kommentiert der Eutinger Sebastian Lazar – für die Freie Wählervereinigung (FW) im Freudenstädter Kreistag – auf Palmers Facebook-Seite.
Viele Kommentare fallen in diesem Beitrag ähnlich positiv aus wie der von Lazar. Das war in den vergangenen Tagen allerdings nicht immer so.
Diese drei „Empörungswellen“ möchte Boris Palmer entkräften
Deswegen möchte Palmer in dem Beitrag „drei Empörungswellen“ entkräften.
Der erste Kritikpunkt laute: Verschwendung von Steuergeld. Der Tübinger OB kontert: „Komischerweise interessiert diese Leute – meistens mit Auto im Profil und weit weg von Tübingen – überhaupt nicht, dass in Berlin 700 Millionen Euro für drei Kilometer Autobahnverlängerung verbraten werden. Das ist dann schon okay.“
Die zweite „Empörungswelle: „Wer braucht denn sowas?“ Palmer reagiert: „Antwort. Wir Tübinger schon, bei uns sind die Radwege voll und auf den Hauptachsen sind 5000 bis 10.000 Radler im Tag unterwegs.“
Und dritter Kritikpunkt: Die Heizung ist dekadent. Palmer widerspricht vehement: „Nein, sie ist einfach sinnvoll. Sie spart die Kosten für Räumen und streuen, die nur mit Handarbeit möglich wären. Und sie verlängert die Lebensdauer der Brücke, weil wir den Stahl vor Korrosion durch Tausalz schützen.“
Boris Palmer klärt über die Zuschüsse auf
Das Fazit des Tübinger OBs: „Also, alles gut durchdacht und wohl abgewogen. Und nein, man hätte damit auch nicht irgendwas anderes finanzieren können, die Zuschüsse von 12 Millionen Euro waren zweckgebunden für den Radverkehr, den auszubauen Bund und Land zum Ziel erklärt haben. Hätten wir die Mittel nicht nach Tübingen geholt, wären sie in andere Städte geflossen aber immer in den Radverkehr.“