Die Nachricht hat in Haigerloch Bestürzung ausgelöst: Harald Hemmer (61), Chef der Firma Hemmer Haustechnik, ist am vergangenen Donnerstag überraschend verstorben.
„Plötzlich wurde er aus dem Leben gerissen“, erklärt die Familie nach seinem überraschenden Tod, der nicht nur im Familien- und Freundeskreis, sondern natürlich auch in den Reihen der etwa 30-köpfigen Belegschaft große Bestürzung ausgelöst hat. Nachdem Harald Hemmer das Unternehmen vor über 30 Jahren von seinem Vater übernommen hat, hat er es mit großem Weitblick und viel fachlichem Wissen weiterentwickelt und zu dem gemacht, was es heute ist. Seine Belegschaft schätzte ihn nicht nur als Chef, Mentor und Vorbild, sondern auch als väterlichen Freund.
Die Vollendung seines Lebensprojektes kann Harald Hemmer nun leider nicht mehr miterleben: Im Juni des vergangenen Jahres war im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Firma Hemmer der Spatenstich für ein komplett neues Firmengebäude im Haigerlocher Gewerbegebiet „Lichtäcker“ erfolgt. Es soll in diesem Sommer fertiggestellt werden.
Harald Hemmer war am 8. Mai 1964 in Rottweil als Sohn des aus dem Westfälischen stammenden Vaters Dieter und seiner aus Hausen am Tann gebürtigen Mutter Martha zur Welt gekommen. Vier Jahre später wurde seine Schwester Petra geboren. Als Harald neun Jahre alt war, zog die Familie 1973 von Dotternhausen nach Haigerloch, wo Vater und Seniorchef 1975 Dieter Hemmer einen Heizungsbaubetrieb gründete und den Schritt in die Selbstständigkeit machte. Sohn Harald besuchte währenddessen die Realschule; danach schlug er mit einer Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur denselben Berufsweg wie der Vater ein. Von Kindheit an waren es er und seine Schwester gewohnt, dem Vater bei der Arbeit unter die Arme zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wurde.
1990 legte er schließlich die Meisterprüfung als Gas- und Wasserinstallateur bei der Handwerkskammer Reutlingen ab, dieser ließ er 1993 eine zweite Meisterprüfung im Zentralheizungs- und Lüftungsbau folgen. Am 30. Mai 1993 übernahm Harald Hemmer den Betrieb von seinem Vater.
Privat fand Harald Hemmer im Alter von 24 Jahren mit Rosmarie Higi aus Trillfingen sein Glück. 1988 heirateten die beiden. Aus der Ehe entstammen Sohn Marc und Tochter Nadine.
Stolz auf drei Enkel
Auch Marc trat in die Fußstapfen von Großvater und Vater, 2013 legte er seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Konstanz ab und in der Familie Hemmer war man natürlich stolz, dass drei Generationen von Handwerksmeister im selben Betrieb arbeiten – so was gibt es selten.
Inzwischen gibt es mit Dominik (9), Fabian (7) und Luka (1/2) drei Enkelsöhne, die Harald Hemmers ganzer Stolz waren.
Obwohl ihn seine Firma sehr in Anspruch nahm, fand er Zeit für Hobbys und gesellschaftliches Engagement. Der 61-Jährige war Mitglied in vielen Haigerlocher Vereinen und unterstützte jegliche Vereinsaktivitäten. Selbst spielte Hemmer Tischtennis, zunächst in Bad Imnau, später in Empfingen.
Zehn Jahre Gemeinderat
Als Chef einer Haigerlocher Firma füllte er sich natürlich der Tradition verpflichtet – diese dokumentierte sich durch die Mitgliedschaft in der Ehrsamen Handwerkervereinigung Haigerloch und der Teilnahme am jährlichen Handwerkerjahrtag am Kirbemontag.
Auf dem kommunalpolitischen Parkett war Harald Hemmer ebenfalls unterwegs. Für die CDU übte er von 2004 bis 2014 zwei Legislaturperioden lang ein Mandat im Haigerlocher Gemeinderat aus, außerdem war er Teil des Beschließenden Ausschusses der Stadt – dem Vorläufer des heutigen Ortschaftsrates.
Die Trauerfeier findet am Freitag, 23. Januar, ab 13 Uhr in der St.-Anna-Kirche in Haigerloch statt. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Haigerlocher Friedhof.