Wolfgang Schmelz bei seiner Verabschiedung von der Seelsorgeeinheit Rust in Grafenhausen Foto: Rest

Der Tod von Wolfgang Schmelz hat bei Freunden, Wegbegleitern und Gläubigen der Seelsorgeeinheit Rust Bestürzung ausgelöst. In Kappel trat Schmelz 1970 sein Vikariat an.

Der plötzliche und unerwartete Tod von Pfarrer Wolfgang Schmelz (83 Jahre) hat bei vielen Menschen große Trauer und Bestürzung ausgelöst. Nicht nur im Wohnstift der Fächerresidenz in Karlsruhe, sondern auch in der ehemaligen Seelsorgeeinheit Rust, zu deren Gläubigen Pfarrer Schmelz bis zuletzt engen Kontakt pflegte.

 

Als Pfarrer Keller am Sonntag die traurige Nachricht verkündete, ging ein spürbares Raunen durch die Kappler Kirche. Am 23. Mai 2026 wurde Pfarrer Wolfgang Schmelz von seinem Schöpfer in die Ewigkeit gerufen. So wie das damals bei seiner Verabschiedung im Kirchenlied erklang „Meine Zeit steht in Deinen Händen“.

Wolfgang Schmelz wurde in Hardheim geboren und 1970 im Freiburger Münster zum Priester geweiht. Seine erste Vikarsstelle trat er 1970 in Kappel an, wo er bereits zu Beginn seines Wirkens mit dem plötzlichen Tod des damaligen Pfarrers Heinrich Beiser konfrontiert wurde. Nach mehreren Stationen als Seelsorger kam er schließlich 1998 nach Rust. Ein Jahr später übernahm er zusätzlich die Pfarrgemeinde Ringsheim. Nach der Zurruhesetzung von Pfarrer Morath im Jahr 2002 wurden ihm als Pfarradministrator auch die Pfarrgemeinden Kappel und Grafenhausen übertragen. Ebenfalls im Jahr 2002 wurde unter seiner Leitung die Seelsorgeeinheit Rust gegründet.

Die Fächerstadt wurde sein Zuhause

Mit 69 Jahren trat Pfarrer Wolfgang Schmelz im Oktober 2012 in den Ruhestand. Der Abschied von der Seelsorgeeinheit Rust fiel ihm damals nicht leicht. „Abschied ist beladen mit Vergangenheit“, sagte er in seinen Abschiedsworten. Viele Menschen seien in der Seelsorgeeinheit ein gutes Stück ihres Lebens gemeinsam mit ihm gegangen, so Schmelz. Seinen Ruhestand verbrachte er im Wohnstift der Fächerresidenz in Karlsruhe. Dort war er aufgrund seiner offenen und herzlichen Art sehr beliebt und geschätzt. In zwei Pflegeheimen feierte der Pfarrer im Ruhestand regelmäßig Gottesdienste für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Seine große Leidenschaft galt auch dem Fußball. Als treuer Anhänger des Karlsruher SC besuchte er die Heimspiele regelmäßig mit dem Fahrrad. Noch beim letzten Heimspiel vor wenigen Tagen war er als Dauerkartenbesitzer im Stadion dabei.

Im Ruhestand radelte er oft zu den Heimspielen seines Karlsruher SC

Mit offenem Herzen und stets bereit zu einem persönlichen Gespräch – so kannten die Menschen ihren Pfarrer Wolfgang Schmelz.

Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke. Neben der Verwaltung, den Mitarbeitern und den Bewohnern der Karlsruher Pflegeeinrichtungen trauern auch viele Wegbegleiter aus der Seelsorgeeinheit Rust um einen aufrichtigen und offenen Seelsorger, der in seinen vielen Priesterjahren bleibende Spuren in und über die Region hinaus hinterlassen hat.

Gedenken

Das Requiem für Pfarrer Wolfgang Schmelz findet am Freitag, 5. Juni, um 11 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Karlsruhe statt. Diese befindet sich in der Grenadierstraße 15 in der Karlsruher Nordstadt.