Zu Ostern gibt es zahlreiche Traditionen, auch in der Region. Diese reichen von religiösen Bräuchen bis hin zu Spielen. Wir geben einen Überblick.
Das Ostfest rückt näher. Dekorationen werden dafür aufgehängt, Eier werden gekocht und bemalt. Man freut sich auf ein paar freie Tage mit der Familie, das Verstecken und Suchen von Nestern - und man freut sich auf gutes Essen.
Mit zur Osterzeit gehören auch dazu passende Traditionen, Bilder und Brauchtümer. Vom klassischen, tierischen Dekorationen oder Ostereiern bis hin zu größeren Gebräuchen, Osterfeuern, Osterwegen oder österlichen Spielereien.
Bei diesen Bräuchen treffen teils jahrhundertealte Traditionen auf lebendige Dorfgemeinschaften. Doch welche Osterbräuche gibt es in der Region – und woher stammen sie? Wir haben nachgeforscht.
Der Osterbrunnen
In zahllosen Städten, Gemeinden und Dörfern sind in der Zeit vor Ostern die Brunnen auf dem Marktplatz ein echter Blickfang. Mit Girlanden, Blumen, bunten Eiern und anderem wird der Osterbrunnen, oft in einer gemeinschaftlichen Aktion, reich und osterfestlich geschmückt.
Der Brunnen steht sinnbildlich für das Wasser und damit als Lebensspender und Quelle des neuen Frühlings. In der Osterzeit drehen sich Symbole oft um Themen wie Leben, Geburt, Wiedergeburt und Neubeginn.
Hasen, Lämmer und Hühner
Ostern ist nicht arm an tierischen Symbolen. Hasen, Lämmer und Hühner schmücken Osternester und sind fester Bestand der festlichen Dekoration. Laut dem Historiker und Volkskundler Jochen Schicht aus Villingen kommt das Lamm aus der christlichen Prägung des Osterfestes. Es steht „bekanntlich für die Auferstehung von Jesus“, die an Ostern gefeiert wird.
Küken und Hühner haben letztlich ihre Bedeutung zu Ostern vor allem wegen ihrer Verbindung mit Eiern. „Küken schlüpfen aus Eiern, Hühner legen Eier“, so Schicht dazu.
Und der Hase? Der hatte wohl in erster Linie Glück, aber laut Schicht weiß niemand so ganz genau, woher der Hase zu Ostern eigentlich wirklich kommt. Dass er für Fruchtbarkeit steht, wird gern genannt, Belege dafür gibt es aber nicht direkt. Tatsache ist, dass der Hase im Laufe der Jahre andere Tiere, die angeblich zu Ostern Eier versteckten, verdrängte und erst im 19. Jahrhundert das Quasimonopol auf die Osterzeit hatte. Heute ist das Langohr aber nicht mehr von Ostern wegzudenken.
Eierlaufen, Eierwerfen und andere Osterspielereien
Viele Orte veranstalten zu Ostern richtige Wettkämpfe, bei denen nicht selten mit rohen Eiern hantiert wird. Mancherorts werden Eier den Hang heruntergerollt, anderswo werden sie geworfen oder als Zielscheiben von Schützenvereinen genutzt.
Derartige Spiele fördern die Gemeinschaft vor Ort und zelebrieren den Frühling auf die etwas andere Art. Ein Grund für die Entstehung derartiger Spiele war, dass man während der Fastenzeit keine Eier essen durfte. Laut dem Vollkskundler Jochen Schicht haben sich die Leute im Mittelalter „einen Spaß daraus gemacht und verschiedene Eierspiele erfunden, etwa das Eierlaufen, das man heute noch kennt“.
Eine besonderes Beispiel ist das Eierschupfen der kleinen Gemeinde Egesheim im Kreis Tuttlingen, das traditionell am Ostermontag stattfindet. Hierbei werden die Eier nicht nur geworfen. Ein „Schupfer“ muss insgesamt 45 rohe Eier aufsammeln und werfen. Die Eier sollten dann vom örtlichen Bürgermeister in einem Korb gefangen werden. Gleichzeitig muss ein Läufer eine Strecke von zwei Kilometern zurücklegen.
Der Osterweg
In vielen Städten und Gemeinden werden Osterwege aufgebaut. In Harthausen etwa wurde dieser am 29. März eröffnet und wird mit dutzenden Stationen und regelmäßiger Bewirtung aufwarten, um die Wanderschaft auf dem Weg möglichst schön zu gestalten.
Osterwege sind interaktive Wege, deren verschiedenen Stationen die Geschichte Jesu, in erster Linie die Passionsgeschichte, erlebbar machen. Oft werden die Wege von der Gemeinde gemeinsam gestaltet und es werden von Spaziergängern Spenden für gute Zwecke gesammelt.
Osterfeuer
Gewöhnlich in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag werden in ganz Deutschland – und eben auch in der Region – teilweise gigantische Freudenfeuer entfacht. Hier vereint sich christliche Symbolik – das Feuer steht für die Auferstehung Christi an Ostern – mit explizit vorchristlichen, heidnischen Brauchtümern. Die Feuer sollen den Frühling einläuten und den Winter vertreiben.
Ostereier
Hart gekochte und bunt bemalte Eier gehören einfach zu Ostern dazu. Laut dem Volkskundler Jochen Schicht liegt der Ursprung der Eier in der Fastenzeit. Die Eier, die nicht bei irgendwelchen Spielen Verwendung fanden, hat im Mittelalter die Kirche übernommen und Rahmen einer Ostermesse gesegnet und formell für essbar erklärt.
Damit die Eier, die man essen durfte, erkennbar waren, wurden diese irgendwann eingefärbt. Sinnbildlich stehen Eier zudem für Leben, Neuanfang und Geburt.