Noch nicht zufrieden ist Ulrich Döbereiner, Leiter der Touristik und Kur in Schömberg, mit den Besucherzahlen für den Aussichtsturm Himmelsglück. Doch die Zahlen für den März stimmen ihn zuversichtlich. Foto: Wolfgang Krokauer

Der Tourismus ist in Schömberg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine besondere Rolle spielen die Kliniken.

Ulrich Döbereiner, Leiter der Touristik und Kur (TuK) in Schömberg, stellte dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Tourismuszahlen vor.

 

Turmbesucher Dabei räumte er ein, dass die Besucherzahlen des im Juni 2021 eingeweihten Aussichtsturms Himmelsglück wenig erfreulich seien: „2023 war besonders schlecht.“ Knapp 17 000 Besucher hatte der Turm im vergangenen Jahr laut der von Döbereiner vorgelegten Statistik. Besonders schlecht sei das erste Quartal mit knapp 1700 Besuchern gewesen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Nach den Worten von Döbereiner lief das erste Quartal 2024 positiv. Mit rund 3000 Gästen seien fast doppelt so viele Besucher zum Turm gekommen wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wiederum besonders gut lief es im vergangenen Monat, freute sich der TuK-Chef: „Es war der beste März, den wir je hatten.“ In den vergangenen Tagen war das Wetter jedoch ziemlich schlecht, was auch nicht gut für den Turm sei, so Döbereiner. Doch am Wochenende soll es wieder schön werden. Den Zielwert von 30 000 Besuchern erreichte der Turm bislang in keinem Jahr. Allerdings fiel die Einweihung im Juni 2021 mitten in die Corona-Krise.

Übernachtungen Döbereiner ging darüber hinaus auf die Gesamtsituation des Tourismus in der Glücksgemeinde ein. So zählten im vergangenen Jahr die Betriebe rund 175 000 Übernachtungen. Auf den freien Fremdenverkehr, das heißt ohne die Kliniken, entfielen davon knapp 29 000. Im grauen Beherbergungsmarkt waren es nach einer Schätzung rund 91 000 Übernachtungen. Darunter verstehen die Statistiker diejenigen Übernachtungen, die nicht in die amtlichen Zahlen einfließen, wie zum Beispiel diejenigen bei Bekannten oder Verwandten.

Damit hat sich der Tourismus in Schömberg positiv entwickelt. 2022 hat es in Schömberg nur rund 158 000 Übernachtungen gegeben. Davon entfielen etwas mehr als 28 000 auf den freien Fremdenverkehr. Das Niveau vor der Corona-Krise erreichte Schömberg aber noch nicht. 2019 zählte die Glücksgemeinde rund 194 000 Übernachtungen. Davon entfielen auf den freien Fremdenverkehr noch rund 40 000.

Ankünfte Die Gemeinde zählte im vergangenen Jahr rund 15 000 Gästeankünfte. Davon entfielen rund 10 000 auf den freien Fremdenverkehr. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag damit im vergangenen Jahr bei 11,6 Tagen. Mit rund 27,2 Tagen war sie bei den Kliniken wesentlich höher als bei den freien Übernachtungen mit 2,9 Tagen.

Arbeitsplätze Am Tourismus hängen in Schömberg 900 Vollzeitarbeitsplätze. Die Zahl der im Tourismus anteilig beschäftigten Personen liegt bei 2700.

Wanderer und Radfahrer ansprechen

Planungen für 2024 Döbereiner ging auch auf Vorhaben in diesem Jahr ein. So wird am Samstag der Heilwald eröffnet. Die seit Freitag bis 5. Mai laufenden Wildkräutertage sind ausgebucht, stellte der TuK-Chef zufrieden fest. Angelegt werden soll ein Mehrtages-Rundweg zwischen Schömberg und Bad Liebenzell. Sowohl für Wanderer als auch für Radfahrer will die Gemeinde die Infrastruktur verbessern. So sind Tafeln, Karten und Gestelle geplant. Ladestationen für E-Bikes und Reparaturstationen sollen Radfahrer in die Gemeinde locken.

Am Turm gibt es einige Veranstaltungen. So sind dort zum Beispiel am 7. Juli edle Karossen zu sehen. Die Veranstaltung stellen die Oldtimer-Freunde Bad Liebenzell auf die Beine. Darüber hinaus sind unter dem Motto „Kultur am Turm“ Theatervorstellungen geplant.

Diskussion im Gemeinderat „Der Heilwald erfreut uns alle“, sagte Gemeinderätin Ulrike Mayrhofer (CDU) in der Ratssitzung. Sie betonte die Bedeutung des Tourismus mit seiner Wertschöpfung. 80 Prozent entfielen allein auf die Kliniken, sagte sie. Sie stünden in einem massiven Wettbewerb: „Es hängt unwahrscheinlich viel dran. Deshalb darf man das nicht aus den Augen verlieren.“

Jürgen Krauth-Kopp (UWV) regte an, in Sachen E-Bike-Ladestationen sich Anregungen von Bad Wildbad zu holen.

Dieses Thema bezeichnete Tino Bayer (UWV) als „Riesengeschichte“. Er sprach die relativ geringe Aufenthaltsdauer von 2,9 Tagen im freien Fremdenverkehr in Schömberg an.

TuK-Chef Döbereiner entgegnete darauf, dass die Aufenthaltsdauer in allen Mittelgebirgsregionen Deutschlands nicht höher sei.