Vom Licht über die Heizung bis hin zur Trinkwasserversorgung, ohne Strom sind viele Bereiche des Alltags betroffen. Foto: Silas Stein/dpa

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie man sich bei einem Stromausfall verhalten sollte und wie man am besten vorsorgen kann.

Länger andauernde und flächendeckende Stromausfälle - wie Ende April in Spanien und Portugal – sind zwar äußerst selten, verdeutlichen aber, wie abhängig unsere Gesellschaft vom Strom ist. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein paar Tipps.

 

Wie kommt es denn überhaupt zu einem Stromausfall? Laut dem BBK kann das verschiedene Ursachen haben. Naturereignisse wie Gewitter, Stürme oder Hochwasser können Stromleitungen beschädigen oder Überlastungen im Stromnetz verursachen.

Ebenso können technische Defekte, Bauarbeiten oder großflächige Störungen – etwa durch Cyberangriffe oder Katastrophen – zu einem Ausfall führen. Während kleinere Ausfälle meist innerhalb von Minuten bis Stunden behoben werden, können größere Störungen mehrere Tage andauern.

Weitreichende Auswirkungen

Ohne Strom sind viele Bereiche des Alltags betroffen. Neben der Beleuchtung und Haushaltsgeräten funktionieren häufig auch Heizungen nicht mehr, da sie stromabhängige Steuerungen oder Pumpen haben. Auch die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung können ausfallen, wenn die dafür nötigen Pumpen nicht mehr arbeiten.

Geldautomaten und Kartenzahlung sind nicht mehr nutzbar. Supermärkte, Apotheken und Tankstellen bleiben geschlossen, weil Kassen- und Kühlsysteme nicht mehr betrieben werden können. Telefon- und Internetverbindungen brechen ebenfalls zusammen, da auch Sendemasten und Server auf Strom angewiesen sind.

Was tun, wenn es plötzlich dunkeln wird?

Wichtig ist es zunächst, Ruhe zu bewahren und zu prüfen, ob der Ausfall nur das eigene Haus betrifft – das lasse sich häufig bereits mit einem Blick in den Sicherungskasten und die Nachbarschaft herausfinden. Sollte der Stromausfall tatsächlich mehrere Häuser betreffen, kann er beim lokalen Netzbetreiber gemeldet werden.

Dann sei es laut BBK sinnvoll, durch Taschenlampen oder Kerzen für Licht zu sorgen. Um die Toilettenspülung und andere Zwecke sicherzustellen, kann man die Badewanne und andere Gefäße mit Wasser füllen.

Ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio hilft dabei, wichtige Informationen zu erhalten. Das BBK rät, mit dem Handy und Powerbanks sparsam umzugehen, damit diese möglichst lange verfügbar bleiben.

Was es zu vermeiden gilt

Offene Flammen wie Kerzen oder Campingkocher sollten nie unbeaufsichtigt brennen, um Brände zu vermeiden. Auch sollten Heizgeräte oder Generatoren nur im Freien genutzt werden, da sonst gefährliche Abgase entstehen können.

Vor allem rät das BBK davon ab, riskante Eigenversuche bei elektrischen Leitungen oder Geräten zu unternehmen. Auch Panik ist kein guter Ratgeber – wer vorbereitet ist, kann in einer Ausnahmesituation meist besonnen handeln.

Eine gute Vorsorge ist entscheidend

Das BBK empfiehlt daher, Vorräte für mindestens drei Tage anzulegen – besser noch für bis zu zehn Tage. Dazu gehören ausreichend Trinkwasser (mindestens zwei Liter pro Person und Tag) und haltbare Lebensmittel, die ohne Strom zubereitet oder direkt gegessen werden können.

Außerdem seien Taschenlampen mit Ersatzbatterien, ein Kurbel- oder batteriebetriebenes Radio sowie geladene Powerbanks oder Solarladegeräte hilfreich.

Eine gut ausgestattete Hausapotheke und regelmäßig benötigte Medikamente sollten ebenfalls nicht fehlen, ebenso Hygieneartikel sowie – falls nötig – Babynahrung oder Tierfutter. Eine griffbereite Dokumentenmappe mit wichtigen Unterlagen rundet die Vorsorge ab.

Gefahren eines Stromausfalls

Ein Stromausfall kann zu Verletzungen in der Dunkelheit, zu gesundheitlichen Risiken durch Kälte oder mangelnde Wasserversorgung sowie zu Engpässen bei Lebensmitteln oder Medikamenten führen.

Auch der unsachgemäße Umgang mit Kerzen, Heizgeräten oder Generatoren könne Brände oder Vergiftungen verursachen. Deshalb sei gute Vorsorge so wichtig – sie schaffe Sicherheit und helfe, besonnen zu bleiben.

Ein Überblick des BBK über die Bevorratung für drei Tage bzw. 10 Tage:

Vorräte für drei Tage:
Sechs Liter Wasser pro Person, haltbare Lebensmittel (Brot in Dosen, Nüsse, Müsliriegel, Konserven), Taschenlampe mit Batterien, Powerbank, Kurbelradio, Medikamente, Hygieneartikel, warme Kleidung und Decken, gegebenenfalls Kerzen (vorsichtig verwenden), gegebenenfalls Vorräte für Haustiere

Vorräte für 10 Tage:
20–30 Liter Wasser pro Person, energiereiche Lebensmittel (Reis, Nudeln, Haferflocken, Konserven), Kocher mit Gaskartusche und Campinggeschirr, Notfallgepäck, Kopien wichtiger Dokumente, Solarladegerät oder Powerstation, ebenfalls Vorräte für Haustiere