Almut Büchert hat ein Händchen für Katzen. Das hat acht Kitten das Leben gerettet, die an der Bundesstraße zwischen Stammheim und Deckenpfronn wohl ausgesetzt worden sind.
Acht Katzenbabys sind vor dreieinhalb Wochen an der Bundesstraße in der Nähe zum Gewerbegebiet Lindenrain offenbar bewusst ihrem Schicksal überlassen worden – aneinander gekuschelt, ohne Karton und ohne Mutter. Ein Radfahrer hat die kleinen Fellknäuel entdeckt und zur Tierrettungsstation in Neuhengstett gebracht. Dass die Kätzchen von ihrer Mutter dort zurückgelassen wurden, halten die Helfer beim Tierschutz Calw und Umgebung für sehr unwahrscheinlich. Die Suche nach der Mutter wiederum habe nichts gebracht, teilt der Verein mit.
Das Leid treffe in solchen Fällen nicht nur die Kitten, die dringend ihre umsorgende und ernährende Mutter bräuchten, sondern auch das Muttertier selbst, das verzweifelt nach ihren Jungen suche und deren Milch sich schmerzhaft staue. Es sei jedenfalls ein Glück, dass die Kätzchen nicht auf der neben dem Fundort liegenden Bundesstraße überfahren worden seien.
Echter Glücksfall
Ein weiterer Glücksfall ist für den Verein, dass sich Almut Büchert angeboten hatte, in solchen Fällen die Pflege der Findlinge zu übernehmen. „Alle acht sind wohlauf“, berichtet Büchert im Gespräch mit unserer Redaktion. Eines der Tiere habe nach drei Tagen Fieber bekommen. Nach der Behandlung beim Tierarzt gehe es dem Katzenbaby aber genauso gut wie den sieben Geschwistern. Die munteren Kätzchen würden herumtoben und spielen.
Bis etwa zur zehnten Lebenswoche werden die Kitten bei den Bücherts bleiben. „Anfangs haben sie alle drei Stunden ihr Fläschchen bekommen, jetzt reicht es alle vier bis fünf Stunden“, erläutert die Katzenersatzmama. Nach wie vor also viel Arbeit, bei der die gelernte Tierarzthelferin und Tierhalpraktikerin von ihrem Sohn und ihrem Lebensgefährten unterstützt wird.
Es seien vier größere und vier kleinere Kätzchen. Man wisse nicht, ob sie alle von einer Mutter stammen. Die Kleinen seien sehr gepflegt und sauber aufgefunden worden. Das spreche dafür, dass sie nicht von einer Streunerkatze geboren worden seien: „Sie sahen aus, als seien sie aus einem Wohnzimmer“.
Noch keine Vermittlung
„Wir haben schon jede Menge Anfragen wegen der Vermittlung der Kleinen“, berichtet Büchert. Davon bittet sie Interessenten erst einmal abzusehen, denn die Kitten seien noch zu jung, um an neuen Besitzer abgegeben werden zu können. Die Kätzchen würden nur zu zweit abgegeben und erst dann, wenn sie reif für ein neues Zuhause seien. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird der Tierschutz Calw und Umgebung die Kitten ausschreiben.
Die Babykatzen brauchen auch in den nächsten Wochen jede Menge Milchpulver und Futter. Sie habe schon viele Spenden erhalten, man freue sich aber über weitere, so Büchert. „Es werden noch Kosten für den Tierarzt wegen des Impfens, Entwurmens und Chippens der Kleinen dazukommen.“ Diese übernimmt der Tierschutz Calw und Umgebung. „Unlängst hat eine Besucherin direkt in der Tierrettungsstation in Neuhengstett vorbeigeschaut und 50 Euro für die Kleinen da gelassen“, berichtet Steffen Sinapius, Kassierer des Vereins.
So kann für die acht Kitten gespendet werden
Das Spendenkonto
des Tierschutz Calw und Umgebung und die Amazon-Wunschliste der Tierrettungsstation in Neuhengstett für die Kitten finden sich auf der Vereinshomepage https://www.tierschutz-calw.de/.