Seit dem Jahr 2013 haben sich wieder Störche in Schura niedergelassen, wurden aber vor drei Jahren vermutlich durch Drohnen aus ihrem Horst auf dem Kirchturm vertrieben. Nun haben sie ein neues Nest auf einem Strommast gebaut. Foto: Ingrid Kohler

Der Frühling kann kommen – die Störche sind da: Zum 13. Mal in Folge sind die Störche um den 20. Februar herum in Trossingen-Schura eingetroffen.

Anfang Mai 2013 war es eine Sensation in Schura, als ein Storchenpärchen versuchte, auf dem schiefen Kirchturm von Schura einen Horst zu bauen.

 

Unterstützung in ihrem damals fast vergeblichen Bauvorhaben – die Äste hielten auf dem Spitzdach nicht zusammen – erhielten sie vom damaligen Storchenexperten und Mitarbeiter der Vogelwarte Radolfzell, Friedrich Wiedman aus Neudingen, auf dessen Veranlassung ein Holzgestell für den Nestbau auf dem vorderen westliche Teil des Daches angebracht wurde.

Freude über Störche

Der Erfolg stellte sich pünktlich zum Dorffest 2013 ein – „Meister Adebar und seine Familie“ waren die „Stars in der Manege“ des Schuraer Dorffestes. Von den insgesamt drei Jungstörchen hatten aber nur zwei überlebt. Ende 2014 wurde eine neue Metallkonstruktion für den Horst auf dem hinteren östlichen Dachteil des Turmes angebracht, um Kirchgänger vor den unliebsamen Abwürfen der Störche zu schonen.

Nach einigem Zögern der Störche wurde diese Konstruktion dann angenommen. Etliche Jahre lang stellte sich, trotz manch heftiger Revierkämpfe mit anderen Störchen, der Nachwuchs in unterschiedlicher Anzahl ein. Bis zu fünf Jungstörche wurden in einem Jahr schon groß gezogen. In Schlechtwetterjahren – vor allem bei viel Nässe – überlebten nicht alle Jungtiere. Dennoch ist seit Jahren in der Region die Weißstorchpopulation steigend, weiß Manfred Bartler aus Hochemmingen, der als Storchenexperte bei der Vogelwarte Radolfzell im Jahr 2018 die Arbeit von Friedrich Wiedmann übernommen hat.

Mehr Jungvögel

Sowohl die Anzahl der Horste in der Region Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen wie auch die Anzahl der Jungvögel sind steigend. Vor drei Jahren hatten die zurückgekehrten Störche ihren Horst auf dem Kirchturm zwar tagelang inspiziert, bauten dann aber ein neues Nest auf einem Strommast. Genauso in den Folgejahren. Hinweise aus der Bevölkerung und die fachliche Beratung durch den Storchenfachmann Manfred Bartler hatten damals ergeben, dass für die Vertreibung der Störche Drohnen die Ursachen gewesen seien. Im Jahr 2024 wurde dann auf Anraten von Manfred Bartler das bestehende Nest aus der Metallkonstruktion auf dem Kirchturmdach entfernt, in der Hoffnung, wenn die Störche 2025 zurückkehren, dass sie sich hier wieder eine „neue Heimat“ bauen.

Nest entfernt

Bereits Mitte Februar wurde zunächst ein Storch, danach auch zwei auf dem Dach des Kirchturmes stehend gesehen. Doch von Nestbau keine Spur. So wie es nun aussieht, hat sich das Storchenpaar entschlossen, wieder auf dem Strommast zu nisten. Ihr Klappern ist zu hören, und es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis hier die Eier ausgebrütet werden.

Ob die Metallkonstruktion auf dem Kirchendach noch einmal von Störchen als Nest angenommen wird? Diese Frage bleibt zumindest vorläufig offen. Auch auf den Wiesen rund um Schura und am Schönbach sind die beiden Störche zu sehen, wo sie nach Nahrung Ausschau halten und sicher auch fündig werden, schließlich haben sich hier während der Winterzeit etliche Silber- und auch Graureiher bedient.