Mit „Der gestiefelte Kater“ bietet das Rottweiler Zimmertheater ein Familienstück mit dem besonderen Etwas. Die Premiere am Sonntag war ausverkauft und das Publikum begeistert.
Damit sich alles zum Guten wendet und einem das Glück hold ist, dazu braucht es nicht viel – nur den Wind aus der richtigen Richtung sowie die Portion Mut fürs Umzusetzen. Diese schöne Botschaft hat das Publikum am Sonntag aus der Premiere des Kinderstücks „Der gestiefelte Kater“ im Rottweiler Zimmertheater mitgenommen.
Das Ensemble um die Intendanten Bettina Schültke und Peter Staatsmann bietet wieder ein Familienstück, das unterhaltend ist und zugleich die moralische Botschaft von Märchen, die grundlegenden Werte wie Hilfsbereitschaft, Mut, Geduld und Ehrlichkeit, vermittelt – sogar mit der richtigen Prise Modernität.
Märchenhaft und modern: Cat Stiefel goes Bubbletea Peter Staatsmann ist das mit seiner Fassung des Märchenklassikers gelungen. Da ist es der coole Kater „Cat Stiefel“, der nicht dem Müllerssohn, sondern der Müllerstochter Hanna aufzeigt, was man mit den richtigen Ideen und ein bisschen Mut alles erreichen kann. „Du gibst mir die Stiefel und ich dir das Glück“, ist einer der Schlüsselsätze.
Die Inszenierung ist kurzweilig, mit der richtigen Portion Spannung, Bubbletea und Gruselfaktor, und sie bietet beste Unterhaltung für Menschen ab vier Jahren.
Cool, schlau und gestiefelt Nach dem Tod des Müllers bleibt der Müllerstochter Hanna, hervorragend gespielt von Daria Kleyn, nur der Mühlenkater. Doch der, brillant verkörpert von Raphael Bantle, entpuppt sich schnell als ziemlich cool, sehr schlau und als liebenswerter Weggefährte, der Hanna auf ihrem Abenteuer begleitet. Er hat stets den richtigen Rat parat und ermutigt sie immer wieder aufs Neue, mutig voranzugehen.
Verschwunden im bunten Nebel Und dann ist da noch die schillernde „Z“: Zauberin, Zazie Flamboyante Kunigunde von und zu Finsteraarhorn, die mit buntem Nebel die Rebhühner, die Leibspeise des Königs, für sich einheimst und zugleich den jungen Prinzen „Prince“ mit Liebesbriefen umgarnt. Beide Rollen spielt Martin Olbertz perfekt.
In gleich zwei Rollen schlüpft auch Thomas Giegerich. Die Köchin, die verzweifelt auf der Suche nach Rebhühnern für ihren Herrn ist, spielt er ebenso überzeugend, wie den König Bartholomäus den Siebenten, der Cat Stiefel und der Müllerstochter, die dank der Hilfe des ausgebufften Katers zur Comtess von Karabass wird, komplett auf den Leim geht. Und auch der pubertäre und Bubbletea trinkende Prinz „Prince“, herrlich gespielt von Ina-Sarah Rother, der sich so typisch pubertierend für gar nichts interessiert als für die Liebesbriefe der Unbekannten, findet am Ende unter seinem „echten“ Namen Hannes das große Glück.
Und dann sind da noch die wunderbar magischen Zaubereieinlagen von Raphael Bantle, die Groß und Klein staunen lassen, und die klassischen Scherenschnittprojektionen von Alana Nastold, die die Szenenwechsel andeuten, für den einen oder anderen Zuschauer aber doch ein wenig angsteinflößend sind. Aber das gehört beim Märchen eben auch dazu.
Spannend bis zuletzt
Das 90-minütige Stück ist jedenfalls bis zum Ende spannend und wird mit Musik von Dorin Grama am Akkordeon untermalt.
Weitere Aufführungen
Weitere Vorstellungstermine sind am Sonntag, 7. Dezember, ab 16 Uhr, am Sonntag, 14. Dezember, ab 11 Uhr, am Sonntag, 21. Dezember, ab 16 Uhr, am Zweiten Weihnachtsfeiertag ab 16 Uhr, am Sonntag, 28. Dezember, ab 16 Uhr, und schließlich an Silvester ab 16 Uhr. Einige wenige freie Termine für für Schulklassen und Kindergärten gibt es noch, informiert Bettina Schültke. Wer Interesse hat, kann sich unter Telefon 0741/89 90 oder per E-Mail an info@zimmertheater-rottweil.de melden.