Gemeinsam packt man es besser. Bei der Mitgliederversammlung des Tauschrings wurden in einem Impulsvortrag Hilfsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote im Falle eines Blackouts diskutiert. Foto: Tauschring

Nachbarschaftshilfe als Rettung: Der Tauschring Dornstetten spricht bei seiner Mitgliederversammlung über einen Blackout.

Was passiert bei einem Blackout und wie kann der Tauschring Dornstetten in einem solchen Krisenfall helfen? Ein sehr zentrales Szenario stand im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung.

 

Doch auch gute Nachrichten wurden diskutiert. Im Herbst plant der Tauschring unter anderem einen Tauschmarkt auf dem Marktplatz, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Kein Licht, kein Kühlschrank, kein Handy. So weit kommen die meisten Menschen noch, wenn sie die Szenarien eines Blackouts durchdenken. Der Krisenfall in Berlin hat vor Augen geführt: Auch mit Wasser und Heizung wird es eng. Aber dass beispielsweise die Toilettennutzung auch nicht mehr funktioniert? Ein grausiges Szenario, das die Mitglieder des Tauschrings gerade deshalb bewusst für ihre Versammlung gewählt haben.

In vielen Bereichen ist Vorsorge nicht schwierig

Die Fragen waren auf drei Pinnwänden in bunte Frageblöcke zusammengefasst: Was gehört zur betroffenen Infrastruktur im Falle eines Blackouts? Wie kann man sich selbst im eigenen Lebensfeld vorbereiten? Welche Aufgaben liegen bei der Kommune?

„Viele Menschen blenden das Thema komplett aus“, erklären die Leiter des Tauschrings, Katrin Boehnke, Zita Grieshaber und Gerhard Dürr. Dabei sind die Grundlagen von Selbstfürsorge simpel und erinnern an einen ausgedehnten Wildnis-Urlaub: Schlafsack, Wärmflasche, Gaskocher, Bargeldvorrat und vielleicht eine tragbare Solaranlage.

Etwas anspruchsvoller wird dann die Frage der Lebensmittelversorgung. „Aber genau hier können wir uns zum Beispiel im Tauschring gut unterstützen“, erklärt das Team. Ein Mitglied hat eine mobile Solaranlage und könnte die Kühlung von Medikamenten übernehmen. Ein anderes stellt den Holzofen im Garten zum Brotbacken bereit. Ein drittes verfügt über eine private Frischwasserquelle, ein weiteres über ein Kurbelradio.

Am Ende des Krisen-Brainstormings standen Ideen wie: Der Tauschring schenkt während des Blackouts jeden Morgen heißen Tee und Kaffee aus und bietet sich als Anlaufstelle für den Nachrichtenaustausch an. „Es gibt viel, womit man sich gegenseitig helfen kann“, bilanzieren die Teilnehmer.

„Talente“ kann man jetzt auch weitergeben

Apropos gegenseitig helfen: Vom Tauschhandel können jetzt auch Familienmitglieder profitieren. Die Tauschgeschäfte der Bürgerinitiative sind längst ein starker, aktiver Kreislauf geworden. Für jedes Tauschangebot werden die Gebenden in der Währung „Talente“ entlohnt, die wiederum gegen Leistungen eingetauscht werden können. Wer mehr Talente angesammelt hat, als er ausgeben kann, darf sie ab sofort seinen Eltern oder Kindern zur Verfügung stellen, die sie gegen Angebote einlösen können.

Zentraler Tauschplatz für Leistungen sind nach wie vor die monatlichen Stammtische. Schon früh hat das Leitungsteam erkannt: „Man tauscht eher mit jemandem, den man kennt.“ Jeden letzten Donnerstag im Monat bietet der Stammtisch deshalb um 18.30 Uhr einen Tauschringstammtisch im Gasthaus „Katrins Stüble“ auf dem Campingplatz in Dornstetten an.

Tauschmarkt auf dem Marktplatz

Im Herbst hat der Tauschring laut der Mitteilung jedoch eine größere Veranstaltung geplant: einen Tauschmarkt auf dem Marktplatz in Dornstetten. Bei dieser öffentlichen Veranstaltung können Interessierte und Passanten die Arbeit des Tauschrings kennenlernen und erleben. Vielleicht entdeckt mancher Besucher dann eigene schlummernde Talente, die anderen Menschen nützlich wären, hofft das Team.

„Neue Mitglieder sind immer willkommen“, so das Leitungsteam. Wer mit dem Tauschring Kontakt aufnehmen will, kann dies per E-Mail an tauschring.dornstetten@ gmx.de oder unter Telefon 07443/17 32 76 tun.