Der 22. Dezember ist der Tag des Weihnachtsgebäcks. Welche Leckereien sind im Winter in Oberndorf gefragt? Wir haben bei lokalen Bäckereien und Lebensmittelhändlern nachgefragt.
Plätzchen, Lebkuchen und Stollen sind ein festes, kulinarisches Ritual in der Vorweihnachtszeit. Der Brauch, Weihnachtsgebäck zu backen, entstand im 18. Jahrhundert, doch seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück, als Zucker und Gewürze noch kostbare Schätze der Oberschicht waren. Noch heute verbinden wir Süßigkeiten mit festlichen Momenten, Duft und Genuss.
Dabei ist die Liebe zu Süßem keine rein deutsche Angelegenheit: So locken auch in Oberndorf Geschäfte mit süßen Spezialitäten aus anderen Kulturen. Ali Kenan vom Oriental Imbiss etwa verwöhnt seine Kunden mit traditionell hergestelltem Baklava.
Anlässlich des Tags des Weihnachtsgebäcks am 22. Dezember hat sich unsere Redaktion umgesehen, wie vielfältig winterlicher Genuss sein kann – wir haben bei lokalen Bäckereien und Geschäften in Oberndorf nachgefragt, welche Leckereien die Menschen hier besonders lieben.
Orientalische Süßwaren: Yassirmarkt
Mohamed Bakleh aus Syrien bietet in seinem Laden eine Auswahl an arabischen und orientalischen Süßigkeiten an, darunter Baklava und Halva. Baklava ist ein süßes türkisches Dessert aus hauchdünnen Schichten Filoteig, gefüllt mit gehackten Nüssen, meist Walnüsse oder Pistazien, und Butter, die nach dem Backen mit einem zuckrigen Sirup oder Honig getränkt werden, was es knusprig und saftig macht.Halva ist ein Dessert aus einem Weichkäse-Grieß-Teig, gefüllt mit dicker Sahne, beträufelt mit Sirup und bestreut mit Pistazien. „Unsere Süßwaren sind Teil der Kultur, ähnlich wie beim Zuckerfest nach dem Ramadan“, erklärt Mohamed Bakleh. Auch andere syrische Spezialitäten sind gefragt. Stammkunden wüssten meist genau, was sie möchten, erzählt Bakleh.
Traditionelles Weihnachtsgebäck: Bäckerei Stemke
Mandy Rostin arbeitet seit den Sommerferien in der Filiale der Bäckerei Stemke in der Oberndorfer Oberstadt. Sie hat im Winter eine gesteigerte Nachfrage nach süßem Gebäck festgestellt. „Die saisonalen Waren verändern sich – kleine Stollen, Lebkuchen, Früchtebrot und Gebäckmischungen sind unsere Aushängeschilder zur Weihnachtszeit. Da ist für jeden Kunden etwas dabei.“
Besonders beliebt seien dieses Jahr Gebäckmischungen sowie die neuen Lebkuchentaler mit Nougat- und Pistazienfüllung. Das Früchtebrot, auch „Hutzelbrot“ genannt, wird oft schon ein bis zwei Wochen vor Weihnachten gekauft. Komfort spielt dabei ebenfalls eine Rolle: „Viele haben keine Zeit, selbst zu backen – da helfen wir als Bäcker gern aus“, erklärt Rostin.
Süßes im Imbiss: Oriental Imbiss
Ali Kenan, seit seiner Kindheit in der Gastronomie tätig, verkauft Baklava traditionell wie in seiner kurdischen Heimatstadt Gaziantep. Das süße Gebäck ist seit zwei Wochen im Angebot und komme bei den Kunden sehr gut an, berichtet er. Im Winter nehme die Nachfrage nach süßen Speisen deutlich zu. „Da hat man einfach mehr Lust auf Süßes – das merkt man hier im Betrieb deutlich.“
Wie Ali Kenan außerdem erzählt, wolle er im kommenden Jahr ein Eiscafé eröffnen, in dem neben Eis auch Crepes und Muffins angeboten werden sollen.
Internationale Vielfalt: Acima
Basim Moslih bietet in seinem Geschäft in der Oberndorfer Oberstadt arabische, asiatische und amerikanische Süßwaren an. Die Winterzeit habe eine große Bedeutung für das Geschäft: „Aktuell werden deutlich mehr Süßigkeiten gekauft, oft auch als Geschenke. Kunden probieren gern Neues, aber traditionelle deutsche Gebäcke bleiben sehr beliebt“, sagt Moslih.
Ein gemeinsames Muster
Auch wenn die Produkte verschieden sind, haben sie einige Gemeinsamkeiten: In der Winterzeit greifen die Leute aus ähnlichen Gründen öfter zu Süßem. Deutsches Gebäck ist eng mit Tradition und Feierlichkeiten verbunden, aber auch orientalische Süßigkeiten gehören zu kulturellen Anlässen dazu. Internationale Produkte sorgen für Abwechslung und bieten beliebte Geschenkideen.
Ob deutsches Gebäck oder internationale Leckereien – alle Süßigkeiten sorgen in der Winterzeit für Freude und Genuss und sind bei den Oberndorfern beliebt. Welche Worte den „Tag des Weihnachtsgebäcks“ am besten treffen? Die Ladenbesitzer sind sich einig: traditionell, besonders und geschmacklich vielfältig.