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Sulz a. N. Verordnung konnte Coronavirus eindämmen

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Auch wenn die Allgemeinverfügung aufgehoben ist: Auf dem Wochenmarkt gilt nach wie vor Maskenpflicht. Foto: Steinmetz

Sulz - Die Stadt Sulz hat am 24. April eine eigene Corona-Verordnung erlassen und damit das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes unter anderem in Geschäften und Märkten zur Pflicht gemacht. Sulz nahm im Land damit eine Vorreiterrolle ein. Die Allgemeinverordnung ist seit Donnerstag aufgehoben.

Entwarnung gibt Bürgermeister Gerd Hieber deswegen nicht: "Wir dürfen nicht der Versuchung unterliegen, dass das Coronavirus besiegt ist." In Sulz sind die Infektionszahlen zwar auf Null zurückgegangen. Punktuell könne es aber noch Infektionsherde geben. So sind momentan Schlachthöfe wegen hoher Ansteckungszahlen von Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten.

"Das sollte auch für uns ein mahnendes Beispiel sein", sagt Hieber und appelliert, sich weiterhin diszipliniert zu verhalten. Er weist darauf hin, dass die Regelungen des Landes zum Infektionsschutz nach wie vor gelten. In Sulz ist Maskenschutz zusätzlich für den Wochenmarkt vorgeschrieben. Hier übe die Stadt ihr "Hausrecht als Veranstalter" aus, begründet Hieber diese Vorschrift. Er sieht den Wochenmarkt wie einen Einzelhandelsbetrieb, nur unter freiem Himmel.

Siehe auch: Reporterin testet Maskenpflicht in Sulz

Die Vorreiterrolle der Stadt Sulz bei der Maskenpflicht und bei Kontakteinschränkungen ist anfangs skeptisch beurteilt worden. Das sei aber eine Möglichkeit zum Infektionsschutz gewesen, die für jeden leistbar war, erklärt Hieber. Dass Land und Bund nachgezogen hätten, zeige: Sulz war auf dem richtigen Weg.

Besondere Entwicklung

Die Verwaltung musste handeln. Bei den relativ vielen positiven Fällen, ausgelöst durch einen Wäschereibetrieb und betroffene Pflegeeinrichtungen, habe Sulz eine besondere Entwicklung im Landkreis Rottweil gehabt. Durch das Zusammenspiel aller Beteiligten und die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, sich vor Ansteckungen zu schützen, sei es gelungen, von den hohen Infektionszahlen herunterzukommen. Hieber: "Das Ergebnis spricht für sich. Unsere Verordnung hat dafür einen Beitrag geleistet."

Dass Sulz damit landesweit mediale Beachtung gefunden hat, sei ein Nebeneffekt gewesen. Es sei in erster Linie darum gegangen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und zu verhindern. Dabei habe das Ordnungsamt der Stadtverwaltung auf die Androhung von Strafen verzichtet. Stattdessen habe man beraten, informiert und auf die Einsicht der Leute gesetzt. Bei Kontrollen durch das Ordnungsamt und die Polizei seien nur wenige Verstöße gegen die Anordnungen festgestellt worden. "Die Bürgerschaft hat mitgemacht", so Hieber.

Corona werde die Verwaltung weiter beschäftigen. So müssten Regelungen für die Kindergärten, Schulen und Hallennutzungen getroffen werden. "Da ändert sich wesentlich mehr", erklärt Hieber. Und es bestehe weiterhin Informationsbedarf, etwa zu privaten Feiern wie Geburtstagen und Hochzeiten oder Veranstaltungen und Fußballtraining in der Halle.

Finanzielle Ausfälle

Die Arbeitsgruppe Infektionsschutz wird jedenfalls noch nicht aufgelöst. Mit den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigt sich die neu eingesetzte Haushaltskommission. Das Gremium hat keine einfache Aufgabe. Der finanzielle Einbruch durch Steuerausfälle trifft auch Sulz hart. Hieber schätzt, dass ein Millionenbetrag im Haushalt fehlen werde.

Während die Stadt Oberndorf bereits eine Haushaltssperre erlassen hat, möchte Hieber davon absehen. Das Rasenmäherprinzip träfe Sinnvolles wie weniger Sinnvolles gleichermaßen. Hieber will nicht pauschal sparen, sondern den Rotstift konkret ansetzen. Er lässt keinen Zweifel daran, dass auch diese Maßnahmen sehr schmerzhaft sein werden, verspricht sich davon aber mehr Zustimmung.

Die Haushaltssituation, betont er, sei nicht mit Oberndorf vergleichbar. Sulz habe für das Jahr 2020 noch kein Liquiditätsproblem. Das könne jedoch in den Folgejahren auftreten, wenn weiterhin so viel Geld ausgegeben werde wie bisher. Man werde künftig jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

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