Harmonische Farbgebung: Umbau und Ertüchtigung eines Stuttgarter Kaffeemühlen-Hauses. Architekt: Simon Fehrle. Foto: Gregor Neschel

Es muss nicht immer abgerissen und neu gebaut werden. Wir zeigen fünf der architektonisch gelungensten Umbauten von Wohnhäusern und Villen in Stuttgart.

Wohnen war auch schon mal einfacher, könnte man angesichts der heftigen wohnungspolitischen Debatten konstatieren. Das gilt auch und vor allem für künftige Bauherrschaften in Stuttgart und anderswo, die immer öfter vor der schwierigen, manchmal existenziellen Frage stehen, ob sie lieber neu oder im Bestand bauen sollen.

 

Und während es früher gern mal hieß, dass die Sanierung des geerbten Häuschens von der Oma zu kompliziert oder eine Dachaufstockung bei einem Gründerzeitbau in der City zu teuer sei, ist mittlerweile das Bauen im Bestand zum früher belächelten, heute viel beachteten Thema in der Architektur geworden.

Umbauten werten Stuttgart auf

Zur viel beschworenen ökologischen Bauwende gehören nun unbedingt die Vermeidung von unnötigem Ressourcenverbrauch, die energetische Sanierung und der Einsatz rezyklierfähiger Baumaterialien. Das ist nachhaltiger und wird gerne ausgezeichnet – ist aber gar nicht so einfach und für Architekten und Bauherren nicht ohne Risiko, finanziell, zeitlich und hinsichtlich des Nervenkostüms.

Doch wenn es gelingt, sind alle glücklich, die Bewohner wie auch die Nachbarn und Passanten. Denn solche Eingriffe werten auch häufig noch das Stadtbild entscheidend auf, wie beispielhafte Projekte von Stuttgarter Umbauten zeigen.

Gleichgültig, aus welcher Dekade das verwohnte oder sanierungsbedürftige Gebäude auch stammen mag, die Mühe lohnt sich fast immer. Jede Lösung ist individuell, man muss improvisieren und Geduld haben, was nicht schlecht sein muss. Schließlich lernt man seine gebaute Umwelt neu kennen, wertschätzt plötzlich die Baustile der Nachkriegszeit und sieht auch mal das Siedlungshaus aus den 1960er oder 1970er Jahren mit anderen Augen. Also: Umbau statt Abriss!

Die 5 Häuser und ihre Umbau-Architekten

  • Kaffeemühlen-Haus – Simon Fehrle, Tennigkeit+Fehrle Architekten
  • Betonhaus aus den 1970ern – Matthias Ludwig, büro für architektur
  • Villa von 1896 – Hadi Tandawardaja, SOMAA
  • Gründerzeit-Haus im Heusteigviertel: Philippe Frey, Frey Architekten
  • Haus am Hang im Westen: Sophie Frank, freie Architektin

Es sind architektonisch spannende Lösungen, über die wir in unserer Zeitung in diesem Jahr berichtet haben, sei es die überaus ambitionierte Sanierung und Umwidmung einer typischen Stuttgarter Kaffeemühle zu einem südfranzösisch anmutenden Familien-Domizil – und das einen Steinwurf vom Hölderlin-Platz entfernt. Oder der Umbau eines denkmalgeschützten Mietshauses im Heusteigviertel in wertige Gründerzeitwohnungen und Maisonette-Apartments mit prächtiger Aussicht auf die Stadt.

 So vieles in dieser Stadt ist erhaltenswert, und das längst nicht nur aus ökologischen Gründen. Denn gute Architektur wird erst dann nachhaltig, wenn sie nicht abgerissen wird. Im folgenden unsere Auswahl an beispielhaften Umbauten in Stuttgart:

Die Kaffeemühle in Stuttgart-Nord

Wie eine gestaltungsaffine Familie ein altes Kaffeemühlenhaus aus den 1930ern im Stuttgarter Norden gemeinsam mit einem in Umbaufragen sehr kompetenten Architekten auch energetisch saniert – und der Villa fast schon südfranzösisches Flair verliehen hat, das lesen Sie hier.

Denkmalgeschützte Beton-Villa in Stuttgart

Eine Frau zieht zurück in ihr Stuttgarter Elternhaus, das der charismatische Architekt Klaus Franz 1969 entworfen hatte. Nun saniert die Bauherrin das an einem steilen Hang liegende Stuttgarter Haus mit Hilfe eines Stuttgarter Architekten – mitsamt neuem Dach und Wärmepumpe. Wie lebt es sich 2025 in so einem Architektenhaus mit eigener Zahnradbahn? Das lesen Sie hier.

Architekten-Villa in Stuttgart-Nord

Eine Villa von 1896 im Stuttgarter Relenberg erleidet einen Wasserschaden, während die Familie im Urlaub war. Das Backsteinhaus hat es überlebt, doch einiges war zu sanieren. Die Bauherren haben den Schaden zum Anlass genommen, mit Hilfe eines Stuttgarter Architekten gleich noch das Dachgeschoss umzubauen. Nun, bei einem Besuch zeigt sich, dass das Haus im feinen Norden Stuttgarts ein lichtdurchfluteter Wohlfühlort geworden ist, wie hier nachzulesen ist.

Gründerzeit-Haus im Heusteigviertel

Die Architekten Georg Friedrich Bihl und Alfred Woltz haben viel in Stuttgart gebaut – unter anderem ein Mehrfamilienhaus im Stuttgarter Heusteigviertel. Es hat zwei Weltkriege überlebt, war aber renovierungsbedürftig. Zwei Brüder bringen mit Hilfe eines Stuttgarter Architekten das alte Mietshaus ihrer Großmutter auf den neuesten Stand – und schaffen unterm Dach zusätzliche Maisonette-Apartments mit toller Aussicht. Wie das Projekt gelungen ist? Lesen Sie den Text mit vielen Bildern dazu hier.

Haus am Hang in Stuttgart-West

Eine Stuttgarter Architektin hat ein 30er-Jahre-Haus im Stuttgarter Westen aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ein lichtes Heim für eine vierköpfige Familie geschaffen, wie ein Besuch vor Ort zeigt. Wie der sensible Umbau und die energetische Ertüchtigung mit Wärmepumpe gelang, lesen Sie hier.

Fotografien der vorgestellten Häuser finden sich in der Bildergalerie.