Die Tennenbronner sind in Sachen Verkehr nicht zu beneiden. Die Sperrung in Richtung Hardt und St. Georgen ist seit kurzem überstanden.
Nun kommt aber schon der nächste Hammer: Das Bernecktal ist von März bis Dezember komplett gesperrt. Die Umleitung wird einmal mehr über die Altenburg in Richtung Hardt erfolgen und von dort nach Schramberg. Für Schramberger, die nach Tennenbronn wollen wird die Umleitung in umgekehrter Richtung sein. Der Grund für die monatelange Sperrung liegt diesmal aber nicht in Hang- und Felssicherungsarbeiten.
Vielmehr geht es dieses Mal um den Bau eines Abwasserkanals durch das Bernecktal. Vor einiger Zeit wurde entschieden, die Kläranlage Tennenbronn nicht mehr zu sanieren. Diese wird voraussichtlich noch bis 2030 in Betrieb bleiben. Dann wird das Abwasser aus Tennenbronn in die Kläranlage Schramberg fließen – doch bisher gibt es dafür noch keinen Kanal.
Eventuell sogar noch länger gesperrt
Konrad Ginter, Leiter des städtischen Tiefbauamts, informiert auf Anfrage unserer Redaktion über die Details: „Gemäß Bauvertrag ist der Baubeginn auf den 23. März terminiert. Die Baufirma hat eine Frist zur Fertigstellung bis 2. Juli 2027“. Ziel sei es, die Sperrung möglichst kurz zu halten. Sofern die Firma im März anfange, gehe man davon aus, dass die Sperrung bis Ende 2026 aufgehoben werden könne.
Der Bereich Bachwirtschaft bis Kläranlage soll unter halbseitiger Sperrung erfolgen – aufgrund der Lage des Kanals im Randbereich als auch aufgrund fehlender sinnvoller und zumutbarer Umleitungsmöglichkeiten, so Ginter.
Er nennt auch den Grund für die Vollsperrung im Bernecktal: „Der Kanal liegt in der Fahrspur der Straße. Eine zügige Arbeit ist nur unter Vollsperrung in diesem kurvenreichen Bereich möglich“.
Bei der vorhandenen Fahrbahn sei die Restbreite nicht ausreichend, um die Sicherheitsabstände einzuhalten. Eine Teilsperrung oder Ampelbetrieb würde die Bauarbeiten deutlich behindern und zu Verzögerungen führen, sagt Ginter. Außerdem seien im Zuge der Maßnahme umfangreiche Forstarbeiten geplant, die ebenfalls eine Sperrung bedingen würden.
An konkreten Maßnahmen stehen die folgenden an: Aufschneiden der Fahrbahn, Ausheben des Grabens, Verlegung des Abwasserkanals (Tiefe im Mittel 1,50 Meter), und die Verlegung von Leerrohren für Steuerzwecke.
Langenschiltach profitiert
Die Vergabesumme für Kanal liegt bei 2,9 Millionen plus etwa 20 Prozent Nebenkosten. Die Kostenberechnung lag 2024 lag bei Gesamtkosten von 4,73 Millionen Euro. An Fördergeldern sind 1,32 Millionen Euro zu erwarten. 14 Prozent der Kosten übernimmt die Stadt St. Georgen, da Langenschiltach ebenfalls von dem Kanal profitiert.
Der Kanal kann aber erst in Betrieb genommen werden, wenn die Umbauarbeiten auf der Kläranlage Schramberg vollständig abgeschlossen sind. „Derzeit wird hier von 2030 ausgegangen. Der vorzeitige Bau des Kanals erfolgte in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium“, sagt Ginter.
Für den Bau des Kanals anstatt einer Sanierung der Kläranlage Tennenbronn gibt es laut dem Tiefbauamtleiters triftige Gründe: 2021 sei festgestellt worden, dass die Ableitung nach Schramberg auf Dauer die wirtschaftlichere Variante sei und das bereits ohne Förderung.
Wasserqualität steigt
Ginter weiter: „Eine reine Sanierung würde nicht vom Land gefördert, lediglich strukturverbessernde Maßnahmen werden auf Kläranlagen gefördert. Außerdem kann die ökologische Belastung der Schiltach durch Wegfall der Einleitung der Kläranlage Tennenbronn verbessert werden, da die Reinigungsleistung kleiner Kläranlagen geringer ist. Außerdem ist die Schiltach im Bereich der Kläranlage Schramberg durch die höhere natürliche Abflussmenge im Gewässer (Zulauf Kirnbach, Lauterbach, Göttelbach) deutlich leistungsfähiger und somit unempfindlicher für Einleitungen“.
Insgesamt werde durch die Gesamtmaßnahme die Wasserqualität der Schiltach sowohl im Oberlauf als auch im Gesamtsystem verbessert. Außerdem bringe die Maßnahme auf lange Sicht gesehen wirtschaftliche Vorteile.