Die Macher von FoodAlley (von links), Marc Krajewski, Philip Vögele und Pascal Fischer, sind bestrebt, ihr Unternehmen immer weiter erfolgreich voranzutreiben. Foto: Kratt

Bereits mit ihrem Restaurant BunBun-Burger haben Pascal Fischer und Marc Krajewski eine Marktlücke in Schwenningen erfolgreich gefüllt. Vor rund zwei Jahren haben sie dann zusammen mit Philip Vögele das Startup FoodAlley gegründet – und starten damit sogar in ganz Süddeutschland erfolgreich durch.

VS-Schwenningen - Postleitzahl des Wohnorts eingeben, ein Klick, und in Sekundenschnelle erscheint eine Übersicht über zahlreiche Restaurants – egal ob italienisch, griechisch oder asiatisch, nach Land oder Geschmacksrichtung geordnet – in der Nähe, bei denen man problemlos sein Lieblingsgericht bestellen kann: Das Prinzip des Bestellsystems www.foodalley.de klingt für den Kunden unkompliziert, auch wenn dahinter jede Menge Aufbauarbeit, Know-How und technische Abläufe stecken. Das wissen die Geschäftsführer Pascal Fischer, Marc Krajewski und Philip Vögele nur zu gut.

 

Pilotprojekt bei eigenem Betrieb BunBun-Burger

Als Fischer und Krajewski im Jahr 2017 mit ihrem BunBun-Burger aus dem E-Werk an den Marktplatz gezogen sind, wollten sie ihre Burger nicht mehr nur vor Ort verkaufen, sondern auch einen Lieferservice anbieten, blickt Krajewski zurück. Von kommerziellen Anbietern, allen voran Lieferando, wollten die Geschäftsmänner aber nichts wissen. "Die Anbieter sind überteuert, da bleibt für das Restaurant von der Marge eigentlich nichts übrig", erläutert der 30-Jährige den Grund für die ersten Überlegungen eines eigenen Bestellsystems. Denn: Partner und Freund Pascal Fischer ist studierter Medieninformatiker und konnte mit seinem Know-How die entsprechende Programmiertechnik erstellen. Die Geburtsstunde von FoodAlley sollte sich zunächst nur auf den Lieferservice beim BunBun-Burger konzentrieren. "Mit unserem Pilot-Projekt konnten wir erst einmal testen, wie gut die Infrastruktur funktioniert beziehungsweise wie gut sich Bestellvorgang und Prozess in der Küche miteinander verknüpfen lassen.

FoodAlley wird immer professioneller

Da die Unternehmer in Schwenningen schon immer gut vernetzt waren, konnten sie schnell befreundete Gastronomen dazu begeistern, auch von den Vorteilen eines Lieferservices zu profitieren, und entwickelten das System weiter. "Als die Nachfrage größer wurde, entschieden wir uns, das System unter dem Namen FoodAlley gezielt am Markt zu platzieren", berichtet Philip Vögele, der als Dritter im Bund dazu kam, als die Geschäftsidee immer professioneller wurde, sich im Jahr 2019 zu einem Gewerbe entwickelte und schließlich 2020 zu einer GmbH wurde.

"Im Grunde bieten wir die digitale Infrastruktur für Gastronomen an, um unkompliziert Essensbestellung anzubieten und abwickeln zu können", erklärt der 30-Jährige. Das bedeutet konkret: Der Kunde geht entweder auf www.fooodalley.de oder auch auf den individuell für den Restaurantbesitzer erstellten Webshop und bestellt sein Lieblingsessen. "Unser System verarbeitet und dokumentiert die Bestellung, und der Koch in der Küche muss sich nur noch um die Zubereitung kümmern."

Klare Aufgabenverteilung der Geschäftsführer

Die Aufgaben beim Startup sind seit jeher klar verteilt: Während der 32-jährige Fischer für die IT zuständig ist, kümmert sich Krajewski um den Vertrieb, Vögele hingegen um das Produktmanagement und die Produktentwicklung. Und auch, wenn die drei Schulfreunde, die ursprünglich aus Villingendorf stammen, noch ihre anderen beruflichen Tätigkeiten ausüben – Fischer und Krajewski mit dem BunBun-Burger, Vögele als Geschäftsführer einer Marketing-Agentur in Schorndorf bei Stuttgart, nimmt FoodAlley, bei dem mittlerweile eine Assistentin, ein Außendienstmitarbeiter sowie ein Auszubildender für Medieninformatik beschäftigt sind, für sie immer mehr Platz ein.

Mitllerweile 400 Gastronomiepartner

Vor der Corona-Krise seien es 50 teilnehmende Gastronomiebetriebe gewesen, mittlerweile sind es 400, berichtet Krajeswki, Tendenz steigend. Die Verbreitungsgebiete, sogenannte Cluster, liegen im Südwesten rund um Villingen-Schwenningen, Singen, Konstanz, Reutlingen, dem Rems-Murr-Kreis, Pforzheim, Lahr, Baden-Baden und Stuttgart. Nun will man sich weiter östlich Richtung München orientieren. "Wir fokussieren uns immer vorzugsweise auf Ballungsgebiete und schließen dort so viel wie möglich an unser System an. Im zweiten Schritt erschließen wir dann die Zwischenräume und expandieren dann in diesem Schema weiter", erklärt Philip Vögele das Prinzip. Ziel sei es dadurch, vor allem auch den ländlichen Raum zu erschließen, zumal es dort "viel persönlicher zugehe."

Faire Bedingungen für Betriebe

Der Kontakt zu den Gastronomie-Partnern ist den Geschäftsführern wichtig. "Wir wollen ihnen helfen, mit dem was wir wissen und können", sagt Vögele mit Blick auf die stetige Weiterentwicklung des Unternehmens, von der die Betriebe auch profitieren. Unter anderem steht in Kürze der Relaunch der personalisierten Webshops an. "Zudem wollen wir ein faires Unternehmen sein". Das heißt: Der Provisionssatz, den FoodAlley bekommt, liegt bei 7,5 Prozent für alle Teilnehmer. "Da bleibt auf jeden Fall für die Betriebe etwas übrig, was sie in die Produktverbesserung oder in die Mitarbeiterlöhne stecken können", erklärt Marc Krajewski den Unterschied zu kommerziellen Lieferservices.

Die drei Geschäftspartner, die ihr Büro zunächst in Schwenningen hatten und Ende 2021 ein Büro im B-Tower an der A81 an der Autobahnausfahrt Rottweil bezogen haben, sind froh, dass ihr Unternehmen trotz der Corona-Krise floriert. Auch wenn das Liefern von Essen in den vergangenen beiden Jahren Hochkonjunktur hatte, habe es gleichzeitig extrem viel Geschäftsaufgaben gegeben. Und auch die jüngsten Kriegsereignisse seien eine Katastrophe für die Gastronomie. "Wer seine Zahlen nicht im Griff hat, geht unter", prognostiziert Krajewski.