Die Stadt konnte den Strom- und Wärmeverbrauch in ihren eigenen Gebäuden senken und verbraucht immer mehr selbst erzeugten Strom, das zeigt der Energiebericht von Rebecca Bader.
Obwohl die Stadt seit Beginn des Energiemonitorings im Jahr 2019 zusätzliche Räume in Betrieb genommen hat, etwa Kindergärten, ist der Energieverbrauch zurückgegangen. Dass der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung reduziert werden konnte, nennet Rebecca Bader einen „Wahnsinns Erfolg“. 114 Kilometer Straßen und Gehwege werden durch die Leuchten erhellt, seit 2023 sind sie alle auf LED umgestellt.
Von 2019 bis 2024 sind die Energiekosten kontinuierlich gestiegen, im vergangenen Jahr (2015) gingen sie um vier Prozent zurück – auf 1,47 Millionen Euro. Das war nicht nur auf sinkende Energiepreise zurückzuführen, sondern auch auf Einsparungen im Verbrauch.
872.300 Euro gab die Stadt im vergangenen Jahr für die Heizung in ihren Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäuden aus, 431.700 Euro für Strom (ohne Straßenbeleuchtung) weitere 81.600 Euro für Straßenbeleuchtung, Blitzer und Ampeln sowie 124.800 Euro für den Trinkwasserbezug.
Heizkosten steigen
Die Stadt nutzt für die Beheizung ihrer Räume vorwiegend das Fernwärmenetz der Stadtwerke, aber auch Gas, Strom und Heizöl. Zwar stieg der Heizenergieverbrauch im vergangenen Jahr um sechs Prozent, doch liegt das hauptsächlich an den kühleren Temperaturen. Witterungsbereinigt ist der Heizenergieverbrauch stabil – sogar über lange Jahre hinweg, obwohl seit 2019 rund 4800 Quadratmeter hinzukamen.
Dagegen ging der Stromverbrauch im vergangenen Jahr deutlich – nämlich um 15 Prozent – zurück, insbesondere durch umgesetzte Effizienzmaßnahmen und Optimierungen im Anlagenbetrieb.
In den städtischen Gebäuden wurden in den vergangenen Jahren verstärkt Beleuchtungssanierungen umgesetzt, etwa im Kindergarten Oberlin oder der Musikschule. Strom wird auch eingespart, wenn die Betriebszeiten von Lüftungsanlagen eingeschränkt werden.
Aus der Reihe tanzt lediglich der Wasserverbrauch in den städtischen Einrichtungen, er stieg im vergangenen Jahr um 21 Prozent. Wie aus dem Bericht der städtischen Energiemanagerin hervorgeht, ist dies vor allem dem Naturfreibad Troase geschuldet. Das 2025 wieder das Niveau der Jahre 2019 und 2022 erreichte, aber 2023 und 2024 einen recht niedrigen Wasserverbrauch hatte.
Zudem gab es im letzten Jahr in städtischen Gebäuden kleinere Defekte, die zu einem Mehrverbrauch von Wasser führten, aber Dank des Monitorings entdeckt wurden. Die Schulen sind ohne Zweifel die Hauptverbraucher, sie lagen noch über den eigenen Zielwerten, mit Ausnahme der Realschule. Positiv zu vermerken ist auch, dass alle Schulen unterhalb des Referenzwertes, liegen der von drei Vierteln der vergleichbaren Schulen in Baden-Württemberg gebildet wird.
Schulen mit guter Bilanz
Die Trossinger Realschule hat die Anforderungen erfüllt und für das Gymnasium ist die Sanierung des Gebäudeteils „Turm“ bereits vom Gemeinderat beschlossen, wobei auch energetische Maßnahmen umgesetzt werden, die den Wärmebedarf mindern.
Bei den Sporthallen lässt sich in den vergangenen drei Jahren beim Wärmeenergieverbrauch eine rückläufige Tendenz feststellen. Allerdings liegt der Wärmeverbrauch der Rosenschulturnhalle mit rund 180 Kilowattstunden pro Quadratmeter weiterhin über dem festgelegten Grenzwert, während sich die übrigen Hallen im mittleren Bereich bewegen.
Bei der Solweghalle sind bereits Maßnahmen in Form einer Fassadendämmung sowie eines Fensteraustauschs angedacht. Auch bei der Fritz-Kiehn-Halle besteht Handlungsbedarf. Die Rosenschul-Halle steht unter Denkmalschutz, weshalb bauliche Maß nahmen zur energetischen Optimierung nur eingeschränkt möglich sind. Beim Stromverbrauchs schneidet die Kellenbachhalle sehr gut ab, während die Solweghalle den höchsten Stromverbrauch aufweist. Grund: Die Lüftungsanlage wird nicht nur zur Luftversorgung, sondern auch zur Beheizung genutzt, sie bringt die Wärme aus der Fernwärmeversorgung in das Gebäude. Die Lüftungsanlage läuft deshalb länger als in anderen Hallen, in denen sie nur bei besonderem Bedarf zugeschaltet wird.
Bei den Kindergärten hat der Albblickkindergarten die besten Energieverbrauchswerte, weil das Gebäude einen modernen Standard hat und der Betrieb nur bis 14 Uhr geht.
Das Fazit von Rebecca Bader: „Trossingen ist auf einem guten Weg“, erste Einsparungen bei Energie und Kosten sind sichtbar.“
Investition
Photovoltaik
Investiert wurde im vergangenen Jahr in drei neue Photovoltaikanlagen mit zusammen 80 Kilowatt Spitzenleistung auf Dächern städtischer Gebäude, wobei die Anlage auf dem Feuerwehrgerätehaus 30 Prozent des dortigen Stromverbrauchs deckt. 99 Prozent der Solarstromproduktion auf dem Feuerwehrdach fließen in den Eigenverbrauch, ein Prozent wird ins Netz abgegeben. Die im Dezember im Freibad Troase installierte Anlage hat eine Spitzenleistung von 25 Kilowatt.