Christiane Lange lenkt die Staatsgalerie Stuttgart seit 2013 Foto: Staatsgalerie

Im offiziellen Herbst erlebt die Staatsgalerie Stuttgart einen staunenswerten Frühling. Christiane Lange, seit 2013 Direktorin des Museumsflaggschiffs Baden-Württembergs, erläutert das neue Selbstbewusstsein.

Ein neues Selbstbewusstsein zeigt dieser Tage das Team der Staatsgalerie Stuttgart. Woher kommt dieser „gemeinsame Vibe“? Und wie zeigt er sich in der Ausstellung mit Werken der Villa Massimo-PreisträgerInnen Yael Bartana, Manaf Halbouni und Bjørn Melhus sowie der „This is Tomorrow“ überschriebenen Neupräsentation der Sammlung des 20. und 21. Jahrhunderts?

 

Frau Lange, „This is Tomorrow“ betiteln Sie die aktuelle Neupräsentation von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Machen Sie sich selbst und damit vielleicht Kunstmuseen an sich Mut?

Unbedingt, denn es zeigt uns allen, welche Bedeutung unsere Museumssammlungen in der Gegenwart haben und vor allem: weiterhin haben werden! Und wie viel Potential spannend kuratierte Gegenüberstellungen aus unserer Sammlung haben können. Der rege Zuspruch unserer Besucherinnen und Besucher zeigt uns, dass wir mit der Präsentation den Nerv der Zeit getroffen haben.

Wobei Sammlungspräsentationen an sich im Trend liegen – oder?

Tatsächlich gibt es derzeit viele neue Sammlungspräsentationen in Museen weltweit. Unser Ansatz war es, eine medienübergreifende Präsentation zu aktuellen Themen zu erarbeiten, um die zahlreichen Facetten und Schwerpunkte unserer Sammlung zu verdeutlichen: Video, Fotografie, Sound, Zeichnung, Grafik, Gemälde, Skulptur und Installation. Und bei allem dürfen Sie nicht vergessen: Die Staatsgalerie ist ein Museum für das 21. Jahrhundert mit 700 Jahren Kunstgeschichte, auf die wir zurückgreifen können.

Zum Auftakt zeigen Sie mit der Videoarbeit „Damaged Goods“ von Nathalie Djurberg und Hans Berg einen ziemlich wilden Ritt durch die Themen Normen und Geschlechterstereotype. Wie wichtig ist solch ein Ausrufezeichen?

Wild finde ich die Arbeit gar nicht. Ich habe ja eben schon auf die 700 Jahre Kunstgeschichte hingewiesen – und vielleicht habe wir einfach auch manche Klarheit etwa in der altdeutschen Malerei, vergessen. Aber zu ihrer Frage: Es ist sehr wichtig den Körper in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen zum Thema unserer Sammlung zu machen, denn hier zeigt sich, dass zentrale Themen durch die Kunstgeschichte hinweg bis heute relevant geblieben sind – und das darf auch mal so drastisch sein wie bei Nathalie Djurberg und Hans Berg. Aber die Arbeit lockt ja auch mit viel Ironie.

Nathalie Djurberg und Hans Berg, Damaged Goods, 2019, Filmstill, Leihgabe der Lisson Gallery London /VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Das heißt aber doch: Gerade dieser Auftakt ist Programm.

Wir wollen ein Ort sein, der zum Nachdenken anregt und dürfen auch ein Ort der Diskussion sein.

Die Neupräsentation der Sammlung ist räumlich mit dem Gastspiel der Villa Massimo-Stipendiaten Yael Bartana, Manaf Halbouni und Bjørn Melhus verbunden. Alle drei reagieren wiederum auf Werke der Staatsgalerie-Sammlung. Was passiert da aus Ihrer Sicht?

Es war für uns ein großes Glück, dass zeitgleich zu den Planungen unserer neuen Sammlungspräsentation die Idee der Villa Massimo in Rom an uns und sieben weitere Kulturinstitutionen in Stuttgart herangetragen wurde, die aktuellen Stipendiatinnen und Stipendiaten in Stuttgart zu zeigen. Unsere Idee war es, Yael Bartana, Manaf Halbouni und Bjørn Melhus mit unserer Sammlung arbeiten zu lassen und so sind Räume entstanden, die Werke aus dem 20. Jahrhundert – von Max Beckmann, Hermann Finsterlin und Max Ernst – aus einer aktuellen Perspektive betrachten. Dies unterstreicht die Bedeutung von Themen und Werken in der Sammlung der Staatsgalerie und deren Relevanz für aktuelle, zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler.

„Experimentierbühne“, „Labor“ – wie gut stehen der Staatsgalerie solche von der Kritik gewählten Bezeichnungen?

Wir finden, sehr gut! Denn wir wägen natürlich alle Projekte und Ideen im Team gut ab, aber manchmal darf auch das Experiment Raum bekommen – und es macht auch besonders viel Spaß die Produktion einer künstlerischen Arbeit zu begleiten und noch nicht von Beginn an zu wissen, was dabei rauskommt. All das zeigt die Vielfalt unserer Aktivitäten: sammeln, bewahren, ausstellen, aber auch ein Ort der künstlerischen Produktion und des Experiments zu sein. Und natürlich – Das ist unser Anspruch: Wir sind das Labor für die Zukunft.

Kein Lob kommt in der Kunst ohne versteckte Attacke aus. Yael Bartana, Manaf Halbouni und Bjørn Melhus seien geschickt gewählt, heißt es dann – begründet wohl vor allem durch Yael Bartanas Arbeit für den Deutschen Pavillon bei der 60. Biennale in Venedig. Was entgegnen Sie?

Im Prinzip hatten wir hier einfach besonders viel Glück, denn die drei Künstlerinnen und Künstler wurden uns von der Villa Massimo vorgeschlagen und wir haben natürlich sehr gerne mit allen dreien zusammengearbeitet. Dazu kam nun der schöne Zufall, dass wir kurz vor dem Projekt bereits eine Arbeit von Yael Bartana erworben hatten und sie im Laufe des Projekts ausgewählt wurde, um ihre Arbeiten im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig zu zeigen. Manchmal kommt eben der Zufall, aber auch kuratorisches Gespür unseres Teams, hier von Susanne Kaufmann Valet und Hendrik Bündge, zusammen.

Eine gute Portion Selbstbewusstsein ist unüberhörbar. Lässt sich aus diesem Aufbruchsgefühl leichter auf mögliche Fehlstellen in der Sammlung hinweisen? Oder welche Rolle spielen sonst in „This is Tomorrow“ Gäste wie Clément Cogitores Video-Projekt „Les Indes Galantes“?

Fehlstellen gibt es immer, umso schöner, diese temporär zu schließen oder wie im Falle des „offenen Depots“ von Carolin Scharpff-Striebich, gezielt die Lücken der Sammlung mit Dauerleihgaben zu ergänzen – Beispiel Ben Willikens aus der Sammlung Weishaupt und Clément Cogitore aus der Mercedes-Benz Art Collection. Da wir unmöglich alle interessanten Positionen sammeln können, ist es wunderbar, wenn auf diese Weise weitere Werke zu Gast in unserer Sammlung sein können.

Das eigentliche Thema von Cogitores Werk ist Teilhabe. Und Rom-Preisträger Manaf Halbouni resümiert knapp „Democracy has fallen“. Kann Kunst aber mehr als die formal kluge Analyse?

Wir haben bewusst Werke von Künstlerinnen und Künstlern integriert, die sich mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation beschäftigen. Der syrische Künstler Manaf Halbouni setzt sich in seinen Arbeiten – etwa den aufgestellten Flüchtlingsbussen in Dresden – mit Flucht und Vertreibung auseinander. Aktueller könnten Themen nicht sein, und sie gehen direkt auf die Besuchenden zu, treten in den Dialog.

Auch bei Clément Cogitore?

Unbedingt. Cogitore fasziniert auch durch die Musik und die Wut, die sich tänzerisch bei den Protagonisten entlädt – er zeigt einen Bruch der Gesellschaft, der insbesondere unsere jungen Zielgruppen sehr bewusst anspricht.

Etwas unvermittelt stößt man in „This is Tomorrow“ auf Yoko Onos „Air Dispenser“ von 1971. Das Gerät gibt nach Einwurf von 25 Cent eine mit Luft gefüllte Kapsel frei. Vor 53 Jahren wurde gute Luft zum künstlerischen Medium – hat Kunst doch seismografische Qualitäten?

Sie hat auch Wirkung. Man vergisst ja die Situation Anfang der 1970er Jahre in New York mit einer enormen Luftverschmutzung. Yoko Ono identifiziert die Folgen mit künstlerischen Mitteln – und dies so überzeugend, dass der „Air Dispenser“ uns heute noch immer unmittelbar fasziniert. In New York haben Anfang der 1970er Jahre wesentlich die Künstlerinnen und Künstler auf ökologische und soziale Missstände aufmerksam gemacht. Und Wirkung erzielt. Aktuell ist das in der Begegnung mit dem „Air Dispenser“ nicht anders. Da geschieht etwas mit uns – und darum geht es.

Neben Yael Bartana und Manaf Halbouni lassen sie im Trio der Rom-Preisträgerinnen und Rom-Preisträger auch Bjørn Melhus auf Werke der Sammlung der Staatsgalerie reagieren. Melhus hat sich für Max Beckmann Radierfolge „Apokalypse“ entschieden – und kontert die Abgründe mit fast sphärischen Klangbildern. Lässt die Kunst uns hier buchstäblich durchatmen?

Das wäre denn doch ein Trugschluss. Melhus spricht hier ja viele aktuelle schwierige Themen an, wie Gewalt und Überwachung, die uns derzeit eigentlich eher die Luft anhalten lassen. Allerdings macht er dies mit seinen für ihn typischen ironischen Mitteln – und so ist hier auch ein Lachen erlaubt, obwohl wir es mit komplexen und schwierigen Inhalten zu tun haben. Aber ein „Durchatmen“? Nein, ganz und gar nicht – viel eher entwickelt Melhus einen Sog in den Abgrund der Kontrolle.

Einen Sog entwickelt in den wunderbar kargen Räumen des Steib-Baus auch Jeff Koons‘ „Hulk“. Dieser hat aber immerhin auch schon 19 Jahre auf dem Buckel. Und soll doch den Anspruch einlösen, „Tomorrow“ gültig zu sein?

Popkulturell gesehen, war Koons seiner Zeit voraus: die zahlreichen Superheldenfilme als Blockbuster, darunter auch „Hulk“ sind erst ein paar Jahre alt. Aber spannend ist dann schon wieder, dass Jeff Koons 2005 mit Hulk einen Helden wählt, der zunächst nicht in der ersten Reihe steht. Aber Sie haben schon recht: Der ganze Pop-Art-Raum hat eine ungeheure Kraft. Das geht ja hin bis zu jener Arbeit, der wir den Ausstellungstitel entnommen haben: Er stammt von Richard Hamiltons Collage „This is tomorrow“ aus dem Jahr 1956, ist also noch älter – und zeigt, dass manche Kunst zeitlos ist und gültig bleibt.

Jeff Koons, Hulk (Jungle) Foto: Jeff Koons/Staatsgalerie Stuttgart

Der Auftritt der Rom-Geehrten und die Schau „This is Tomorrow“ sind im Altbau zu sehen und kommen in einem Moment, in dem die Staatsgalerie verkündet, dass ihr 1984 eröffneter damaliger Neubau von James Stirling von 2028 an geschlossen und umfassend saniert wird. Inwieweit probieren Sie mit dem aktuellen Doppel auch Präsentationsformen auf reduzierter Fläche aus?

„This is Tomorrow“ ist ein Erproben von Neukonstellationen unserer Sammlung – wie etwa auch schon in dem Projekt „Angespannte Zustände“. Und es ist auch der Versuch, auf das Publikum zuzugehen und zu zeigen, warum wir als Museum relevant sind. Und zum Stirling-Bau: Wir sind sehr froh, dass die dringend notwendige Sanierung nun tatsächlich vorbereitet wird. Allerdings bedeutet diese auch Einschränkungen im Altbau.

Inwiefern?

Was weniger bekannt ist, ist, dass wir im Stirlingbau erhebliche Depotflächen haben. Wir werden entsprechend Flächen im Altbau nützen müssen. Zum Glück ist es gelungen das Kunstgebäude am Schlossplatz als Interimsfläche zu gewinnen, damit wir auch während des Umbaus mit Teilen der Sammlung und Ausstellungen präsent bleiben können.

Sie haben es gesagt – die Staatsgalerie Stuttgart bleibt nach 2028 nicht nur im Altbau präsent. Sie prägen dann auch das Geschehen im Kunstgebäude am zentralen Schlossplatz. Schon jetzt organisiert ihr Haus auf Bitten des Landes dort den Ausstellungsbetrieb. Ist das nicht ein großer Spagat?

Wenn es eine Institution schaffen kann, dann die Staatsgalerie Stuttgart. Wenn es ein Team kann, dann sind wir es. Wir geben alles, um beim Publikum präsent zu bleiben.

Lange Zeit sah es so aus, als könne das Kunstgebäude in den Bereichen Kuppelsaal und Kabinette im Altbau ein Forum aller Künste sein. Diese Idee wird nun nicht weiterverfolgt – oder auf Projektbasis doch mit dem Schirm der großen Staatsgalerie?

Zunächst einmal ist aktuell mit „The Hidden Länd. Wir im ersten Jahrtausend“ eine Große Landesausstellung des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg zu sehen. Das ist eine starke eigene Stimme. Aber Sie müssen auch sehen, welche Vielfalt und Vernetzungsqualität das Veranstaltungsprogramm der Staatsgalerie bereits aufweist: Debatten, Vorträge, Lesungen, Konzerte, Club-Abende, Performances und vieles mehr.

Sie fühlen sich bereits „bunt“ genug?

Ich glaube, dass unser großartiges Team ungemein vielfältige Vermittlungsangebote macht. Und ich sehe nicht, weshalb sich dieses im Kunstgebäude nicht bestätigen sollte.

Immer wieder auch schafft gerade Klarheit in der Aufgabenverteilung Freiräume. Ein viel bestauntes Beispiel liefert die Staatsgalerie mit dem Projekt „The Gällery“. Es läuft gut – oder?

Ja, sehr gut! Wir hatten bei der Eröffnung der Ausstellung „Neues Sehen, Neue Sachlichkeit und Bauhaus. Fotografische Neuerwerbungen der Sammlung Siegert“ 700 Gäste bei uns in der Gällery – unsere unterschiedlichsten Zielgruppen feiern zusammen, das ist toll zu sehen.

Das Lächeln über den Titel „The Gällery“ bleibt, aber auch das Staunen, dass die Staatsgalerie mit diesem Forum ihren ja bereits 1989 begonnenen Dialog mit der Kunst mit Fotografie nicht nur neu belebt hat, sondern dabei auch ein völlig neues und junges Publikum erreicht. Was geschieht da?

Die Nachfrage zeigt die Relevanz von und das Interesse an Fotografie. Und die Bedeutung der fotografischen Sammlung der Staatsgalerie, die immer wieder auch in Sonderausstellungen wie mit Cindy Sherman – als Wanderausstellung danach unter anderem in Hamburg und Antwerpen präsentiert – über die Gällery-Räume hinauswächst. Der Erfolg ist eine schöne Bestätigung für unsere Idee, innerhalb der Staatsgalerie ein eigenes Foto-Museum zu etablieren. Aber Sie haben ja selbst das Datum 1989 und damit verbunden den Ankauf der Sammlungen von Rolf Mayer und Rolf H. Krauss angesprochen. Wir sind also einen langen Weg bis zur „Gällery“ gegangen. Aber jetzt, mit Foto-Expertise durch Kollegen wie Bertram Kaschek oder Jens Henning Ullner, eingebunden in einem tollen Team, können wir tatsächlich viele Trümpfe ausspielen.

Stechen Sie auch?

Das verstehe ich jetzt mal als Frage nach der Publikumsresonanz. Gerade gibt es bei uns verschiedene Orte im Museum, die ein jüngeres Publikum ansprechen – und gleichzeitig kommen aber auch unsere traditionellen Besuchergruppen. Daraus ergeben sich aktuell sehr gute Besucherzahlen. Und das ist natürlich eine schöne Bestätigung.

Um all das zu stemmen, was Ihr Haus anbietet, braucht es viel Engagement auf allen Ebenen. Das heißt, nicht nur der Themenmix, sondern auch der Teammix stimmt aktuell in der Staatsgalerie Stuttgart?

Ja, wir haben gemeinsam einen positiven Vibe – das strahlt nach Außen ab und zieht Menschen an. Auch neue Besuchergruppen, vor allem Jüngere. Es ist das „neue Cool“ in so prunkvollen Räumen, wie dem Säulensaal der Staatsgalerie, eine Ausstellungseröffnung mit Party-Charakter feiern zu können. Aber wir haben auch intensiv an Kooperationen gearbeitet – mit der Kunstakademie auf dem Weißenhof wie auch mit der Merz-Akademie, auch mit dem Institut für Auslandsbeziehungen. All das trägt zu einer immer größeren Durchmischung bei. Darauf sind wir sehr stolz.

Der Schwung führt offenbar auch zu offen kommunizierten Wünschen für die Weiterentwicklung der Sammlung. Nicht zuletzt „Damaged Goods“ von Nathalie Djurberg und Hans Berg hätten Sie gerne in der Staatsgalerie-Phalanx. Wie steht es um diesen wie um weitere mit „This is Tomorrow“ formulierte Ankauf- beziehungsweise Stiftungswünsche?

„Damaged Goods“ konnten wir nur wenige Wochen nach Eröffnung von „This is Tomorrow“ mit Mitteln aus dem Zentralfonds des Landes Baden-Württemberg für die Anschaffung von Spitzenwerken für die Staatlichen Kunstsammlungen erwerben. Dazu kommen weitere Neuerwerbungen und Schenkungen der letzten Wochen und Monate, darunter ein Hauptwerk von Doris Salcedo als Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie Stuttgart, die von Januar 2025 an auch direkt wieder in der Sammlungspräsentation zu sehen sein wird. All dies unterstreicht: Wir sammeln nicht fürs Depot, sondern mit klarer Strategie, die Werke auch baldmöglichst zeigen zu wollen. Und all dies zeigt: Wir haben unsere strukturellen Hausaufgaben gemacht, sind gesuchte Partner und agieren selbstbestimmt. Kurz: Die Zukunft kann kommen.

Das Museumsflaggschiff

Christiane Lange
Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Bayrischen Geschichte und Kirchengeschichte in München und Berlin (1984 bis 1990), arbeitet die 1964 in Mainz geborene Christiane Lange bis 1999 in der Galerie Klewan in München. 1994 über den Würzburger Dombaumeister Hans Schädel promoviert. Ab 2000 Kuratorin an der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, von 2006 bis 2012 deren Direktorin. Ab 2003 Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste München, seit 2011 als Honorarprofessorin. Seit 2013 ist Christiane Lange Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart.

Das Museum
Die Staatsgalerie Stuttgart gehört zu den großen Kunstmuseen Deutschlands. Die Sammlung umfasst Malerei, Skulptur und Grafik vom Mittelalter bis in die Gegenwart und eine international herausragende Sammlung zur Kunst der Moderne. Besondere Highlights sind Oskar Schlemmers „Figurinen zum Triadischen Ballett“ aus den frühen 1920er-Jahren, die berühmten „Rückenakte“ (1909‒1930) von Henri Matisse, zahlreiche Werke Picassos, unter anderem die Skulpturengruppe „Die Badenden“ (1956) und der vom Künstler noch persönlich eingerichtete Joseph-Beuys-Raum. Mit dem Projekt „The Gällery“ hat die Staatsgalerie zudem ein eigenes Fotomuseum etabliert.

Neue Ausstellung
Als neue Sonderausstellung zeigt die Staatsgalerie von 15. November an die Schau Carpaccio, Bellini und die Frührenaissance in Venedig. Vittore Carpaccio (um 1460/65 bis 1525/26) ist einer der bedeutendsten Maler der Frührenaissance in Venedig. Er inszeniert seine farbenprächtigen und detailreichen Bilderzählungen vor der pittoresken Kulisse der Lagunenstadt oder den Landschaften des Nahen Ostens. Aktuell als Sonderausstellungen zu sehen sind: „This is Tomorrow. Neupräsentation der Sammlung des 20. / 21. Jahrhunderts“, „Sommer der Künste – Villa Massimo zu Gast in Stuttgart“ sowie in The Gällery „Neues Sehen, Neue Sachlichkeit und Bauhaus. Fotografische Neuerwerbungen aus der Sammlung Siegert“.