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St. Georgen Coronavirus: Alpro Medical stellt Desinfektionsmittel her

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Das begehrte Desinfektionsmittel wird in einzelne Kanister abgefüllt. Foto: Alpro Medical

St. Georgen-Peterzell - Immer wieder hört man von so genannten "Hidden Champions", weltweit tätigen Firmen, die man kaum kennt, die aber dennoch so etwas wie ein Weltmarktführer sind. Auch die Bergstadt beherbergt ein solches Unternehmen – die Alpro Medical in Peterzell.

Vor wenig mehr als 30 Jahren wurde Alpro Medical als "Garagen-Produktion" in Schwenningen gegründet, seinerzeit wurde ein desinfizierendes Zwei-Phasen-System zur Reinigung zahnärztlicher Absauganlagen Grund für die Firmengründung. Ein Produkt, das zwar gewünscht, aber schlicht nicht vorhanden war. Ein "Alternatives Produkt" – worauf letztlich auch der Firmenname fußt. Alternativ sei die Firma in vielfacher Hinsicht.

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Nachdem man 1989 mit fünf Mann ein Produkt herstellte, sind heute 90 Personen damit beschäftigt, alles herzustellen, was der Arzt, vor allem der Zahnarzt zur Herstellung der weitgehenden Sterilität in der Praxis benötigt. "Wir haben leider das Problem, dass wir nicht genügend geeignetes Personal bekommen, ansonsten könnten wir auch mehr Mitarbeiter vertragen", betonte die Firmenleitung.

Schon bald nach dem Start ging es mit dem Unternehmen steil bergauf. Bereits 1997 zog das Unternehmen von Schwenningen nach Peterzell in die Mooswiesenstraße um, wo ein modernes Fabrikgebäude entstand. Nach und nach entwickelte man dort alles, was eine Zahnarztpraxis an Desinfektions- und Reinigungsmitteln benötigt. Die Philosophie dabei: Material, Mitarbeiter und wo möglich auch die Umwelt sollten dabei soweit als möglich geschützt werden. "Viele Medizinprodukte sind aus Edelstahl oder Titan. Der Zahnarzt hat dagegen nicht nur Edelmetalle im Einsatz. Wenn man einen Diamantbohrer normal desinfizieren würde, wären die Diamanten ab", nannte General Manager Alfred Hogeback beispielhaft zum Thema Materialschonung. Desgleichen sollte auch die Haut der Mitarbeiter geschont werden – wer täglich mehrfach die Hände desinfiziert, müsse geschützt werden. Alpro war eine der ersten Firmen, die von Beginn an konsequent auf Formaldehyd verzichtet hatte, auch Phenol werde nicht verwendet.

Inzwischen stehen den Kunden mehr als 100 Produkte zur Verfügung, die auf einer relativ großen Betriebsfläche produziert werden – erst vor wenigen Monaten wurde erneut erweitert – "und wir haben ein rund 7000 Quadratmeter großes Nachbargrundstück dazu gekauft", erzählt Mit-Geschäftsführer Markus Klumpp, der seit 2018 das Führungsteam ergänzt, nachdem sich Hendrik Helmes in den Ruhestand verabschiedete.

Rund 90 Mitarbeiter 

Doch während das Unternehmen eigentlich sehr viel breiter aufgestellt ist, wird es derzeit, in Zeichen der Corona-Krise, beinahe reduziert auf zwei Produktlinien: Hände- und Flächendesinfektion. Dabei sei besonders zu beachten, dass die Desinfektionsmittel nicht etwa nur bakterizid (Bakterien abtötend) sind, sondern zumindest auch gegen Viren helfen – sonst helfen sie bei Corona nämlich schlicht gar nicht. In der Regel sind die Produkte der ALPRO sogar noch Hefen-abtötend (levurizid) und fungizid (Pilztötend).

Und nicht nur wo "Alpro" draufsteht, ist auch Alpro drin – "wir produzieren auch für Fremdfirmen, die unsere Produkte dann unter ihrem Namen verkaufen", verriet Hogeback.

Das alles benötigt derzeit aber dennoch die gesamte Mannschaft von rund 90 Mitarbeitern, "sogar noch einige mehr", wie die beiden Geschäftsführer im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erzählen. Denn was bisher im ganz normalen Ein-Schicht-Betrieb geschafft wurde, braucht wesentlich mehr: "Wir sind seit Wochen mit versetzten Schichten unterwegs, so dass wir etwa eineinhalb-schichtig arbeiten können, dazu wird auch am Samstag produziert – dennoch sind unsere Lager leer", stellen Hogeback und Klumpp fest. Zum Glück seien die Gymnasien geschlossen – "wir haben ein paar Abiturienten geholt, die sich ein Zubrot verdienen", schmunzelte Hogeback.

Ein Problem sei der Grundstoff aller Desinfektionsmittel: "Alkohol in der benötigten Konzentration und Reinheit ist sehr schwer zu bekommen, außerdem hat sich der Preis verdreifacht", ärgern sich die beiden Firmenchefs.

Auch das Schwarzwald-Baar-Klinikum habe mittlerweile bei ihnen angeklopft, doch man konnte da angesichts leerer Lager und voller Auftragsbücher leider nicht weiterhelfen.

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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