Auf dem Areal des Lörracher St. Elisabethenkrankenhauses soll im Bestand und in Neubauten Wohnraum geschaffen werden. Geplant ist auch ein Kindergarten.
Mit der Inbetriebnahme des neuen Zentralklinikums im Jahr 2027 wird das Ensemble des St. Elisabethenkrankenhauses, der dazugehörige Parkplatz sowie das benachbarte Grundstück der bisherigen Kinder- und Jugendpsychiatrie für eine neue Nutzung frei.
Als Inhaber der Grundstücke hat der „Orden der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul“ in Freiburg diese auf dem freien Markt angeboten und schließlich „unter Berücksichtigung von Zielvorstellungen, zu denen Abstimmungen mit der Stadt stattfanden“, eine Interessentin ausgewählt: die Landmarken AG mit Sitz in Aachen. „Der zunächst angebotene Verkauf an die Stadt oder die Wohnbau Lörrach musste nach Konkretisierung der Preisvorstellungen des Ordens abgelehnt werden“: So skizzieren es die Fachbereichsleiter „Stadtplanung“, Gerd Haasis und Alexander Nöltner, in der Vorlage für den Ausschuss für Umwelt und Technik, die am Donnerstag den Sachstandsbericht samt städtebaulichem Konzept erläutert.
Auswahlkriterien für Kaufinteressenten
In den nächsten Schritten soll ein städtebaulicher Vertrag ausgearbeitet und planungsrechtliche Schritte eingeleitet werden, um das Projekt für bis zu 340 Wohneinheiten mit begleitenden Nutzungen zu ermöglichen.
Die Landmarken AG wird die Wohnungen als Eigentümerin behalten.
Als Auswahlkriterien für den Orden – „die sich weitgehend mit städtischen Zielen decken“ – werden von Haasis und Nöltner unter anderem genannt: „Sozialverträgliches, generationenübergreifendes Wohnen mit spezifischen Angeboten sowohl für ältere Menschen als auch für Kinder und Jugendliche.“ Zudem „gemeinschaftsfördernde Angebote für das Quartier und die Bewohner des Umfelds, gegebenenfalls Gemeinschaftsräume sowie Arztpraxen und Therapieangebote.“ Und: „ Nach Möglichkeit der Erhalt historischer Bausubstanz.“
Von der Stadtverwaltung wurden weitere städtebauliche Kriterien an den Orden für die Käuferauswahl herangetragen, etwa die Sicherung der öffentlichen Wege durch das Gelände sowie Aspekte der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes.
Die Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts
In einem Workshop-Verfahren wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt. Bei Billigung durch den Gemeinderat werde es Grundlage des Kaufs der Grundstücke durch die Landmarken AG und Ausgangspunkt für die planerischen Prozesse der Stadt sein. Aber: „Eine Bindungswirkung für weiter erforderliche Abwägungsprozesse des Gemeinderates besteht nicht“, wird betont.
Die ehemalige Kinder- und Jugendpsychiatrie
Die Gebäude der ehemaligen Kinder- und Jugendpsychiatrie sind von der städtebaulichen Neuordnung des Klinikareals und der Umnutzung des Parkplatzes ausgenommen: „Stattdessen soll eine wirtschaftlich tragfähige Nachvermietung erfolgen, um die Substanz zu sichern und einen weiteren Leerstand zu vermeiden“, heißt es.
Das gegenwärtige städtebauliche Konzept sei eine „erste Annäherung“ und erhalte noch „Unschärfen“, die im Laufe des Planungsprozesses geklärt werden sollen.
Konkrete Zielvorstellungen des Projekts
Konkret zählen zu den Zielvorstellungen etwa die Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen für Familien, Studenten und Auszubildende sowie Senioren. Zudem die Integration eines vier- bis sechsgruppigen Kindergartens in das Ensemble. Der Erhalt der öffentlichen Wege im Krankenhaus-Areal gehöre ebenso zum Ansatz wie ein öffentlicher Kinderspielplatz und ein Café im Innenhof. Bäume sollen möglichst weitgehend erhalten, Grünstrukturen ergänzt werden.
Wo wie viele Wohnungen entstehen sollen
Auf dem bisherigen Klinik-Areal sollen rund 120 Wohneinheiten in sanierten Bestandsgebäude entstehen und 150 bis 160 in Neubauten. Auf dem Parkplatz sind Neubauten mit rund 60 Wohneinheiten und der Kindergarten angedacht. In dieser innenstadtnahen Lage wird ein reduzierter Stellplatzschlüssel angestrebt.
Der städtebauliche Vertrag, „der insbesondere die Kostenübernahme für planerische Prozesse und Leistungen regelt“, soll bis zum Sommer ausgehandelt werden