Drei Brücken auf der Kinzigtalbahn sollen im Herbst abgerissen und neu gebaut werden. Eine davon steht in Alpirsbach. Was bislang zu dem Projekt bekannt ist.
Es war eine Hiobsbotschaft für all jene, die auf die Zugverbindung zwischen Freudenstadt und Offenburg angewiesen sind: Ab dem 28. August soll die Kinzigtalbahn zwischen Freudenstadt und Schiltach gesperrt werden. Das bestätigte die Deutsche Bahn (DB) bereits Anfang März auf Anfrage unserer Redaktion.
Der Grund für die Sperrung: Drei Eisenbahnbrücken entlang der Strecke sollen abgerissen und neu gebaut werden. Wie sich nun herausstellt, befindet sich eine dieser Brücken in Alpirsbach. Es handelt sich um die sogenannte Brücke bei der Farbmühle, die nördlich der Stadt nahe der Firma Eckert Fahrzeugservice die Kinzig überspannt.
Ursprünglich gebaut wurde die Brücke im Jahr 1886, wie Alpirsbachs Stadtbaumeister Rudolf Müller auf Anfrage berichtet. Allerdings sei die Brücke im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden. Nach dem Krieg sei sie dann als genietete Stahl-Fachwerk-Brücke wiederaufgebaut worden.
Korrosion wird zum Problem
In dieser Form überdauerte die Brücke die Jahrzehnte – bis heute. Mittlerweile setzt laut Müller aber Korrosion dem Bauwerk zu. Der Zustand habe sich zuletzt stark verschlechtert, erklärt Müller. „Irgendwann ist die Tragfähigkeit nicht mehr vorhanden.“
Somit ist also klar, warum nun eine neue Brücke her muss. Wäre es nach der Stadt gegangen, wäre auch die neue Brücke eine Stahlkonstruktion geworden – in der Hoffnung, dass der Bau dann schneller gegangen wäre. Doch die DB, die für die Baustelle zuständig ist, entschied anders. „Die macht heutzutage die Stahlkonstruktionen nicht mehr“, sagt Müller.
Stattdessen soll nun ein sogenanntes Betontrogbauwerk entstehen. Die neue Brücke wird dabei zunächst neben der bestehenden Brücke aufgebaut. Während der Sperrung wird dann die alte Brücke abgerissen und die neue Brücke an die Stelle der alten geschoben.
Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Mit den Bauarbeiten kann schon vor der Sperrung begonnen werden. Würde die neue Brücke erst nach dem Abriss der alten gebaut, müsste die Kinzigtalbahn deutlich länger gesperrt werden.
Bereits einige Bäume gefällt
Wann die Bauarbeiten beginnen werden, weiß Müller derzeit noch nicht. Allerdings wurden bereits in der Nähe der Brücke einige Bäume gefällt, um Platz für die Baustelle zu schaffen. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll das Gebiet dann wieder renaturiert werden. „Man muss dann schauen, wie man das wieder in Ordnung bringt“, so Müller.
Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten wird es voraussichtlich nur für die angrenzende Firma und natürlich die Bahnkunden geben. „Der Straßenverkehr ist nicht tangiert“, versichert Müller.