Das sind tolle Nachrichten für das Geburtshaus Horb in Dießen: Dem Spendenaufruf folgten viele Menschen, das Spendenziel wurde erreicht. Wir sagen, wie es nun weitergeht.
In Dießen schrillten die Alarmglocken: Dorothea Fritz sorgte sich um die Zukunft ihres Geburtshauses. Seit fast 15 Jahren ist die Einrichtung eine feste Institution in der Stadt und weit über die Stadtgrenzen bekannt.
Doch gesundheitliche Probleme der Gründerin und Geschäftsführerin Fritz und die allgemein schwierige Lage für Hebammen sorgten für große Schwierigkeiten. Deshalb rief sie selbst eine Spendenaktion auf der Spenden-Plattform „GoFundMe“ ins Leben. Spendenziel: 20.000 Euro.
Nach knapp einem Monat ist die Freude groß. „Es ist phänomenal. Das Spendenziel ist erreicht. Das konnte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen“, kommentiert Dorothea Fritz.
Wer sind die Spender?
Fritz berichtet: „Mehr als 330 liebe Menschen haben gespendet. Überwiegend unsere betreuten Frauen, Kolleginnen, Freunde, Familie, die Großeltern von Kindern, die wir betreut haben, Nachbarn, liebe Dießener, Firmen und Dienstleister, mit denen wir zusammenarbeiten. Ein Riesenecho hat der Spendenaufruf gefunden.“ Das überglückliche Fazit der Geschäftsführerin: „Ich bin zutiefst dankbar für diese Unterstützung und Wertschätzung.“
Doch was bedeutet das nun für die Zukunft der Einrichtung?
Die Hebamme sagt: „Das Geburtshaus kommt über die Runden. Wir schaffen das. Das Geld wird schwäbisch verwaltet von meiner Finanzministerin.“
Fritz erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal, woran es grundsätzlich hakt: „Grund allen Übels ist die geringe Entlohnung der freiberuflichen Hebammen. Wir arbeiten für den halben Stundensatz eines Physiotherapeuten. Haben wir das verdient?“
Dann kam auch noch ihre eigene gesundheitliche Lage dazu. Fritz muss sich dringend an der Hüfte operieren lassen.
Wie geht es Dorothea Fritz aktuell?
„Mir geht es gesundheitlich nicht gut. Ich habe heftige Schmerzen. Jede Bewegung tut weh. Ich humpele und leiste mein Tagwerk, indem ich mich durch die Termine „mühe“.“
Im August ist die OP. Das Geburtshaus macht Betriebsferien. Fritz: „Ich habe weit im Voraus wenig Frauen für diese Zeit angenommen. Für September sind drei externe Hebammen als Vertretung und unsere Honorarhebamme für die Wöchnerinnen da. Und so Gott will, werde ich zum 1. Oktober wieder regulär arbeiten und das Geburtshaus seinen gewohnten Betrieb aufnehmen.“
Hatte der Stellenaufruf Erfolg?
Die Geburtshaus-Geschäftsführerin nutzte den Spendenaufruf, um aktiv nach Hebammen als Verstärkung fürs Team zu suchen. Fritz berichtet nun: „Auf den Stellenaufruf haben sich Hebammen gemeldet. Wir prüfen derzeit die Bewerbungen. Es ist wie in jedem Handwerk, in dem fleißig gearbeitet wird, schwierig einsatzfreudige und zuverlässige Hände zu finden. Eine Hebamme scheint vom Gemüt und ihren Werten vielversprechend zu sein.“
Kann noch weiter gespendet werden?
Das Geburtshaus kann auch noch über die 20.000 Euro hinaus jeden Euro gut gebrauchen. Und es kann auch noch weiter über die Seite von „GoFundMe“ gespendet werden. Fritz hat dort ein kleines „Update“ geschrieben: „Wir haben unser erstes Ziel erreicht. Da immer noch liebe Menschen spenden möchten, habe ich das Ziel erweitert.“ Es liegt jetzt bei 25.000 Euro.