Es ist soweit: Die Spendenaktion von Peter Geiselhart für die vom Großbrand in Lörrach betroffenen Familien ist abgeschlossen. Wie es weitergeht.
Noch am Donnerstagabend wurde den Anwohnern, die vom Brand in der Waschhausgasse betroffen sind, anteilig die Spendensumme überwiesen. Insgesamt kamen rund 145 000 Euro zusammen. Auf die acht Haushalte entfallen somit jeweils rund 18 000 Euro. Das verkündet der Initiator, Freund und Nachbar der Betroffenen, der Musiker Peter Geiselhart.
Was geschah
Zur Erinnerung: Am ersten Weihnachtsfeiertag war in Stetten durch ein kaminähnliches Gerät ein Großbrand entstanden. Häuser und Wohnungen wurden zerstört, Familien verloren ihr Zuhause, ein Mann wurde schwer verletzt.
Gleich am nächsten Morgen, nach nur einer Stunde Schlaf, setzte sich Peter Geiselhart, auch bekannt unter seinem Künstlernamen Peter Reimtgut, an seinen PC und meldete spontan eine GoFundMe-Kampagne an. „Ich habe gemeinsam mit meinen Nachbarn ansehen müssen, wie der Brand und das Löschwasser alles zerstörten. Bei uns im Haus sammelten sich die Betroffenen und auch Einsatzkräfte. Ich wollte etwas tun“, erklärt er rückblickend. Dass bei der Spendenaktion tatsächlich eine so große Summe zusammenkommt, hätte er indes nie für möglich gehalten. „Das ist bombastisch!“ Er möchte sich bei allen der rund 2500 Spender bedanken.
Zwischendrin sei es ihm fast ein wenig mulmig geworden, als er sah, dass schon in nur kurzer Zeit 20 000 Euro zusammenkommen. Nun hofft er, mit den Spenden den Betroffenen einen hoffnungsvollen Neustart ein wenig erleichtern zu können. Denn manche Familien hätten schlichtweg alles verloren, erinnert er. Auch Wohnungen, die nicht ausgebrannt seien, sondern „nur“ vom Löschwasser betroffen, seien unbewohnbar. „Zudem ist durch das Löschwasser, das über Eternit-Dachziegel lief, alles kontaminiert.“ Gefreut hat er sich, dass auch andere aktiv wurden: Der Gastronom Mick Gäntzel und das Familienzentrum sammelten mit verschiedenen Aktionen Geld und Hilfe.
Spontan Hilfe aufgegleist
Unterstützung fand er auch bei Robert Horvath vom Verein Diakonische Stadtarbeit Kreuzweg, den er über ein Sozialprojekt kennenlernte und der sich besonders für randständige Menschen einsetzt, so auch mit seinem Café Kreuzweg. Hier kamen die Betroffenen am Donnerstagabend zusammen, um über die Spenden informiert zu werden und sich auszutauschen. Horvath hatte bei der Kontaktaufnahme und Konten-Aufgleisung bei der Bank geholfen. „Alles lief überraschend reibungslos“, resümiert Geiselhart. Der stadtbekannte Künstler ist immer noch angefasst vom Schicksal seiner Nachbarn, die unglaublich bodenständig und trotz allem humorvoll mit ihrem Schicksal umgingen: „Das ist beeindruckend.“ Und Robert Horvath meint nachdenklich: „Diese Menschen sind von einer Minute auf die andere obdachlos geworden. Ein Schicksal, das uns allen zustoßen kann.“
Überwältigt von Spendenbereitschaft
Wer spenden möchte
Wer noch spenden möchte, kann dies zeitnah bei der Volksbank Dreiländereck tun, Stichwort „Spendenkampagne Waschhausgasse“.