Im Topspiel der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern trennen sich der SV Dotternhausen und die SGM Deißlingen/Lauffen 2:2. In einer tollen Partie hält SGM-Keeper Niklas Uhl einen Elfmeter.
Nach dem 2:3 zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München war im Anschluss mehrmals die Rede von „Werbung für den deutschen Fußball“. Umgemünzt könnte man dann nach dem 2:2 zwischen dem SV Dotternhausen und der SGM Deißlingen/Lauffen durchaus von „Werbung für die Bezirksliga“ sprechen.
Vor einer ansehnlichen Kulisse gab es nämlich Strafraumszenen en masse. Beide Teams hätten das Spielfeld als Sieger verlassen können. Deißlingens Spielertrainer Felix Schaplewski, der kurz vor der Pause angeschlagen vom Feld musste, war der Meinung: „Ich finde, es war am Ende ein gerechtes Unentschieden.“
Traumtor von Robin Schumpp
Sein Dotternhausener Pendant Matthias Mauz resümierte: „Ein 2:2 gegen den Spitzenreiter ist natürlich in Ordnung. Für die Tabellensituation wäre ein Sieg aber sehr wichtig gewesen, weswegen ich unseren Chancen am Ende schon etwas nachtrauere.“
Doch der Reihe nach: 25 Minuten lang war das Geschehen noch recht ruhig, dann schweißte SGM-Kapitän Robin Schumpp die Kugel aus 25 Metern zum 0:1 in den Winkel – ein Traumtor. Mauz analysierte sehr treffend: „Deißlingen hatte das Geschehen bis dorthin in der Hand. Dieser Treffer hat das Spiel richtig wild gemacht, im Anschluss war es sehr offen.“
Dotternhausen hatte fast eine schnelle Antwort parat, doch Gästetorhüter Niklas Uhl parierte einen scharfen Schuss von Marc Wissmann aus 18 Metern (28.) – es sollte bei weitem nicht seine einzige Parade bleiben. Infolge an eine kurz ausgeführte Ecke war der Tabellenführer dann nicht ganz auf der Höhe, und Wissmann gelang der 1:1-Ausgleich (35.).
Die erneute Führung
Nach der Pause wurde es dann noch turbulenter: Die Hausherren kamen gefühlt gut aus der Kabine, kassierten aber in der 55. Minute die kalte Dusche: Eine Schumpp-Ecke auf den ersten Pfosten landete recht unübersichtlich im Netz, der zur Pause eingewechselte Daniel Matt ließ sich als Torschütze feiern. Drei Minuten später verpasste er bei einem Abschluss dann den schnellen Doppelschlag. Eben jenes Momentum lag auch im 1. Durchgang bereits in der Luft. Hier konnte Marcel Herzog einen dicken Bock von Mauz nicht nutzen, und scheiterte freistehend an Nikolas Effinger.
Schaplewski gab zu Protokoll: „Dotternhausen hat uns zwei, drei Mal eigentlich in die Karten gespielt. Wenn wir dort Kapital daraus schlagen, hat das Spiel nochmals eine andere Dynamik.“
Mehrere Glanzparaden
Stichwort Dynamik: Ab der 60. Minute drückte der SVD gewaltig und kam durch Julian Oberle zum 2:2-Ausgleich. Zuvor hatte sich Anes Kljajic herausragend durchgesetzt, war dann aber an Uhl gescheitert, welcher beim Abpraller machtlos war. Dieser drehte nun richtig auf und parierte in der 75. Minute einen von Kljajic herausgeholten und Oberle geschossenen Strafstoß. „Er hat in der Vorbereitung schon zwei Elfmeter gehalten. Auf ihn ist wirklich Verlass“, lobte Schaplewski.
Die spektakulärste Tat folgte dann noch in der 86. Minute, als er einen Kljajic-Dropkick überragend parierte. Der SVD-Stürmer ließ dann noch eine weitere große Chance liegen, ehe auf der Gegenseite Schumpp bereits in der Nachspielzeit von David Schnekenburger in höchster Not abgegrätscht wurde. Mauz schwärmte: „Das war eine abnormale Rettungsaktion. Da geht mein Fußballherz auf.“