Beim Blitzermarathon vom 13. bis zum 19. April müssen Autofahrer wieder mit verstärkten Kontrollen im Straßenverkehr rechnen. Foto: Lademann/dpa

In dieser Woche findet in Baden-Württemberg wieder der Blitzermarathon statt. Auch in der Region Schwarzwald und Schwäbische Alb ist mit verschärften Kontrollen zu rechnen. Wir haben gesammelt, welche Blitzer-Typen es gibt – und wie diese erkannt werden können.

Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit gehört zu den häufigsten Unfallursachen. Wer öfter mal ein paar Kilometer zu viel auf dem Tacho hat, muss in der sogenannten „Speedweek“ besonders achtsam sein.

 

Von Montag an bis zum Sonntag, 19. April, führt die Polizei besonders an Unfallschwerpunkten und an bekannten Raser-Strecken Radarkontrollen durch. Das Ziel: Verkehrsteilnehmer sollen sich flächendeckend an die Tempolimits halten.

Nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen können zu Bußgeldern führen – auch Abstandskontrollen und das Fahren über eine rote Ampel können Autofahrer teuer zu stehen kommen.

Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Blitzer-Typen, die im Straßenverkehr verwendet werden.

Stationäre Tempo-Blitzer

Stationäre Blitzer sind für eine längere Zeit an einem Ort installiert und meist gut sichtbar am Straßenrand platziert. Aus technischer Sicht unterscheiden sich die verschiedenen Arten von stationären Blitzern: Die Radaranlagen messen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge mithilfe von Frequenzwellen.

Einige dieser Blitzer können sowohl von hinten, als auch von vorn blitzen. Es kann aber immer nur eine Fahrspur gleichzeitig erfasst werden – wenn also zwei Fahrzeuge auf zwei Spuren gleichzeitig zu schnell vorbeifahren, hat zumindest einer der Fahrer Glück.

Die Säulen ermitteln mithilfe von Laserstrahlen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Vielerorts werden seit einigen Jahren runde Blitzersäulen verwendet. Die neuartigen Säulen arbeiten mit Laserstrahlen, die mehrere Fahrspuren in etwa 30 bis 70 Metern Entfernung im Blick haben – und das in beide Fahrtrichtungen.

Die älteren Blitzermodelle werden auch Starenkasten genannt. Foto: Hopp

Ältere Blitzermodelle funktionieren durch Induktionsschleifen im Boden, die wenige Meter auseinander liegen. Die zurückgelegte Geschwindigkeit wird durch die Zeit gemessen, die das Fahrzeug für die Distanz benötigt hat – wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreitet, wird geblitzt. Bei dieser Technik wird fast immer nur in eine Fahrtrichtung geblitzt.

Mobile Geschwindigkeitskontrollen

Mobile Geschwindigkeitsmesser rechtzeitig zu erkennen, ist nicht immer einfach. Während ein Blitzer-Anhänger wohl am auffälligsten ist, sind andere Geräte deutlich kleiner oder sogar in Zivilfahrzeugen versteckt. Mittlerweile gibt es auch drahtlose Blitzer, die beispielsweise auf Verkehrsinseln alleine stehen können und manchmal auch unter Tarnnetzen versteckt sind.

EIn Blitzer-Anhänger steht am Straßenrand. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Radaranlagen mit Frequenzwellen-Technik können auch bei mobilen Geschwindigkeitskontrollen verwendet werden. Häufig befinden sich die Messeinrichtungen an der Front und im Kofferraum eines Fahrzeugs, das parallel zur Fahrbahn am Straßenrand geparkt ist. Laut Bußgeldkatalog stehen diese mobilen Radargeräte eine Stunde bis drei Stunden am selben Ort, gemessen wird in beide Richtungen.

Mobile Laserpistolen messen fast ausschließlich von vorne und werden hauptsächlich in geraden Streckenabschnitten angewendet. Mit dieser Messtechnik wird kein Foto ausgelöst – die Polizeibeamten notieren sich entweder das Kennzeichen oder ziehen das entsprechende Fahrzeug im Anschluss aus dem Verkehr.

Mit einem Lasermessgerät wird die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge gemessen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Häufig verwendet werden auch Einheitssensoren, die als mobile Blitzer rechtwinklig zur Fahrbahn aufgestellt werden. Die Geräte ermitteln die Geschwindigkeit von Fahrzeugen, indem sie Helligkeitsunterschiede messen und dadurch den zeitlichen Abstand registrieren.

Ein mobiler Blitzer an der A81 (Archiv) Foto: Heidepriem

Bei der mobilen Geschwindigkeitskontrolle werden mittlerweile auch Videonachfahr-Systeme angewandt: Polizisten verfolgen ein verdächtiges Fahrzeug und fertigen dabei Videoaufnahmen an. Die Geschwindigkeit des betroffenen Fahrzeugs kann dann im Nachgang mithilfe der gefahrenen Geschwindigkeit ermittelt werden.

Ampelblitzer

Auch Ampelblitzer funktionieren laut ADAC mithilfe von Induktionsschleifen, die fest in der Fahrbahn installiert sind. Sobald ein Fahrzeug die Haltelinie bei Rot überfährt, löst der Blitzer aus und macht ein Beweisfoto von Fahrer und Fahrzeug.

Ampelblitzer mit Induktionsschleife Foto: Lucas Bäuml/dpa

Aber keine Sorge: Die Blitzer machen zwei kurze Fotos nacheinander. Wenn man auf beiden zu sehen ist, weil man die Linie nur leicht überfahren hat, erwartet einen meist kein Bußgeldbescheid.

Abstandmessung

Auf Autobahnen ahndet die Polizei nicht nur Geschwindigkeits-, sondern auch Abstandsverstöße. Am häufigsten wird die Brückenabstandsmessung eingesetzt, da diese Technologie nicht nur den Abstand zwischen zwei Fahrzeugen, sondern auch die gefahrene Geschwindigkeit registriert. Die Messstrecke beträgt etwa 700 Meter auf allen Fahrbahnen.

Das gefahrene Tempo spielt bei der Abstandskontrolle eine wichtige Rolle, da die Sanktionen bei einer höheren Geschwindigkeit wesentlich strenger ausfallen. Bei Verstößen drohen laut aktuellem Bußgeldkatalog Geldstrafen von bis zu 400 Euro – bei schweren Verstößen sind zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot möglich. Seltener werden bei der Abstandskontrolle auch Videonachfahr-Systeme verwendet.

Handyblitzer

Trotz Verbots greifen viele Autofahrer während der Fahrt zum Handy. Nach Zahlen des Innenministeriums wurden 2025 in Baden-Württemberg fast 90.000 Autofahrer mit Handy am Steuer erwischt.

Eine KI-gestützte Kameratechnik hat es auch genau diese Verkehrssünde abgesehen: Sogenannte Monocams registrieren von Brücken aus, ob ein Handy während der Fahrt verwendet wird. Bisher wurde diese neue Technologie nur in Rheinland-Pfalz eingesetzt – könnte aber schon bald bundesweit zum Einsatz kommen. Derzeit liegt in Baden-Württemberg jedoch noch keine rechtliche Grundlage zum Einsatz solcher Monocams vor.