Auf den Wochenmarkt in Freudenstadt geht nicht nur, wer den Wocheneinkauf erledigen möchte. Er dient auch als sozialer Treffpunkt.
Beim Freitagsmarkt auf dem Oberen Marktplatz in Freudenstadt bietet sich für viele Menschen nicht nur die Gelegenheit, sich mit Fisch, Obst und Gemüse, Blumen, Brot und Backwaren, Ziegenmilchprodukten, Gestecken, Feinkost, Geflügel, Honig, Käse, Fleisch und Wurstwaren, Teebaumprodukte und Marmeladen einzudecken.
Vielmehr ist der Wochenmarkt zugleich ein sozialer Treffpunkt. Zumindest in der warmen Zeit, in der zusätzlich der Dienstagswochenmarkt von Anfang Mai bis Ende Oktober stattfindet, treffen sich die Marktbesucher dort gerne mit Freunden und Bekannten zum gemütlichen Plausch. Oftmals schließt sich ein gemeinsamer Besuch in einem der Freudenstädter Cafés oder Gaststätten an.
26 Marktbeschicker dabei
Auch der Plausch mit den 26 Marktbeschickern, die zum Teil aus dem Elsass, dem Badischen und der Region anreisen, ist quasi ein Muss. Vier Beschicker sind nur saisonabhängig vor Ort. Marktmeisterin Sarah Wilhelm organisiert auch noch drei große Krämermärkte pro Jahr, die im Mai, Juli und August stattfinden. Und so festigen rund 76 Wochenmärkte (Freitags- und Dienstagsmärkte) das soziale Miteinander zahlreicher Menschen. Für viele Bürger ist der Wochenmarkt „die Seele der Stadt“. Das jedenfalls ist auf dem Markt immer wieder herauszuhören.
Oberbürgermeister Adrian Sonder findet es wichtig, die Attraktivität des Wochenmarkts zu erhalten. Er möchte, dass dieser auch in Zukunft bestehen bleibt. Sonder ist sich der Anziehungskraft des Marktplatzes bewusst. Der Kasernenplatz sei eine wichtige Ausweichfläche für den Wochenmarkt, aktuell zum Beispiel wegen der aufgebauten Weihnachtsmarktstände.
Mutlo Cengiz aus Eutingen im Gäu zählt mit seinem Obst- und Gemüsestand auf viele Stammkunden. Um 5 Uhr macht er sich auf nach Freudenstadt. Ab 6 Uhr wird das große im Winter beheizte Zelt aufgebaut, das Schutz vor Regen und Schnee bietet. Kunden präsentiert er ein reichhaltiges Angebot, bestehend aus 200 bis 300 Obst- und Gemüsesorten je nach Saison. Sein Bruder Hüseyin Cengiz ist viermal die Woche ab 2 Uhr in der Nacht auf dem Großmarkt in Stuttgart-Wangen unterwegs, um seine Bestandsliste abzuarbeiten.
Sehr freundliche Kunden
Alles rund ums Feld haben Anette und Michael Königer aus Achern-Önsbach als Selbsterzeuger seit rund 15 Jahren anzubieten. Ebenfalls viele Stammkunden hat Feinkost Kirbas aus Karlsruhe-Hagsfeld mit seinen mediterranen Spezialitäten. Von Ostern bis Weihnachten hat Michael Peterle aus Baiersbronn feine selbsterzeugte Ziegenfrischkäse-Produkte im Angebot.
Mit seinem Wurst- und Fleischwaren-Truck ist Jürgen Lepsch aus Bösingen bei Rottweil dabei. Schon seit mehr als 100 Jahren sei seine Familie auf Wochenmärkten dabei, erzählte Lepsch. Seit 40 Jahren schaut der Widmann Käsemarkt mit 160 Käsesorten vorbei. In Freudenstadt seien die Kunden sehr freundlich und die Atmosphäre toll.