Auf Facebook geht es wieder einmal heiß her: Die Nutzer wundern sich, ob der Schweizer Parkplatz nun eine Videoüberwachung hat oder nicht. Denn nach wie vor lagern Menschen dort illegal Müll ab.
So meint etwa Frank Helm „Entweder der Platz wird videoüberwacht oder es hat sich bis ins dunkelste Rattenloch herumgesprochen, dass dem nicht so ist“. Kai-Uwe Schranki pflichtet ihm in der Facebook-Gruppe „Dinge die ein Schramberger nicht sagt“ bei und sagt „Ich glaube halt nicht, dass da eine Kamera installiert ist“. Und Jochen Buhr stellt die rhetorische Frage „Video-Überwachung scheint nicht zur städtischen Kernkompetenz zu gehören?“ Unsere Redaktion hakte deshalb bei der Stadt Schramberg nach.
Schrambergs Stadtsprecher Hannes Herrmann teilt dazu mit, dass die Kamera installiert und im Einsatz sei. Die Bilder würden von den Kollegen der Abteilung öffentliche Ordnung ausgewertet und für Ermittlungen herangezogen. In der Tat zeigt sich vor Ort: Die Kamera ist recht klein und kann an einem Straßenschildmasten oben hängend sehr leicht übersehen werden. Auf Facebook vergleicht sie eine Kommentatorin optisch mit einer Wildkamera.
Stadt Schramberg nimmt sinkende Müllmengen wahr
Die Kamera zur Ermittlung von Müllsündern hängt laut der Stadt Schramberg seit 30 Oktober. Deshalb fragte unsere Redaktion an, wie sich seither die Müllablagerung dort verändert hat. Dazu sagt Herrmann „Die Müllmenge hat sich vor allem seit die Kleidercontainer nicht mehr auf dem Schweizer Parkplatz stehen, verringert. Die Kameraüberwachung scheint nach einer ersten Bilanz auch Verbesserungen zu bringen.“
Vor Anbringung der Kamera hieß es von Stadtsprecher Herrmann, dass der Bauhof in Hochzeiten der Müllablagerung täglich vorbeischaue und den Müll wegräume. Außerdem gab die Stadt Schramberg zuletzt monatlich zwischen 300 bis 400 Euro aus, um wilden Müll im Stadtgebiet zu beseitigen.
Illegal Abgelagert wird im Übrigen jeglicher Müll. Während es am Schweizer-Parkplatz aktuell reichlich Geschirr und Plastik ist, ist es an einem anderen Tag Rest- oder Biomüll.
Videoüberwachung auch an der Villa Junghans?
Die DRK-Kleidercontainer, die ehemals auf dem Schweizer Parkplatz stehen, befinden sich mittlerweile auf dem Parkplatz in der Geißhalde. Auf Facebook wünscht sich Nutzer nach Anbringung der Kamera am Schweizer-Parkplatz diese Container auch wieder dorthin zurück. Doch dafür erteilt Herrmann im Zuge der Anfrage eine Absage.
Videoüberwachung in Schrambergs Talstadt ist im Netz auch darüber hinaus ein Thema. So empfahl Jochen Buhr per Facebook-Kommentar zum städtischen Beitrag, der die Anbringung der Kamera mitteilte, diese auch an der Villa Junghans anzubringen, damit es weniger oft zu Bränden von Toiletten dort komme. Buhr verweist darauf, dass es einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss seit Ende 2023 gebe, der noch nicht umgesetzt sei.
Herrmann teilte auf Anfrage mit, dass die Stadtverwaltung an der Kameraüberwachung für den Park der Zeiten dran sei. Als öffentliche Einrichtung müsse diese anders als beim Schweizer-Parkplatz drei Angebote einholen, da die Auftragssumme in diesem Fall höher sei und sich auf rund 13 000 Euro belaufe. Eine Firma für Sicherheitstechnik habe ein Leistungsverzeichnis erstellt. Die Angebotsabfrage und die weiteren Schritte würden nun in die Wege geleitet.