Der Neubau der Therme ist über Jahre das wichtigste Investitionsprojekt in Bad Dürrheim. Um dies zu schultern, sind Einschnitte in anderen Bereichen erforderlich.
Die Stadt Bad Dürrheim will alle ihre Kräfte bündeln und den Neubau des Solemars in Angriff nehmen. Den hohen Stellenwert des Wellness- und Gesundheits- zentrums für die gesamte Stadt und die Folgen, die diese Investition mit sich bringt, spielten eine zentrale Rolle in der Haushaltsrede von Bürgermeister Jonathan Berggötz.
Das Team der Kur und Bäder GmbH leiste jeden einzelnen Tag eine gute und wirtschaftlich erfolgreiche Arbeit, wie insbesondere das Solemar beweise, das regelmäßig ein positives Ergebnis im sechsstelligen Bereich erziele, unterstrich Berggötz. So trage die Einrichtung jedes Jahr dazu bei, den städtischen Haushalt spürbar zu entlasten.
Nun gelte es, mit dem Neubau das wichtigste Investitionsprojekt der kommenden Jahre auf den Weg zu bringen, das sich ohne Fördermittel nicht umsetzen lasse. Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH, habe oft treffend gesagt, dass jeder Euro Umsatz im Solemar drei weitere Euro Umsatz außerhalb der Einrichtung mit sich bringe, also in der Gesamtstadt, in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben, im Einzelhandel und für das Handwerk. „Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass jeder Euro, der von uns in das Solemar investiert wird, mehrfach verzinst in unsere Stadt zurückfließt.“
Der Gemeinderat habe in der Gesellschafterversammlung im Mai die richtungsweisende Entscheidung getroffen, intensiv den Neubau des Solemars zu überprüfen. „Denn klar ist: Eine längere Schließzeit hätte gravierende Folgen für unsere gesamte Stadtgesellschaft“, führte der Bürgermeister vor Augen.
Thermalbereich hätte für zwei Jahre schließen müssen
Vor gut zwei Jahren hatte Bad Dürrheim die Schocknachricht ereilt, dass Sole dem Beton zugesetzt hatte und eine Generalsanierung des 1987 eröffneten Wellness- und Gesundheitszentrums notwendig ist. Diese wäre nicht im laufenden Betrieb realisierbar gewesen, der Thermalbereich hätte für zwei Jahre schließen müssen. Nach vielen Gesprächen, Beratungen mit Experten und Sitzungen hatte sich die Gesellschafterversammlung der Kur und Bäder angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Therme für die Stadt und die gesamte Region für die Variante des Neubaus ausgesprochen, auch um eine längere Schließzeit zu vermeiden.
Dies bedeute eine enorme finanzielle Kraftanstrengung, verdeutlichte Berggötz. „Aber genauso klar ist: Ein Bad Dürrheim ohne Solemar wäre nicht mehr das Bad Dürrheim, das wir kennen, lieben und in dem wir leben wollen.“ Um dieses Ziel zu verwirklichen, heiße es allerdings, an anderer Stelle schwere und unbequeme Entscheidungen zu treffen. „Diese Ehrlichkeit sind wir unserer Bürgerschaft schuldig“, stellte er mit Blick auf die erforderlichen strukturellen Veränderungen und Einsparungen fest, die angesichts der schlechten finanziellen Lage der Stadt und einem Haushalt, in dem ein Defizit von 6,5 Millionen Euro droht, erforderlich sind.
Herz und Motor der Kurstadt
Er sei dankbar, dass der gesamte Gemeinderat geschlossen hinter dem Solemar steht. Jetzt komme es darauf an, gemeinsam Wege zu finden – mit zusätzlichen Fördergeldern, aber auch durch Verzicht in anderen Bereichen. „Nur so stellen wir sicher, dass das Herz unserer Stadt weiter schlägt und Bad Dürrheim auch in Zukunft attraktiv und lebendig bleibt“, erklärte Berggötz. Sei das Solemar doch weit mehr als eine Therme, „es ist Herz, Motor und Aushängeschild von Bad Dürrheim“.