Direkt aus der Balinger Skatecommunity heraus wurde der Skatejam am Balinger Jugendhaus organisiert. Die Skater bewerteten sich gegenseitig und tauschten „Dollars“.
Zur Gartenschau vor zwei Jahren bekam das Areal rund um das Jugendhaus einen Skatepark, der bei Skatern keine Wünsche offen lässt. Eben dieser Skatepark war am Samstag Schauplatz des ersten Balinger Skatejams – ein Paradebeispiel dafür, wie die Skatecommunity in Balingen funktioniert.
Im Sommer wie im Winter ist der Park fast nie leer: Hauptsächlich Skateboardfahrer vom Grundschulalter bis Ü50, männlich wie weiblich, Anfänger und Erfahrene, drehen dort ihre Runden und üben Tricks. „Wer Spaß am Skateboarden hat gehört dazu“, erklärte Tino Marschal, der gemeinsam mit Marcus Stehle, Miguel Alvarado Jorquera und Pascal Falter die Organisation des Events übernommen hat. Hinter dem Quartett steht eben diese Balinger Gemeinschaft an Skatern, die mit unterschiedlichen Talenten zum Gelingen des Skatejams beigetragen haben. Ganz nach dem Motto „einfach Machen“, entstand ein Event, das verschiedene Generationen, Skater wie Zuschauer verband.
Leidenschaft statt Wettbewerb
Bewusst wollten die Veranstalter keinen Skatewettbewerb veranstalten. „Denn beim Skaten geht es nicht darum, wer den krassesten Trick macht, sondern um die Leidenschaft dahinter“, findet Marschal. Für die Startgebüh bekamen die teilnehmenden Skater „Dollars“, die sie untereinander tauschen konnten. Statt Applaus für einen gelungenen Trick spendeten die Teilnehmer „Dollars“. Mit den Scheinen konnten im Anschluss für Skateboardfahrer nützliche Preise geholt werden: Skatedecks, Rollen, Griptape, Taschen, Mützen und vieles mehr. „Auf diese Weise haben auch Anfänger ein Erfolgserlebnis“, meint Stehle.
Der Skatejam hat eine Strahlkraft vom Bodensee bis nach Karlsruhe: Zwar kam ein Gros der Teilnehmer aus dem Zollernalbkreis, doch reisten auch Talente aus anderen Landkreisen an. „Der Balinger Skatepark ist einer der schönsten im Land“, schwärmt Marschal.
Pokal für den besten Trick
Dennoch wollten die Organisatoren herausragende Talente belohnen. Selbstgebaute Pokale gab es für den besten Trick, den höchsten Ollie und als Trostpreis für den spektakulärsten Sturz. Nacheinander sprangen die Skater über eine Stange, die nach jeder Runde höher verstellt wurde – der Sieger Totti Herrmann schaffte einen Sprung von einem Meter Höhe. En passant strich er auch noch die Trophäe für den besten Trick ein. Anton Heidelberg machte ein Sturz den perfekten Trick zunichte – wofür er den Pokal für „Slam of the Day“ erhielt.
Tino Marschal und Marcus Stehle moderierten den Wettbewerb. Einige Zuschauer – darunter auch viele Kinder – hatten zuvor wenig Kontakt zur Skateszene und ließen sich von den teils wagemutigen Sprüngen und technisch anspruchsvollen Tricks begeistern. Weil die Sommersonne vom Himmel brannte, suchten sich viele Besucher einen Platz unter den schattenspendenden Bäumen.
Punkrock am Abend
Ergänzt wurde das sportliche Spektakel durch Livemusik am Abend. Auf der Bühne vor dem Jugendhaus spielten zwei Balinger Bands. „The Shy Guys“ spielten Deutschpunk, „Eure Wunden“ Krautrock.
Vor allem Kinder scharten sich um die Tischtennisplatte beim Jugendhaus, wo ein Skatepark in Miniatur aufgebaut war: Mit klitzekleinen Skateboards – sogenannten „Fingerboards“ konnte man an abenteuerlichen Hindernissen die Tricks mit den Fingern üben.