Auf eine ruhige Silvesternacht hofft die Feuerwehr Albstadt. Stadtbrandmeister Thomas Daus betont, dass im Ernstfall dennoch zügig die 112 gewählt werden sollte.
Statt zu feiern, sind die Albstädter Feuerwehrleute in der Silvesternacht in erhöhter Alarmbereitschaft, wie Stadtbrandmeister Thomas Daus im Gespräch berichtet. „Besonders kritisch sind die Stunden von 0 bis 2 Uhr am frühen Neujahrsmorgen“, spricht Daus von seinen Erfahrungen. In dieser Zeitspanne wird mit Abstand am meisten Feuerwerk gezündet, dementsprechend hoch sei das Risiko für mögliche Unglücksfälle.
Thomas Daus wird bei potenziellen Alarmierungen an Silvester und Neujahr selbst als Einsatzleiter mit seiner Mannschaft ausrücken. Zur Vorbereitung beobachtet die Feuerwehr Albstadt unter anderem auch das Wetter. Derzeit liegt wenig Schnee; Hecken und Wiesen sind trocken, was die Brandgefahr erhöhe, erläutert der Stadtbrandmeister weiter. Daher stünde auch die Drohne mit Wärmebildkamera auf Abruf – Stichwort Wald- oder Flächenbrände. Im Zweifel werde die Feuerwehr neuralgische Punkte vorab zudem noch abfahren.
Besonders einsatzreich verlief die vergangene Silvesternacht für die Albstädter Feuerwehr. Sie wurde zu insgesamt 13 Einsätzen im Stadtgebiet alarmiert. Besonders in Erinnerung blieben brennende Gelbe Säcke, die am Neujahrsmorgen auch eine Hausfassade im Unteren Stadtgraben in Ebingen in Mitleidenschaft zogen. Ganz zu schweigen von brennenden Feuerwerksüberresten und einem Einsatz am Klinikum. „Das vergangene Silvester war außergewöhnlich. Das wünschen wir uns dieses Jahr natürlich nicht“, betont der Stadtbrandmeister.
Feuerwerk ist Sprengstoff
Um solch eine hohe Anzahl an Einsatzstellen zu vermeiden, gibt Thomas Daus hinsichtlich des Umgangs mit Feuerwerk nochmals wichtige Hinweise an die Bürger. Grundsätzlich müsse sich jeder vor Augen führen: „Feuerwerk ist Sprengstoff.“ Nicht umsonst sei das Abbrennen von Feuerwerk für Jugendliche verboten, schärft Thomas Daus die Sinne; Raketen und Co. gehören daher ausschließlich in die Hände von Erwachsenen.
Wichtig sei zudem, vorab die Gebrauchsanweisung zu lesen. Wie vom Hersteller angegeben – und auch nur so – sollte das Feuerwerk mit ausreichend Sicherheitsabstand gezündet werden. Ein Tabu sei es zudem – eigentlich selbsterklärend – Feuerwerk in geschlossen Räumen oder auf dem Balkon abzubrennen. „Gerade dadurch entstehende Balkonbrände erleben wir leider immer wieder“, betont Thomas Daus.
Rettungswege frei halten
Gut überlegen sollten sich Feuerwerksbegeisterte auch, wo im Straßenbereich das Feuerwerk gezündet wird. Daus erklärt: „In der Straßenmitte ist es ungünstig. Im Falle eines Einsatzes muss gewährleistet sein, dass Rettungsfahrzeuge durchkommen.“ Einerseits für die Einsatzkräfte im Privat-Pkw auf dem Weg zum Feuerwehrhaus, andererseits für die Einsatzfahrzeuge selbst. „Noch ausbrennendes Feuerwerk zu überfahren geht nicht so einfach“, erläutert der Stadtbrandmeister. Dazu sollte auf das Abbrennen von Feuerwerk in der Nähe von Fachwerkhäusern, Kirchen oder Lagerhallen, in welchen beispielsweise Stroh untergebracht ist, verzichtet werden.
Fatal ebenso: Blindgänger erneut anzünden. „Das kann zu bösen Verletzungen führen.“ Auch sollte verwendetes Feuerwerk niemals im Müll im Haus entsorgt werden. Klimmen Batterien nach, kommt es zum Kellerbrand. So geschehen im vergangenen Jahr, wie der Albstädter Stadtbrandmeister erzählt.
Respekt lässt nach
Und sollte es doch brennen: Nicht den Helden spielen und selbst löschen, sondern zügig die Feuerwehr rufen. „Wir haben die richtige Ausrüstung“, warnt Thomas Daus vor Alleingängen.
Was ihm wichtig zu betonen ist: Wenn die Feuerwehr komme und potenziell Leben rette, dann müsse den Einsatzkräften auch mit dem entsprechenden Respekt begegnet werden. In der vergangenen Silvesternacht sei die Albstädter Feuerwehr bei einem Einsatz im Ebinger Zentrum an ihrer Arbeit gehindert, gar bepöbelt worden. Nur mit Unterstützung einer Polizeistreife habe man den Einsatz durchziehen können. Daus findet hierfür klare Worte: „Das kann und darf nicht sein.“
Schlechte Erfahrung
Es sei traurig festzustellen, dass Angriffe auf Einsatzkräfte nicht nur in Berlin, sondern auch im ländlichen Albstadt immer mehr werden. Daher reagiere auch die Feuerwehr Albstadt äußert empfindlich, wenn sie im Einsatz angegangen werde; man scheue auch nicht zurück, Störenfriede anzuzeigen.
Thomas Daus betont: „Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte ist die Silvesternacht ohnehin gelaufen.“ Alkohol sei für Feuerwehrleute in Bereitschaft tabu. „Wenn wir dann gefährliche Einsätze absolvieren und dabei bepöbelt werden, hört mein Verständnis auf.“
Besonders in der jüngsten Silvesternacht habe die Feuerwehr Albstadt schlechte Erfahrungen gemacht. „Aber auch unter dem Jahr lässt der Respekt uns gegenüber nach“, sagt Daus abschließend. Das könne so nicht weitergehen.