Wer zu Ostern noch passende Geschenke sucht, sollte mindestens eins von der Liste streichen: Kaninchen. Der Verein „Tierschutz Calw und Umgebung“ erklärt die Gründe.
„Ein Tier zu verschenken ist grundsätzlich keine gute Idee.“ So klar äußerten sich die Tierärzte des Landratsamts in Calw gegenüber unserer Redaktion im vergangenen Jahr.
Die Anfrage hatte damals auf Weihnachten abgezielt – und auf die noch immer nicht seltene Praxis, Kätzchen und Co. zum Fest der Liebe gewissermaßen unter den Christbaum zu legen.
„Rund um Ostern steigt jedes Jahr die Nachfrage nach Kaninchen“
Ein Thema, das zu Ostern wieder an Aktualität gewinnt. Das geht aus einer dieser Tage veröffentlichten Mitteilung des Vereins „Tierschutz Calw und Umgebung“ hervor, der seinen Sitz in Neuhengstett hat.
„Rund um Ostern steigt jedes Jahr die Nachfrage nach Kaninchen als vermeintlich ‚passendes‘ Geschenk für Kinder“, heißt es darin. Doch Achtung: „Als Tierschutzverein möchten wir dringend davon abraten, Kaninchen spontan zu verschenken.“ Und das aus guten Gründen.
Kaninchen, so erklärt der Verein, seien anspruchsvolle Haustiere, die viel Platz, artgerechte Haltung und tägliche Pflege benötigten. Der Deutsche Tierschutzbund etwa empfiehlt ein großes Gehege im Garten, das mindestens sechs Quadratmeter groß, fest verankert und raubtiersicher ist.
Kaninchen seien zudem „sehr soziale Tiere und dürfen niemals allein gehalten werden“, fügt der Calwer Tierschutzverein hinzu. Die Verantwortung für deren Versorgung liege über viele Jahre hinweg bei den Haltern – „eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte“. Kaninchen können zehn Jahre und älter werden.
Gerade für Kinder seien die Tiere darüber hinaus nur bedingt geeignet. „Sie sind keine Kuscheltiere, sondern Fluchttiere, die häufig schreckhaft reagieren und nicht gerne hochgehoben werden. Der Wunsch nach einem ‚streichelbaren‘ Tier führt daher oft zu Enttäuschung – sowohl bei den Kindern als auch zu Stress für die Tiere“, warnt der Verein.
„Verschenken Sie zu Ostern keine lebenden Tiere!“
Unüberlegt angeschaffte Tiere würden nicht selten nach kurzer Zeit wieder abgegeben oder sogar ausgesetzt. „Das bedeutet großes Leid für die Kaninchen und belastet zusätzlich den Tierschutz.“
Der „Tierschutz Calw und Umgebung“ appelliert daher: „Verschenken Sie zu Ostern lieber Zeit, gemeinsame Erlebnisse oder tierfreundliche Alternativen – aber keine lebenden Tiere!“
Vorab umfassend informieren
Wer sich für die Haltung von Kaninchen interessiere, solle sich vorab umfassend informieren und die Entscheidung gemeinsam als Familie und mit langfristiger Verantwortung treffen.
Eine Empfehlung, die im Übrigen auch die Tierärzte des Landratsamtes teilen. Vor der Anschaffung eines Tieres müsse außerdem nicht nur geklärt sein, wer für zum Teil lange Zeit die Pflege, Versorgung und die Verantwortung übernehme, sondern auch, ob etwa die Kosten für die tierärztliche Versorgung zu stemmen sind.