Sieht optisch zwar ansehnlich aus, ist aber tatsächlich ein Sanierungsfall: das Pflegeheim Emilienpark in Grenzach. Foto: Tim Nagengast

Die AWO Baden und die Gemeinde Grenzach-Wyhlen sind sich offenbar einig geworden. Am Dienstag soll der Gemeinderat über den Verkauf des Seniorenheims an die Pächterin entscheiden.

Noch gibt es weder Preisangaben noch einen Kaufvertrag zwischen der AWO Baden und der Gemeinde Grenzach-Wyhlen. Doch die Verwaltung hofft, in der nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 28. April, 20 Uhr, im Haus der Begegnung das Plazet des Gemeinderats zu bekommen, um in die finalen Verhandlungen mit der bisherigen Pächterin des Emilienparks einsteigen und einen Kaufvertragsentwurf erarbeiten zu können. So steht es zumindest in der Tischvorlage für die Ratsmitglieder.

 

Gespräche laufen seit Jahren

Dass das Thema Emilienpark-Verkauf aufs Tapet kommt, ist so überraschend nicht. Denn bereits im Jahr 2019 hatte die AWO Baden ihr Interesse an einer Übernahme des der Doppelgemeinde gehörenden Seniorenheims bekundet. Dieser wiederum wäre ein Verkauf nicht unrecht. Denn die Gemeindekassen sind bekanntermaßen ziemlich leer. Und der Investitionsbedarf im „Emi“, wie die Einrichtung im Volksmund liebevoll genannt wird, ist umso größer.

Übernahme zum 1. September im Gespräch

In der Tischvorlage für den Gemeinderat heißt es: „Die AWO würde die Einrichtung in ihr Eigentum übernehmen, die Aufstockung umsetzen und wäre dann auch für die anstehenden Sanierungs- und Unterhaltungsarbeiten im Bestand zuständig. Dies würde auch den Gemeindehaushalt entlasten.“

Der bilanzielle Restbuchwert des Pflegeheims belaufe sich zum 31. Dezember 2025 unter Berücksichtigung des Sonderpostens auf erhaltene Fördermittel auf 3,1 Millionen Euro, heißt es weiter. Im Falle einer positiven Beschlussfassung in den Gremien von AWO und Gemeinde könnte die Eigentumsübertragung zum 1. September erfolgen.

Betrieb über 2026 hinaus

Der Verkauf des Pflegeheims an die AWO Baden würde der Einrichtung laut Verwaltungsvorlage zudem eine langfristige Betriebsperspektive geben. Denn die AWO verpflichte sich zum dauerhaften Betrieb der Einrichtung auch über den 31. Januar 2036 hinaus.

Sowohl Bürgermeister Tobias Benz als auch AWO-Bezirksverbandsgeschäftsführer Klaus Dahlmeyer hatten bereits Mitte November 2019 entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigt.

Benz zufolge sei der Besitz einer Seniorenpflegeeinrichtung einerseits „keine kommunale Kernkompetenz“, andererseits beweise die AWO seit Jahrzehnten ihre Kompetenz im und mit dem Emilienpark, wie der Rathauschef damals im Gespräch mit der Redaktion sagte.

Bereits damals hatte die AWO Baden der Gemeindeverwaltung gegenüber Investitionsbereitschaft signalisiert. Jetzt also soll es konkret werden.