Die Partnersuche läuft für die katholische Seelsorgeeinheit Neckar/Baar offenbar auf ein Happy End hinaus. Das ist der Stand der Dinge.
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart befindet sich am Anfang einer tiefgreifenden Strukturreform. Das Projekt trägt den Titel „Seelsorge in neuen Strukturen“. Betroffen ist auch die katholische Seelsorgeeinheit Neckar-Baar in Schwenningen. Denn erst einmal ist Partnersuche angesagt.
Stefan Erchinger, gewählter Vorsitzender der Kirchengemeinde St. Franziskus – Mariä Himmelfahrt in Schwenningen, informierte kürzlich in Sonntagsgottesdiensten über den Stand der Dinge. Zu Beginn des Jahres hatte auch er Kritik an der Zeitplanung der Diözese zur Umsetzung der Strukturreform geäußert.
„Die Diözese hat der Bitte unserer und vieler anderer Seelsorgeeinheiten entsprochen und uns einen längeren Zeitraum für Entscheidungen zu möglichen Zusammenschlüssen gegeben“, berichtete er im Gespräch mit der Redaktion.
Zunächst sei ein Votum bis Ende April vorgesehen gewesen, „mit wem wir unsere Seelsorgeeinheit verschmelzen wollen. Inzwischen mussten wir bis Ende April lediglich einen ersten Vorschlag, aber kein verbindliches Votum abgeben – das soll es dann bis September geben.“
Frist wurde verlängert
In den Blickpunkt einer möglichen Verschmelzung gerieten die Seelsorgeeinheiten in Deißlingen-Lauffen und in Trossingen. „Wir sind umzingelt von badischen katholischen Kirchengemeinden“, sagte Erchinger. Und bei der Seelsorgeeinheit Trossingen komme hinzu, dass es dann ein Zusammenschluss über Dekanatsgrenzen hinweg sein würde. Und das ist nur als Ausnahme vorgesehen. Dazu wird es aber wohl nicht kommen.
Die Gespräche zwischen Vertretern der Seelsorgeeinheiten Neckar-Baar und Deißlingen-Lauffen verliefen so konstruktiv, dass beide zuständigen Gremien nahezu einstimmig für ein Zusammengehen votierten. „Wir sind jetzt schon Nachbarn“, so Erchinger. Ein geplantes Gespräch mit Vertretern der Seelsorgeeinheit Trossingen sei kurzfristig abgesagt worden. Grundsätzlich sei man weiter offen für ein Gespräch.
Die Schwenninger bringen vier Gemeinden in die Ehe ein, Deißlingen-Lauffen zwei Gemeinden. Das addiert sich dann auf eine Gesamtgröße von sechs Gemeinden mit insgesamt rund 12.500 bis 13.000 Katholiken: die in Schwenningen, eine in Weigheim, eine in Mühlhausen und eine in Tuningen sowie die in Deißlingen und in Lauffen.
Zielmarke ist das Jahr 2030
Bis September 2026 müsse das endgültige Votum feststehen. Wenige Monate später – im November – wollen Bischof und Diözesanrat über die neue Struktur beschließen. Nach der Information in den Gottesdiensten in Schwenningen habe es seitens der Gläubigen keine Nachfragen oder Anmerkungen gegeben. Bis der Prozess als abgeschlossen gilt, ziehen mehrere Jahre ins Land. Die Zielmarke ist hier das Jahr 2030.
Verunsicherung gibt es laut Erchinger bei hauptamtlichen Mitarbeitern bezüglich ihrer künftigen Arbeitszuschnitte. Die Seelsorgeeinheiten müssten noch weitere Hausaufgaben erledigen. 30 Prozent ihrer nicht-sakralen Gebäude sollen abgebaut werden.
Auf einem guten Weg
Da sei man bei der Seelsorgeeinheit Neckar-Baar bereits auf einem guten Weg. Das Pfarrhaus an der St.-Franziskus-Kirche und der benachbarte Kindergarten sind abgerissen. Ein neues Gemeindezentrum wird entstehen, das Gemeindehaus an der Erzbergerstraße will man verkaufen. All dies zielt darauf hin, die Kapazitäten in den Seelsorgeeinheiten angesichts deutlich rückläufiger Zahlen bei den Kirchenmitgliedern und Personalmangel an den geänderten Bedarf anzupassen.
Wie geht es weiter? „In den nächsten Wochen werden wir uns treffen, um die Rahmendaten unter anderem zur Gebäudesituation und zur pastoralen Situation zu besprechen. Wir möchten die Zeit nutzen bis der Diözesanrat Ende November sein Votum abgibt und Bischof Dr. Krämer dann im Dezember die Entscheidung trifft und die neue diözesane Landkarte steht“, sagt Stefan Erchinger.