Große Schäden in Bisingen Foto: Kauffmann

Ein heftiges Unwetter hat am Donnerstagabend die Bewohner im Zollernalbkreis überrascht. Besonders in und rund um Bisingen wütete das Gewitter. Zahlreiche Einsatzkräfte wurden alarmiert. Keller sind voll gelaufen, Straßen mussten gesperrt werden.

Sirenen heulten in Bisingen. Bäche traten über die Ufer. Keller sind vollgelaufen, Verkehrschaos auf der B27. Zahlreiche Einsatzkräfte – darunter lokale Feuerwehren, der DRK Rettungsdienst wie auch die DLRG und die DRK-Wasserwacht – waren ab Donnerstagnachmittag im Großeinsatz. Taucher hielten sich bereit. Schlauchboote waren zu sehen. Grund war ein Unwetter, das über den Zollernalbkreis hinwegfegte und dessen Ausmaß am Abend noch nicht komplett absehbar war.

 

Zahlreiche Notrufe gehen ein

„Mit Stand 18.20 Uhr verzeichnet die integrierte Leitstelle Zollernalb insgesamt rund 60 Einsatzstellen wegen des anhaltenden Unwetters. Mit 40 Einsatzstellen bildet Bisingen den lokalen Schwerpunkt“, informierte am Abend der DRK Kreisverband Zollernalb.

Es seien auch Notrufe eingegangen, dass sich Personen in Bisingen wie auch Albstadt in einem kritischen Zustand befinden und von Wasser umschlossen oder gar eingeschlossen seien. „Bislang konnten keine Personen angetroffen werden“, wurde Kreisbrandmeister Sven Röger zitiert.

Einsatzkräfte in Bisingen Foto: Gern

Die Einsatzkräfte hatten demnach „erhebliche Schwierigkeiten, aufgrund der Wassermassen an die Einsatzstelle zu gelangen“.

Auf der B 27 herrrschte stellenweise Verkehrschaos. Sämtliche Zufahrten nach Bisingen waren zeitweise in Fahrtrichtung Hechingen voll gesperrt. Die Fahrzeuge stauten sich bis auf die Höhe Balingen-Engstlatt. Grund dafür waren Unfälle und Überschwemmungen der Straßen.

Gesperrt waren zudem die Ortsdurchfahrt Wessingen und Zimmern wegen Überflutung. Retter waren hier im Einsatz, um Keller auszupumpen und Dreck von den Straßen zu kehren. Über Bisingen-Steinhofen schwebte ein Hubschrauber der Polizei.

Taucher konnten wieder abziehen

In der Hohenzollernhalle fand das Heimatliedersingen statt. Es regnete bereits, als die Veranstaltung begonnen hatte. Nach dem Ende entschieden sich manche Teilnehmer noch wenige Minuten abzuwarten. Doch dann war es schon zu spät, und das Wasser war zu hoch, so plötzlich kamen die Fluten. Unklar war am Abend noch, ob es Verletzte gibt oder ob Menschen vermisst sind.

In Albstadt war die Rede von einzelnen Kellern, die vollgelaufen waren. Aus Feuerwehrkreisen war zu erfahren, dass mehrere Personen in der Ebinger Schmiechastraße durch kniehohes Wasser am Verlassen einer Garage gehindert wurden. Die hinzugerufenen Rettungstaucher mussten aber nicht eingreifen und fuhren weiter nach Bisingen – auch dort war ihr Eingreifen nicht erforderlich.

Die Starzel in Jungingen Foto: Roth

Vergleichsweise glimpflich kamen dagegen Balingen und Haigerloch davon. In Haigerloch erforderte nach Auskunft von Gesamtwehrkommandant Patrick Kornwachs gegen 17.45 Uhr noch nicht das Ausrücken der Feuerwehr. Doch im Laufe der folgenden Stunden wurde die Eyach immer voller und einges an Treibholz wurde mit den zunehmenden Wassermassen angespült. Zumindest die Abteilungen aus den Stadtteilen an der Eyach rückten deshalb vorsorglich aus, um die Situation weiter zu beobachten.

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