Katja Öhlers Leidenschaft ist das Keramikmalen. Im Juli erweitert sie ihren Laden um den Pop-up Store in Freudenstadt. Unsere Autorin Michelle Holderied testet, was dahintersteckt.
Ob Tasse, Teller oder Topf – bei „Porzellinchen“ können Besucher Keramik Rohlinge kreativ und frei gestalten. Seit mehr als drei Jahren hat Katja Öhler ihr eigenes Malstudio in Öschelbronn, nahe Pforzheim. Doch bis zum 27. Juli macht sie aus dem Pop-up Store in Freudenstadt eine Malstudio für Keramikstücke. Diese Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen und versuchte selbst bei „Porzellinchen“ kreativ tätig zu werden.
Beim Betreten des Ladens kommt mir Katja Öhler direkt freudestrahlend entgegengelaufen, um mich zu instruieren. Ihre Liebe zu Keramik entdeckte die gelernte Jugend- und Heimerzieherin vor rund acht Jahren während eines Urlaubs in Bayern in einem Malstudio. „Ich fand das so toll und habe danach recherchiert und dabei bemerkt, dass es so etwas hier in der Nähe noch nicht gibt.“ Mittlerweile betreibt sie ihren Laden sogar hauptberuflich.
Kindergeburtstag bis Junggesellinnenabschied
Und die Nachfrage besteht: von Kindergeburtstagen über Jungesellinnenabschiede bis hin zu Gruppen und Einzelpersonen. „Zu mir kommen Leute von 20 bis 60 Jahren – aber natürlich auch Kinder. Eigentlich kommt jede Altersgruppe“, erzählt die 38-Jährige.
Verschiedene Techniken
Dabei sei es ganz egal, ob man über besonders viel Kreativität oder Talent verfügt. Außerdem gebe es verschiedene Techniken und Schablonen, mit denen man sich behelfen könne, erklärt sie. Mittlerweile überlegt Öhler sogar, einen weiteren Laden zu eröffnen: „Da hat sich das mit dem Pop-up Store angeboten, jetzt kann ich schauen, ob auch in anderen Orten, wie zum Beispiel Freudenstadt Nachfrage bestehen würde.“
Dann geht es ans selbst testen. Zuerst soll ich mir einen Rohling aussuchen. Aufgrund der großen Auswahl fällt das gar nicht mal so leicht. „Teilweise können sich manche Kinder ewig lang nicht entscheiden“, erzählt sich Öhler und lacht. In diesem Fall geht es mir genau wie den Kindern. Vor den Rohlingen stehen Preisschilder – bei denen die Farbe und das Aushärten im Brennofen bereits inklusive ist. „Die Preise gehen von 15 bis 40 Euro“, erklärt Öhler.
Als leidenschaftliche Kaffeetrinkerin fiel meine Wahl schließlich auf eine Tasse. Anschließend geht es an die Farbauswahl. Ich stehe vor einem großen Regal mit Keramikglasuren.
Glänzende Oberfläche
Vor den bunten Flaschen liegen kleine kleine Sterne, welche in der jeweiligen Farbe der dahinterstehenden Flasche angemalt sind. „Damit man sieht, wie die Farbe später ausgehärtet aussehen“, erklärt Öhler. Sie wirken deutlich kräftiger und haben eine glänzende Oberfläche, im Gegensatz zu den Keramikformen – diese fühlen sich eher rau an.
Ich fülle verschiedene Gelb, Rosa und Grüntöne in meine Farbpalette, schnappe mir ein paar Pinsel und suche mir ein Plätzchen zum Malen. Ich nehme einen Pinsel und tunke ihn erst in ein helles Gelb und anschließend in Rosa, um in der Grundierung einen Verlauf zu kreieren.
Anschließend nehme ich einen dünneren Pinsel und tunke ihn in ein kräftiges Gelb. Während ich konzentriert kleine Zitronen auf meine Tasse male, merke ich, wie ich immer ruhiger werde. Das Malen hat eine fast meditative Wirkung.
Regulär habe Katja Öhler den Pop-up Store von Donnerstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. „Donnerstags habe ich zusätzlich einen Kindermittag, da können Kinder auch noch von 15 Uhr bis 17 Uhr kommen“, sagt sie.
Blubbertechnik ist knifflig
Außerdem plane sie an den kommenden Freitagen Events mit wechselnden Themen, die von 18 bis 20 Uhr stattfinden sollen: „Diese Woche mache ich ein Abend zur Abklebe-Technik und nächste Woche vielleicht einen zur Blubbertechnik“, verrät Öhler.
Um das volle Keramik-Erlebnis zu erfahren wagte ich mich ebenfalls noch an diese sogenannte Blubbertechnik. Am besten sehe sie mit Meeresmotiven aus. Bei der Blubbertechnik mischt man die Farbe seiner Wahl mit einem Spritzer Spülmittel und etwas Wasser.
Dann soll ich den Becher leicht schräg halten und in den Strohhalm blasen bis kleine Bläschen aus dem Becher auf die gewünschte Stelle meiner Tasse gelangen – am besten ohne aus Versehen an dem Röhrchen zu ziehen.
Zufrieden betrachte ich mein Werk. Jetzt muss es nur noch für ungefähr 24 Stunden in einem Brennofen aushärten. Mein fertiges Werk kann ich aus diesem Grund erst in ein paar Tagen abholen.