Die Kriminaltechnik war auch am Abend noch vor Ort. Foto: Wegner

Ein Polizeibeamter hat bei einem Einsatz in der Landenbergerstraße in Schramberg einen Schuss auf einen Mann abgegeben – mit Todesfolge. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und DRK war am Mittwochmittag in der Nordstadt im Einsatz.

Viel Aufregung herrschte am Mittwoch gegen 12 Uhr in der Schramberger Nordstadt. Zwei Polizeibeamte sperrten die Landenbergerstraße an der Abzweigung zur Tiersteinstraße ab, eine Polizistin war mit einer Maschinenpistole bewaffnet.

 

„Entschuldigung, was ist passiert?“, fragte ein Junge. „Da sagen wir nichts dazu“, antworteten die Polizisten. Autofahrer und Fußgänger wurden von den Beamten zurückgewiesen. Auch gegenüber unserer Redaktion hielt sich die Polizei zunächst bedeckt.

„Müssen wir Angst haben?“, erkundigte sich eine weitere Passantin nach einer Weile, nachdem weitere Einsatzkräfte, darunter auch die Kriminaltechnik, angerückt waren. „Alles im sicheren Bereich“, beruhigte ein Polizist.

Die Polizei weist Autofahrer zurück. Foto: Ortmann

Unbestätigten Informationen eines Anwohners zufolge war es bereits in den vergangenen Tagen zu Polizeieinsätzen an dem betroffenen Gebäude in der Schramberger Nordstadt gekommen. Die Eskalation am Mittwoch „hat sich abgezeichnet“, berichtete der Mann.

Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort. Foto: Ortmann

Am Abend brachte dann eine gemeinsame Mitteilung von Staatsanwaltschaft Rottweil und Landeskriminalamt Baden-Württemberg etwas Licht ins Dunkel.

Demnach ist es auf einem Privatgrundstück zu einem Polizeieinsatz mit Schusswaffengebrauch gekommen, in dessen Folge ein 48-jähriger Mann verstarb. Eine neurologische Fachklinik in Rottweil hatte den 48-jährigen Mann zuvor als abgängig gemeldet. Im Zuge der durch die Polizei eingeleiteten Suchmaßnahmen wurde der Mann zunächst im Garten seiner Wohnung in Schramberg angetroffen, heißt es weiter.

Auf Polizeibeamte gezielt

Dort richtete er nach bisherigem Ermittlungsstand direkt die Schusswaffe in Richtung der Polizeibeamten. Mehrfache Aufforderungen, die Waffe wegzulegen, habe der 48-Jährige ignoriert.

Noch vor Ort verstorben

Im weiteren Verlauf des Einsatzes sei es dann zum Schusswaffengebrauch gekommen, bei dem der Mann getroffen worden sei. Trotz sofort eingeleiteter Versorgungsmaßnahmen durch die Polizeibeamten und den hinzugerufenen Rettungsdienst verstarb der Mann noch vor Ort, heißt es weiter.

Hinter diesen Gebäuden ereignete sich der Vorfall. Foto: Wegner

Die Hintergründe und das Motiv des Mannes, gegen den in der Vergangenheit wegen Rohheits- und Eigentumsdelikten sowie wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz mehrere Strafverfahren rechtskräftig abgeschlossen worden sind, sind laut Mitteilung derzeit noch offen.

Die Ermittlungen zu dem Schusswaffengebrauch durch die Polizei werden vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg geführt.

Die Polizei war auch noch am Abend vor Ort. Foto: Wegner

Aufgrund laufender Ermittlungen könnten zu dem Geschehen keine darüber hinausgehenden Informationen mitgeteilt werden, heißt es abschließend.