Ein Schulleiter – zwei Schulen: Neben dem zeitraubenden Job als Rektor der Zeller Realschule leitet Norbert Asal nun auch die Todtnauer Grundschule. Wie schafft er das?
In der Grundschule Oberes Wiesental mit den Standorten Todtnau, Geschwend und Todtnauberg sind vor dem laufenden Schuljahr aus familiären Gründen sowohl die Schulleiterin als auch die Konrektorin ausgefallen. Eine schnelle und gute Lösung musste also her.
Als zu Pfingsten 2025 klar war, dass beide schon vor Beginn des Schuljahres 2025/2026 ausfallen werden, fragte das Schulamt bei Norbert Asal und seinem Team nach; Asal ist bereits Rektor der Zeller Realschule. Gemeinsam habe man sich dann für die Lösung entschieden, dass Asal zusätzlich zur Zeller Realschule auch die Grundschule Oberes Wiesental leiten wird – zumindest vorübergehend. Noch vor den Sommerferien nahm dieser dann die neue Aufgabe an und bereitete somit auch das neue Schuljahr vor.
„Wir sehen uns hier in der Raumschaft als Solidargemeinschaft und helfen uns gegenseitig aus“, betont Asal im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es ist eine gute Lösung“, sagt er. „Klar, zeitlich ist es schon herausfordernd, ich kann mich ja auch nicht zweiteilen“, sagt er ehrlich.
Funktioniert gut dank tollem Team
Aber er betont gleich mehrmals: „Aber es funktioniert deshalb so gut, weil ich ein tolles Team habe in Todtnau und in Zell.“ Er lobt sein Kollegium, allen voran die Zeller Konrektorin Renate Metzler sowie Mona Nixdorf aus dem erweiterten Schulleitungsteam in Todtnau. Diese beiden – und auch alle anderen – würden sehr gut unterstützen. So auch in den Grundschulen in Geschwend und Todtnauberg, wo es seit der Zusammenlegung zur Grundschule Oberes Wiesental zwar keine offiziellen Schulleitungen gibt, aber noch Standortleitungen.
Asal betont vehement, dass „nichts auf der Strecke bleibt“. Es gebe bestimmte Themen, die sowohl in Zell als auch in Todtnau vorangetrieben werden müssten – „doch da ziehen alle mit.“ An manchen Tagen – überwiegend montags – ist Asal nun in Todtnau vor Ort, an den anderen Tagen meist in Zell. Doch für vieles sei es eben nicht nötig, vor Ort zu sein.
Kein Unterrichten mehr möglich
Und dennoch: Den Unterricht musste der Lehrer für dieses Jahr aussetzen. Früher habe er noch Musik, katholische Religion und Geografie unterrichtet, in den vergangenen Jahren habe er dann schon auf Musik reduziert. Dieses Schuljahr ist ihm wegen der neuen Aufgabe gar kein Unterrichten mehr möglich. Denn der erhöhte Zeitaufwand lasse sich natürlich nicht von der Hand zu weisen. Er sei zuversichtlich, dass er nächstes Schuljahr wieder unterrichten kann und freue sich darauf: „Denn deshalb bin ich ja Lehrer geworden“.
Schulamtsleiter Rudolf Schick sagt im Gespräch mit unserer Redaktion dazu: „Es ist definitiv eine Mehrbelastung, aber leistbar – und wir schauen auch, dass eine kommissarische Schulleitung von außen zeitlich begrenzt ist.“
Asals neue Aufgabe biete ihm neue Einblicke, sagt er:„Ich sehe es als Bereicherung an, auch mal die Grundschulen direkt live von innen zu sehen und zu erleben, wie dort gearbeitet wird.“ Logischerweise seien die Aufgaben ganz andere als in der Realschule: „Das ist herausfordernd, aber auch spannend.“ Was ihm zu Gute kommt: Als ausgebildeter Beratungslehrer war er auch schon für Grundschulen zuständig, daher sei ihm die „ganz andere Herangehensweise“ gegenüber den jüngeren Schülern schon vertraut.
Stelle soll bald neu besetzt werden
Schulamtsleiter Rudolf Schick erläutert, dass die Schulleiterstelle in Todtnau neu besetzt werden muss. Denn: Schulleiterin Anne Steinebrunner hat als Schulrätin ins Schulamt gewechselt. Die Konrektorin Svenja Okay kommt aber wieder zurück. Es gebe bereits eine interessante Kandidatin für die Leitungsstelle in Todtnau, deshalb sei er zuversichtlich, dass die Stelle im Laufe des Kalenderjahrs besetzt werde.
Weitere Stellen vakant
Im Oberen Wiesental sind darüber hinaus auch die Schulleiterstellen an der Gerhard-Jung-Schule in Zell sowie an der Angenbachtalschule in Häg-Ehrsberg frei. Für die Zeller Grundschule läuft die Suche schon länger, hier sei es schwierig Bewerber zu finden, die nicht aus der Gegend kommen. Die Schule in Häg wird aktuell durch Schönau mitversorgt. Es gebe immer wieder Personal, das sich für Schulleitungsstellen interessiere und er spreche diese im Schuldienst auch direkt an, erläutert Schick. So sei er zuversichtlich, diese und auch einige weitere Stellen im Schulamtsbezirk besetzen zu können.