Nach Errichtung der neuen Dachgauben wurde Richtfest gefeiert. Die Sanierungsarbeiten laufen seit Januar und bewegen sich im Kosten- und Terminplan.
Die umfassende Modernisierung und energetische Sanierung der Grundschule Tumringen verläuft bisher planmäßig. Am Dienstagnachmittag feierten Vertreter von Stadtverwaltung und Gemeinderat zusammen mit den beteiligten Planern und Handwerkern sowie Mitgliedern der Schulgemeinschaft Richtfest an dem historischen Schulgebäude aus dem Jahr 1909, das seit Januar saniert wird.
In seiner Ansprache bezeichnete Oberbürgermeister Jörg Lutz das Richtfest als „Moment, in dem aus Plänen gebaute Realität wird“. Es lohne sich zu feiern, weil es sich hier um „keine Pinselsanierung“ handele, sondern das Schulhaus „vom Keller bis zum Dach ertüchtigt“ werde.
Neben den beteiligten Planern, ausführenden Gewerken und städtischen Mitarbeitern dankte Lutz auch den Stadträten, die den Kostenrahmen von 5,9 Millionen Euro für die Arbeiten sowie zusätzlich rund 1,2 Millionen Euro für die in Containerbauweise erstellte Interimsschule genehmigt hatten. Bei der Finanzierung helfen rund 400.000 Euro an Landesfördermitteln.
Was im Rahmen der Sanierung erneuert wird
Im Rahmen der Sanierung werden unter anderem neue Brandschutzdecken eingezogen, sämtliche Elektroinstallationen erneuert, das Haus gedämmt, eine neue Lüftungsanlage eingebaut, die Raumaufteilung optimiert und neue multifunktionale Räume geschaffen, das Dachgeschoss durch den Wegfall von Schrägen vergrößert, die Fenster aufgearbeitet beziehungsweise ausgetauscht und das Trinkwassernetz erneuert. Außerdem werden Feuchtigkeitsprobleme im Keller ausgeräumt, damit sich dieser künftig als Werkraum nutzen lässt.
Nachdem Zimmermann Dennis Schneider hoch oben auf dem Baugerüst den Richtspruch verlesen hatte, führte Architekt Ingo Herzog durch das Gebäude. Im Erdgeschoss erläuterte er in einem Klassenzimmer eine wichtige Brandschutzmaßnahme. Dort wird die alte Holzdecke so ertüchtigt, dass sie einem Brand 90 Minuten standhält, ohne selbst Feuer zu fangen.
Ein prägendes Gebäude für den Ortsteil Tumringen
Im Lehrerzimmer im ersten OG zeigte Herzog an einer aufgebrochenen Wand, wie die Statik durch Einbau einer Stahlkonstruktion verstärkt wird.
Dies ist notwendig, weil im darüber liegenden Dachgeschoss zwei neue, über die ganze Gebäudelänge reichende Gauben eingebaut worden sind. Dort ist nun deutlich mehr Platz für Klassenzimmer, eine größere Schulküche und die Ganztagsbetreuung der Schulkinder. „Die Gauben sind ein absoluter Zugewinn“, freute sich denn auch Schulleiterin Véronique Elsner. Herzog betonte in einer kurzen Ansprache, wie prägend das historische Gebäude für den Ortsteil und die Menschen ist, die die Schule nutzen. Entsprechend groß sei die Verantwortung für die Architekten, die Identität zu wahren und das Gebäude zukunftsfähig zu machen.
Laut Herzog sind 80 Prozent der Vergaben bereits abgeschlossen. Bei mehreren Gewerken seien Kosteneinsparungen erzielt worden, was angesichts der aktuell stark schwankenden Rohstoffpreise mehr Sicherheit bringe. Aktuell sei man zudem „optimal im Zeitplan“. Dass die Bauarbeiten Ende 2027 wie geplant abgeschlossen werden können, ist aus Sicht des Architekten „ambitioniert, aber realistisch“.