Beim Abschluss des Mentorenprogramms am Theodor-Heuss-Gymnasium gibt es eine positive Bilanz.
Zum dritten Mal konnte das Mentorenprogramm „Balu und Du“ am Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim (THG) abgeschlossen werden. Im Schulhof fanden sich die Schüler, Eltern und sonstige Seminarbegleiter zum gemütlichen Abschluss ein.
Zum „Balu“ werden können jeweils junge, engagierte Schüler am THG, die ehrenamtlich ein Jahr lang eine Patenschaft für ein Kind übernehmen möchten. „Balu und Du“ ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der auch einen Standort beim THG betreibt. Sofern es terminlich passt, können sich die Schüler in der Klasse vor dem Abitur für das Projekt engagieren. In diesem Schuljahr hatten sich zwölf Mädchen und ein Junge bereit erklärt, „Balu“ zu werden. Über die Grundschule in ihrem Heimatort bekam der „Balu“ ein passendes Pendant, ein „Mogli“, ebenfalls nach einer Figur aus Rudyard Kiplings Werk „Das Dschungelbuch“ und der populären Disney-Verfilmung aus dem Jahr 1967 benannt, zugewiesen. Den Grundschülern werden dann die „Balus“ als verlässliche Vertrauenspersonen zugeteilt, um gemeinsam wöchentlich einige Stunden miteinander zu verbringen.
Die Projektbegleiterin am TGH, Ruth Heimes, erklärte: „Wir sind stets bemüht, längere Anfahrtswege für die Treffen der beiden zu vermeiden.“ In ihrer Ansprache zum diesjährigen Projektende betonte sie die „Win-Win“-Situation beider Beteiligter.
Beide Seiten profitieren von der Erfahrung
Der „Balu“ erwirbt pädagogische und soziale Kompetenzen, die sich innerhalb einer späteren Bewerbung auch positiv niederschlagen können. Die kleinen „Moglis“ schließen Freundschaft mit einem großen Freund oder Freundin, einer vertrauten Person, die ein offenes Ohr für sie hat. Bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung wird nebenbei auch viel fürs Leben gelernt. Jeweils beide Beteiligte erhielten Teilnahmeurkunden.
Auch ein Taschengeld gibt es für die beiden: Es beträgt pro Monat zehn Euro. Organisator Urs Schreiber erklärte, der Betrag könne frei verwendet werden. Ein Paar habe auch in einem Fall über Monate hinweg gespart und dann im Ein-Euro-Shop getestet, wie viele Waren für die Ersparnisse erworben werden können. Die Intention war, aufzuzeigen, was alles mit Sparen möglich sei. Es sei erstaunlich viel gewesen, was im Einkaufswagen Platz gefunden hatte.
Unterstützung durch eine Spende aus Lörrach
Dankbar sind die Projektbetreiber für die Spende in Höhe von 1500 Euro vom gemeinnützigen Verein „Direct Help Better Future“ aus Lörrach, der Kinder und Jugendliche aller Nationalitäten in schwierigen Lebensumständen unterstützt.
Ruth Heimes erklärte: „Das Paar kann seine Zeit individuell verbringen, es liegen keine Zwänge vor“. Vom „Balu“ erfolgen Tagebucheinträge über die Unternehmungen, regelmäßig trifft man sich im Seminarkurs.
Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählte ein zehnjähriger „Mogli“, nunmehr traurig zu sein, dass das Jahr schon vorbei sei. Mit seinem „Balu“, Michelle, habe er viele tolle Dinge unternommen. Der „Mogli“, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte: „Wir haben uns super gut verstanden“. Unternommen wurden gemeinsame Bastelarbeiten, es wurde gekocht, man ging ins Kino und spielte Fußball.
Sein „Balu“ Michelle, 17 Jahre alt, tröstete ihren „Mogli“ und sagte mit einem Schmunzeln: „Wir werden uns weiter sehen.“ Auf der Wunschliste des „Mogli“ für weitere Aktivitäten mit seiner „Balu“-Mentorin steht ganz oben die Herstellung von Schleim als Glibberspaß.