Die Busverbindungen an die Maximilian-Kolbe-Schule seien „schon knapp“, gibt der Stadtbusgeschäftsführer zu. (Archivfoto) Foto: inter

Die Stadt Rottweil und die Stadtbus GmbH reagieren auf die Kritik der Eltern an der Schülerbeförderung. Ideen, um Zeit zu sparen, gibt es bereits.

Schulbusse, die ständig zu spät kommen und proppenvoll sind und Kinder, die gar nicht mehr mit den Bus fahren möchten – wie problembehaftet ist der Schulbusverkehr in Rottweil? Wer diese Frage den Verantwortlichen der Rottweiler Schülerbeförderung stellt, dem wird schnell klar: Alle Akteure zufrieden zu stellen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Und dennoch wird nach Stellschrauben gesucht, die die Situation für die Schüler und die Schulen verbessern können. Das jedenfalls wird im Gespräch mit Stadtbusgeschäftsführer Frank Wiest deutlich, der zur Kritik unzufriedener Eltern, die sich an unsere Redaktion gewandt hatten, Stellung nimmt. Er gibt zu, die Busverbindungen an die Maximilian-Kolbe-Schule seien „schon knapp“. Und verspricht: „Da werden wir schneller werden.“

Auf den Kopf gestellt

Wie das bei den vielen Baustellen, die bereits da sind und noch kommen, gehen kann? Unter anderem sollen an den größeren Kreuzungen in Rottweil sogenannte Ampelvorrangschaltungen installiert werden.

Und was die Friedrichsplatz-Sanierung, die nach der Fasnet 2026 startet, anbelangt, werde derzeit an einem neuen Fahrplan getüftelt. „Der Stadtlinienverkehr wird für zwei Jahre auf den Kopf gestellt“, sagt Wiest. Umfahrungen würden über die Marx- und Oberndorfer Straße geplant.

Jedenfalls sei man mit der Schule in engem Kontakt, habe von dort allerdings zuletzt auch keine Beschwerden erhalten.

Gewohnheitssache?

Das bestätigt der städtische Mobilitätsbeauftragte Horst Bisinger. „Wir hatten zur Umstellung des Taktfahrplanes (Jahreswechsel 24/25) und auch in der Phase danach zahlreiche Gespräche und Ortstermine, um die Sorgen der Schüler, Eltern und Lehrer aufzunehmen und auch Korrekturen vorzunehmen. Es dauert, so die Erfahrung der Nahverkehrsexperten, immer eine geraume Zeit, bis sich alle Beteiligten an die neuen Verbindungen gewöhnt haben.“

Vor allem für die MKS seien zusätzliche Busse zur Mittagszeit und ein sogenannter „Sammler“ mit aufgenommen worden, damit sich die Situation gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan verbessert, berichtet Bisinger. Der Busbahnhof der Schule, so Wiest, soll zudem mit einer digitalen Fahrgastanzeige ausgestattet werden, die den Schülern in Echtzeit anzeige, wann der Bus kommt.

Überfüllt gibt’s nicht

Mehr Bussen oder einem größeren Puffer bei den Fahrzeiten erteilten Wiest und Bisinger allerdings eine Absage. „Das Besondere am Schülerverkehr ist, dass dieser sozusagen im Regelverkehr mitschwimmt, da viele Schüler mit den regulären Regionallinien nach Rottweil kommen, umsteigen, um zu den Schulen zu gelangen. Deswegen kann nicht nur allein auf die Schulzeiten Rücksicht genommen und hier mit großen Puffern geplant werden“, erklärt der Mobilitätsbeauftragte der Stadt.

Dennoch, so Stadtbus-Chef Wiest, versuche man für Probleme, die auftauchen eine Lösung zu finden. „Wenn’s irgendwie geht, machen wir das.

An den überfüllten Schulbussen wird das allerdings nichts ändern. Da hat der Gesetzgeber vorgesorgt. Wie Wiest erklärt, stehen in einem normalen Bus 46 Sitzplätze und 46 Stehplätze zur Verfügung. Bei einem Gelenkbus sind es 43 Sitzplätze und 98 Stehplätze. „So viel Personen bekommen Sie aber gar nicht rein“, sagt Wiest.

Busfahren üben

Um den Kindern die Angst vor dem Busfahren zu nehmen, rät er Eltern, das Busfahren zusammen mit dem Kind zu üben. Außerdem biete die Stadtbus GmbH auch Bustrainings für Schüler an. Schulen, die Interesse haben, könnten sich einfach melden. Das gelte auch für Kritik und Anregungen. Eine E-Mail an info@stadtbus-rottweil.de oder ein Anruf unter Telefon 0741/94 29 88 30 genüge.